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Wenn Essen kein Genuss mehr ist - Wie raus aus der Spirale ?

Für Menschen mit Essstörungen ist das Thema Essen eine Quelle von Unbehagen und KrankheitWenn sich jedoch jede Minute des Lebens um das Thema Essen dreht, wird es gefährlich. Dann kann eine Esstörung vorliegen.Ein ehrlicher Selbsttest kann der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung sein.

 

Ein bisschen mollig ist noch keine Essstörung

Die Übergänge zwischen „normal“ und „krankhaft“ sind sehr fließend und von vielen Faktoren abhängig. So gibt es Menschen, die aus religiösen oder ideologischen Gründen bestimmte Ernährungsformen pflegen oder bestimmte Dinge nicht essen Diese sind jedoch keinesfalls essgestört. Auch Menschen, die ein bisschen zu dick sind, leiden nicht unbedingt gleich an einer Essstörung.

Erst beim zwanghaften Gedankenkreisen um das Thema Ernährung und Essen liegt eine ernsthafte Störung vor, die meist durch seelische Belastungen ausgelöst wird. Die Folgen einer Essstörung sind oft körperliche Schäden. Betroffene versuchen ihren Körper zu manipulieren und sie finden in der Tatsache, sehr wenig oder sehr viel zu essen Befriedigung. Diese Erleichterung dauert jedoch nur kurz an. Essgestörte müssen sich daher schnell wieder einer Wiederholungsbefriedigung hingegeben. Aus der Störung wird ein Teufelskreis; die Personen fühlen sich noch mehr ausgeliefert.


Dünn = Schön?


Die Models, die uns von Plakaten anlächeln, sind in erster Linie eines: dünn. Das gängige Schönheitsideal gibt uns vor, dass Untergewicht erst wirklich schön ist. Hinzu kommt, dass Schlankheit immer wieder mit Attraktivität, beruflichem und privatem Erfolg gleichgesetzt wird. Dieses Schönheitsideal kann - verbunden mit Diäten oder kontrolliertem Essverhalten – ein Auslöser für eine Essstörung sein. Die Ursachen liegen jedoch meist im persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich. So kommen oft Faktoren wie Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl, Spannungen in der Familie, Trennungserlebnisse, der Druck unter Gleichaltrigen (Peergroup) usw. zusammen.

Essstörungen treffen noch immer häufiger Frauen als Männer, doch auch immer mehr Jungen erkranken zunehmend an Essproblemen. Magersucht tritt vor allem im Alter zwischen 14 und 18 Jahren auf. Allerdings gibt es auch Ersterkrankungen vor dem 10. und nach dem 25. Lebensjahr. Die gefährliche Zeit an Bulimie zu erkranken, liegt zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Zwischen dem 20. und 30., aber auch zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr häuft sich die Ersterkrankung an Binge Eating.


Selbsttest: Merkmale einer Essstörung


Machen Sie den ehrlichen Selbsttest. Wenn Sie die mehrheit dieser Fragen klar mit ja beantworten können, liegt sehr wahrscheinlich eine Essstörung vor. In diesem Falle sollten sie das Gespräch mit Vertrauten suchen und sich ärztliche/therapepeutsiche Hilfe suchen. 

  • Sie lehnen ihren Körper als zu dick ab ?

  • Ihre Gedanken kreisen nur ums Essen und die Figur ?

  • Sie haben ständig Angst zuviel zu essen und zuzunehmen ?

  • Sie kontrollieren ständig ihr Gewicht ?

  • Sie vergleichen sich ständig mit schlanken Menschen ?

  • Sie können nicht mehr spontan lustvoll essen und ernähren sich nur nach Essens- und Diätplänen ?

  • Bei Misserfolgen, Enttäuschungen und negativen Gefühlen greifen Sie zum Essen ?

  • Sie essen als Ersatzhandlung und nicht um sich zu sättigen ?

  • Sie haben keine Kontrolle mehr über eine vernünftige Essensmenge, auch kleine Mahlzeiten werden als üppig empfunden. ?

  • Sie kennen weder Hunger noch Sättigungsgefühl ?

 

Langsame Schritte und Hilfe von außen - Der Weg zur Heilung

Eine Esstörung zu heilen, ist sehr kompliziert. Es gibt keine Medikamente die die Störung beseitigen können. Zudem verbergen Betroffene ihre Krankheit und wollen sich diese oft nicht eingestehen. Dies ist jedoch unbedingte Voraussetzung, um die Krankheit zu behandeln.




Solange Betroffene ihre Krankheit nicht akzeptieren, ist eine Behandlung kaum möglich. Zur erfolgreichenden Therapie ist meist eine mehrwöchige Arbeit in einer Spezialklinik für Essstörungen oder einer Sucht-Klinik erforderlich, ergänzt durch ambulante Psychotherapie sowie möglicherweise auch regelmäßige langjährige Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe oder bei einem Psychotherapeuten.
Die Betroffenen arbeiten dann zuerst ihre psychologischen Probleme auf. Dabei sollten sie zu neuen Selbstbewusstsein und innerer Stärke finden. In zusätzlichen Treffen lernen die Betroffenen, wieder normal zu essen und sich selbstständig vernünftig zu ernähren.


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA ) bietet umfangreiche Hilfe und Beratung im Internet an.
Unter anderem können Betroffene in einer Datenbank zu allen Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapiemöglichkeiten recherchieren und Spezialkliniken finden.

Linktipp: Zu den Hilfeseiten der BZgA bei Essstörungen

 

 

Julia Rauschenbach

 

 
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