Auch wenn der Zusammenbruch, der am Ende einer typischen Burnout-Krise steht, meistens plötzlich erfolgt, ist dem ein monatelanger schleichender Prozeß der Symptomhäufung vorangegangen. Schon vor dem eigentlichen Kollaps entstehen erhebliche Schäden im persönlichen und beruflichen Umfeld der Betroffenen. Deshalb liegen in der Prävention die größten Potenziale für eine Burnout-Bekämpfung.
Warnsignale und Anzeichen einer beginnenden Burnout-Krise sind extremes Engagement und permanentes Überschreiten der eigenen Grenzen in Verbindung mit Ignoranz gegenüber Mißerfolgen und eigenen Bedürfnissen. In dieser Phase sind Ruhe und bewusste Entspannung besonders wichtig, um die Aufmerksamkeit vom Arbeitsalltag weg und zu sich selbst hinzulenken. Zeichen und Hinweise von Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern sollte man ernst nehmen und das eigene Verhalten bewusster beobachten. Mit dem gewonnenen Abstand können die stressenden Faktoren am Arbeitsplatz besser identifiziert und durch Kommunikation entschärft werden. Sollten sich die Strukturen am Arbeitsplatz als unveränderbar herausstellen, ist notfalls ein Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht zu ziehen. Ist die Krise bereits fortgeschritten, so dass typische Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Angstzustände auftreten, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe in Verbindung mit sanfter Medikation eine Möglichkeit, dem Burnout zu begegnen. Eine Verringerung der auslösenden äußeren Belastung ist in dieser Phase unerlässlich. Bei entsprechender Diagnose kann von jedem behandelnden Arzt ein Antrag für eine mehrwöchige Kur - etwa in einer psychosomatischen Klinik - eingereicht werden. Gemeinsam mit dem Hausarzt kann überlegt werden, welche Klinik dafür in Frage käme. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für so eine Kur bzw. stationäre Heilbehandlung. Allerdings wird der Arzt die Einweisung z.B. mit der Diagnose „Erschöpfungszustand mit depressiver Entwicklung“ vornehmen, da Burnout keine von der Krankenkasse anerkannte Diagnose ist. Anonyme Beratung und Gespräche bieten auch die Sozialpsychiatrischen Dienste der Kommunen und Städte. In Internetforen, Blogs und Selbsthilfegruppen kann man sich mit anderen Betroffenen und Experten austauschen. Als Betroffener sollte man sich bewusst machen, dass der Weg aus dem Burnout hinaus mindestens so lang andauert wie in den Burnout hinein und dass die Erwartungen an schnelle Ergebnisse noch als Teil der Stress- und Leistungslogik zu begreifen sind. Linktip: www.hilfe-bei-burnout.de
Autor: joerg.wunderlich (at) krankenkassenRATGEBER.de |