Startseite
Gesundheit
Arzt und Patient
Medikamente und Co
Gesetzlich versichert
Privat versichert
Service
Webmastertools
Impressum
Sitemap
News:    
AktuellGesundheitArzt + PatientMedikamenteGKVPKVLeserfragen

Steuer: Gesundheitskosten als Sonderausgaben absetzen

Gesunheitskosten wie z.B. Krankenkassenbeiträge sind als Sonderausgaben absetzbar
Foto: flown / pixelio.de
Seit 2010 sind auch für gesetzlich Versicherte die Krankenkassenbeiträge bei den Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzbar. Welche Gesundheitskosten können außer dem noch steuerlich geltend gemacht werden ?

 

Beiträge zur Krankenkasse

Bei den für gesetzlich Versicherte abzusetzenden Gesundheitskosten können an erster Stelle alle in einem Kalenderjahr gezahlten Beiträge zur GKV eingetragen werden. Beim Steuer-Formular ( Elster oder auf Papier ) sind die Gesundheitskosten in der Anlage Vorsorgeaufwand auf den erszten beiden Seiten in die Zeilen 11 - 45 einzutragen. 
Die Kassenbeiträge sind in voller Höhe abzugsfähig, d.h. sie mindern in vollem Umfang das bemessungsfähige Bruttoeinkommen. Weil das Finanzamt aber nur die Kosten für eine Basisversorgung anerkennt, fallen  Zusatzversicherungen oder Mehrkosten für einen Wahltarif ( z.B. für Privatbehandlungen ) nicht darunter.

Auch abzugsfähig: Außergewöhnliche Gesundheitskosten

Ein oft unterschätzter Posten bei den abzugsfähigen Gesundheitskosten ist der Punkt 'Außergewöhnliche Gesundheitskosten'. Hierzu zählen nahezu alle vom Versicherten geleisteten Zuzahlungen bei Medikamenten, Heilmitteln ( z.B. orthopädische Einlagen ) und Rezepten ( z.B. Physiotherapie ).
Weiterhin können hier alle Kosten für Sehhilfen und Brillen, Zahnersatz bis hin zu den Eigenbeiträgen bei Kuren angegeben werden. Im Prinzip gehören vereinfacht sämtliche Kosten, die durch ärztliche Verordnung entstanden sind und nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören, dazu.
Voraussetzung für eine Anerkennung sind also zwei Punkte: Die ärztliche Verordnung muss nachgewiesen werden und die Zahlung belegt werden.


Abzugsfähig sind beispielsweise folgende außergewöhnliche Gesundheitskosten ( mit ärztlicher Verordnung )
  
    - übliche Kopfschmerz- Erkältungs- und Vitaminpräparate
    - Physiotherapie und Krankengymnastik
    - Heilpraktiker - Rechnungen
    - Behandlungskosten für verordnete Psychotherapie
    - Therapiekosten für Logopädie und Sprachheilpädagogen,
    - Kosten für Suchtentwöhnung bei Alkoholismus
    - Behandlungskosten für künstliche Befruchtung
    - Kosten für klinische Unterbringung bei Geburt eines Kindes,
    - Laserbehandlungen bei Kurzsichtigkeit
    - Fahrtkosten bei Krankenbesuchen zu den eigenen Kindern im Krankenhaus
    - Fahrtkosten bei Krankenbesuchen zu pflegebedürftigen Eltern  



Wichtig sind also auch die Nachweise für die geleisteten Beträge. Während die Krankenkassenbeiträge aus der Lohnsteuerjahresbescheinigung hervorgehen und nicht nachgewiesen werden müssen ( Ausnahme: Künstlersozialkasse und PKV-Versicherte ), benötigt das Finanzamt bei den außergewöhnlichen Gesundheitskosten immer einen Zahlungsnachweis. Deshalb sind möglichst alle Rechnungen und Quittungen aufzuheben und abzuheften. Tipp: Beim Finanzamt gilt das Zahlungsdatum, nicht das Rechnungsdatum als relevant.

Abzugsfähigkeit und Zuzahlungsfreiheit bei Erreichen der Belastungsgrenze

Als Belastungsgrenze für Privathaushalte und Familien gilt nach wie vor die Marke von 1 Prozent des Jahreseinkommens. Wenn der Nachweis gegenüber dem Finanzamt gelingt, dass diese Grenze bei den Zuzahlungen überschritten wurde, wirken sich diese steuermindernd aus.

Hat man sich einmal die Mühe des Nachweises erfolgreich gemacht, kann eine Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse beantragt werden. Entsprechende Anträge gibt es bei der Krankenkasse. Es ist grundsätzlich selbst das Überschreiten der Grenze zu überprüfen - die Kasse ist nicht angehalten, den versicherten darüber zu benachrichtigen und kann dies auch gar nicht leisten.




Beispiel für die Berechnung der Belastungsgrenze

Jahresbruttoeinkommen Ehemann: 20.000 Euro
Jahresbruttoeinkommen Ehefrau: 15.000 Euro
Jahresbruttoeinkommen gesamt: 35.000 Euro

Freibetrag Ehegatte: 4.997 Euro
Freibetrag 2 Kinder: 14.016 Euro (pro Kind 7.008 Euro)
Freibeträge gesamt: 18.993 Euro

Jahresbruttoeinkommen minus Freibeträge = zu berücksichtigendes Familieneinkommen
= 35.000 Euro - 18.993 Euro = 16.007 Euro

Belastungsgrenze 2 Prozent: Hier müssen Zuzahlungen bis zu einem Betrag in Höhe von 320,14 Euro geleistet werden.

Belastungsgrenze 1 Prozent: Chronisch Kranke müssen Zuzahlungen bis zu einem Betrag in Höhe von 160,07 Euro leisten.


Quelle: Verbraucherzentrale NRW





 

 
Suche

zum Testergebnis HIER klicken
Anzeigen
Startseite arrow Gesetzlich versichert arrow Gesundheitspolitik arrow Steuer: Gesundheitskosten als Sonderausgaben absetzen  20:29    24.07.2017