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Mobbing – wie reagieren als Betroffener

Image In den letzten Jahren ist der Mobbingbegriff sehr populär geworden und wird daher fälschlicherweise auch für die alltäglicheren „normalen“ Konflikte und Reibereien in der Arbeitswelt und anderswo verwendet. Wichtig ist also, dass man als Betroffener zunächst versucht, die Situation richtig einzuschätzen, d.h. sicherzugehen, ob es sich tatsächlich um Mobbingattacken handelt.

Ein entscheidendes Kriterium für Mobbing ist, dass die Schikane gezielt und regelmäßig wiederholt über einen längeren Zeitraum hinweg auftritt.

Wie nun aber reagieren in der Opfer-Situation? Zunächst ist die Erkenntnis, dass es sich um Mobbing handelt, schon ein erster wichtiger Schritt, denn viele gesundheitliche Probleme ergeben sich aus dem irrtümlichen Glauben Betroffener, es läge an Ihnen selbst.
Das Führen eines Mobbingtagebuches kann hierbei helfen, sich über die Situation Klarheit zu verschaffen, Abstand zu gewinnen und vor allem Fakten und Beweise zu sammeln, die man in klärenden Gesprächen vorbringen kann. Gleichzeitig nimmt man auch wieder eine aktive Haltung ein und verlässt die Position des hilflosen Opfers.

Professionelle Hilfe ist dann dringend angezeigt, wenn die körperlichen und psychischen Beschwerden alles andere überlagern und die Handlungsmöglichkreiten am Konfliktort dadurch eingschränkt sind.

Eine Krankschreibung bietet zunächst Schutz und Hilfe vor dem anhaltenden Psychoterror, manifestiert aber auch den Status des gemobbten, dass mit ihm „etwas nicht stimme“.    
Das Therapie-Spektrum reicht von angstlösenden, stimmungsaufhellenden und schlaffördernden Medikamenten bis hin zu längerfristigen psychotherapeutischen Behandlungen.
Diese Therapien haben das Ziel, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Würde des Betroffenen wiederherzustellen. Sport und Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Atemübungen oder die proressive Muskelentspannung sind sehr hilfreich und unterstützend beim Wiedererlangen eines Gleichgewichtes. Familie, Lebenspartner und Freunde der Betroffenen helfen durch ihre Anteilnahme, die Konfliktsituation zu überstehen, sind aber auch nur begrenzt in der Lage, die Situation aufzufangen.

Geeignete Hilfe und vor allem Kontakt zu anderen Betroffenen bieten  Beratungsstellen, Internet-Foren und Selbsthilfegruppen zum Thema. In speziellen Mobbing-Seminaren kann man in Rollenspielen Strategien im Umgang mit der Mobbingsituation einüben und sich über das eigene Verhalten klarwerden.

Am Arbeitsplatz selbst bieten Personalratsmitglieder oder spezielle Mobbing-Beauftragte eine Anlaufstelle, die man sich nicht scheuen sollte, aufzusuchen, zumal in den letzten Jahren bei vielen Arbeitgebern eine erhöhte Sensibilität für das Thema anzutreffen ist.
Rechtlich gesehen haftet ein Arbeitgeber bei Mobbing durch Vorgesetzte uneingeschränkt gemäß § 278 BGB. Einen Anspruch auf bestimmte Maßnahmen – z.B. Entlassung des Vorgesetzten – haben die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aber nur in Ausnahmefällen.

 

Autor: Jörg Wunderlich       joerg.wunderlich ( at) krankenkassenratgeber.de

Quellen: netdoktor.de, IG Metall, Bell&Windirsch Anwaltsbüro

 

 
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