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Mobbing – Krankmacher in der Arbeitswelt

ImageUnter Mobbing versteht man systematische und vorsätzliche Feindseligkeiten am Arbeitsplatz gegen eine meistens unterlegene Person, die über einen längeren Zeitraum erfolgen und dem Zweck dienen, den Betroffenen aus dem Arbeitsverhältnis auszustoßen.

 

Den Begriff "Mobbing" hat 1963 der Verhaltensforscher Konrad Lorenz geprägt, um damit Gruppenangriffe von Tieren auf einen Fressfeind oder einen anderen überlegenen Gegner zu bezeichnen.

Gemobbt wird in der Arbeitswelt sowohl von Einzelpersonen als auch Gruppen von Beschäftigten. Rund 1,5 Millionen Menschen sind Schätzungen zufolge in Deutschland von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen. Die Palette reicht dabei von Nichtanerkennung, Ausgrenzung, gezielter Streuung falscher Gerüchte bis hin zu offenen Anfeindungen.
Treffen kann es prinzipiell jeden, am meisten gemobbt jedoch werden ältere Arbeitnehmer, Frauen sowie Jugendliche unter 25 Jahren.

Die Gründe für das weitverbreitete Phänomen liegen auf der Hand: Harter Wettbewerb und Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz fördern solche antisozialen Verhaltensweisen unter Kollegen.
Hinzu kommen generelle Veränderungen der Arbeitswelt wie z.B. die verstärkte Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle, Dezentralisierung und die damit einhergehende Team- und Gruppenarbeit.

Die Betroffenen reagieren mit starker Verunsicherung, Nervosität, Leistungs- und Denkblockaden sowie Angstzuständen, Depression und Suchtverhalten. Körperliche Beschwerden treten fast zwangsläufig als Begleiterscheinung auf und führen zu längeren und wiederholten  Arbeitsausfällen. Mobbing-Opfer fehlen fast doppelt so häufig bei der Arbeit als Nichtbetroffene.

Den Schaden haben nicht nur die leidenden Opfer, sondern auch die Unternehmen.  Ist das Arbeitsklima erst einmal vergiftet, leidet langfristig die Produktivität aller darunter.
Mobbing ist derzeit nicht als Berufskrankheit anerkannt, obwohl der volkswirtschaftliche Schaden immens ist. Auf über 4 Mrd Euro pro Jahr schätzen Experten den durch Mobbing entstehenden Schaden in der Produktion, von den gesundheitlichen und sozialen Folgekosten für die Gesellschaft ganz zu schweigen.

 

Autor: Jörg Wunderlich

joerg.wunderlich (at) krankenkassenratgeber.de

 

Quellen: mobbingliga.de, onmeda.de, monstersandcritics.de, mobing-info.ch


 

 

 

 
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