Es gibt ein Organ des Menschen, das zu jeder Tageszeit aktiv ist: Das Hörorgan. Noch während wir schlafen, sammelt es Eindrücke, die dann im Gehirn verarbeitet werden. Umso problematischer ist es, wenn dieses Organ nicht mehr richtig funktioniert, wenn sich Schwerhö Hypakusis genannt, einstellt.
In Deutschland leidet etwa jeder 15. Mensch daran, besonders bei jungen Menschen tritt dieses Problem immer stärker auf. Stufen der Schwerhö Bei Schwerhö wird zwischen verschiedenen Stufen unterschieden. Wenn etwa das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr gehört werden kann, spricht man von einer geringen Schwerhö. Wenn Hintergrundgeräusche wie Straßenlärm nicht mehr zu hören sind, befindet man sich in der mittleren Stufe. Bei einer hochgradigen Schwerhö wird sogar der Gesprächspartner nicht mehr verstanden und vollkommene Taubheit liegt vor, wenn gar laute Musik nicht wahrgenommen wird. Sehr oft ist es der Fall, dass sich die Schwerhö nur sehr langsam und über Jahre hinweg entwickelt. So nimmt die Zahl der Betroffenen ab dem 50. Lebensjahr signifikant zu. In der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren ist jeder vierte hörbeeinträchtigt, bei den über 70-Jährigen ist es jeder Zweite. Schwerhö bei jungen Menschen Wissenschaftler sprechen allerdings davon, dass eine Generation von Tauben heranwächst: Bereits jetzt sind bei zehn Prozent der 15-Jährigen in den nächsten Jahren allein auf Grund ihrer Musikhörgewohnheiten und obwohl sie noch nicht mit berufsbedingtem Lärm zu tun hatten, irreversible beidseitige Hörverluste von mindestens 10 Dezibel zu erwarten. Die ersten Anzeichen Der Betroffene merkt von der Schwerhö zunächst einmal wenig. Anzeichen dafür sind, dass er vielleicht das Klingeln an der Tür öfter als früher überhört, den Fernseher lauter stellt oder bei Gesprächen nicht mehr alles versteht. Der Grund wird allerdings zunächst bei anderen gesucht und so sind es häufig Angehörige und Freunde, die auf die Schwerhö hinweisen. Bei älteren Menschen nimmt das Gehör meist auf beiden Ohren zugleich ab. Zunächst in den höheren Frequenzen, danach auch im Mittel- und Tieftonbereich. So fällt es immer schwerer, an einer Konversation teilzunehmen. Folge ist die so genannte Gesellschaftstaubheit. Hier besteht nun die Gefahr, dass sich mit dem Hören auch die sozialen Kontakte und das Verhalten ändern. Wer nicht mehr am Gespräch teilnehmen kann, wird gesellschaftlich isoliert. Folge hiervon sind oft eine depressive Verstimmung und Misstrauen, häufig kommen noch Angstzustände hinzu. Autor: Michael Handel |