München im Januar. Mehr Sport gesündere Ernä und und und ... gute Vorsätze für das neue Jahr scheitern häufig bereits in den ersten Wochen. "Dabei reichen meist schon kleine Verhaltensänderungen, um sich selbst etwas Gutes zu tun", weiß Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga und Orthopäde in München. Für ein rückengesundes Jahr hat er einige Ratschläge. Im Vordergrund steht dabei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen regelmäßigen Aktivitäten und Entspannungsphasen im Alltag.
Winter: Schnee nicht immer Grund zur Freude
Wenn es im Januar und Februar friert und schneit, gehen die Vorlieben weit auseinander. Manche bleiben bei solch einem Wetter am liebsten in den eigenen vier Wänden, andere stürzen sich mit Begeisterung in den Wintersport. "Ob Skifahren, Rodeln oder eine Schneeballschlacht - Bewegung an der frischen Luft tut gut und ist gesund", weiß Dr. Schneiderhan. "Rückenbelastende Sportarten, wie beispielsweise Abfahrtsski, erfordern jedoch eine ausreichende Vorbereitung." Vor allem Hausbesitzer in schneereichen Regionen kommen um eine Sache kaum herum: das Schneeschippen. Wer dabei den gesamten Körper aktiv einsetzt, vermeidet unnötige Belastung des Rückens. So empfiehlt es sich beim Anheben der - nicht zu voll beladenen - Schaufel, in leichte Schrittstellung zu gehen und das Gewicht auf das vordere Bein zu verlagern. Auch beim seitlichen Abladen immer den ganzen Körper mitdrehen.
Frühling: Erste Sonnenstrahlen locken nach draußen
Spätestens im März flüchten selbst Wintersportmuffel von der Couch ins Freie. Viele entdecken über den Winter vergessene Sportarten wieder. Radfahren, Walking oder Inlineskaten machen nicht nur Spaß, sondern stärken gleichzeitig die Rückenmuskulatur. Im April steht in vielen Haushalten der Frühjahrputz an. Bereits einige grundsätzliche Regeln schonen dabei die Wirbelsäule. "Schwere Gegenstände, wie zum Beispiel Wassereimer, immer mit geradem Rü aus der Hocke heben", rät Dr. Schneiderhan. Darüber hinaus spielen die Putzutensilien eine wichtige Rolle: Besen und Staubsauger mit verstellbaren Teleskopstielen ermöglichen für alle Körpergrößen eine aufrechte Haltung und entlasten die Wirbelsäule. Gleiches gilt auch für die Gartenarbeit. Dabei immer darauf achten, den empfindlichen Bereich der Lendenwirbelsäule bedeckt zu halten. Nach den Eisheiligen im Mai kommen dann auch die letzten Kübel und Pflanzen nach draußen. Wer hierbei auf seinen Rü achtgibt und schwere Lasten weitestgehend vermeidet, dem stehen erholsame und schmerzfreie Tage im eigenen Garten bevor.
Sommer: Keine Erholung für den Rü
Schulferien - im Juni, Juli und August fahren viele Familien in den Sommerurlaub. Doch für den Rü bedeutet diese Zeit häufig großen Stress Unter anderem strapazieren lange Anreisen und schwere Koffer Wirbel und Bandscheiben. "Ob Auto, Bus oder Bahn - kurze Pausen bieten sich für leichte Dehn- und Auflockerungsübungen an", erklärt Dr. Schneiderhan. "Selbst im Flugzeug kann der geringe Platz genutzt werden. Bereits das sogenannte dynamische Sitzen - ein regelmäßiger Wechsel der Sitzposition - entlastet den Rü." Vor Antritt der Reise die Koffer checken: Eventuell lohnt sich die Anschaffung von neuen Trolleys. Mit Rollen und ausziehbarem Griff ausgestattet, entlasten sie die Wirbelsäule beim Tragen bzw. Ziehen von schwerem Gepäck.
Herbst: Entspannung gibt neue Kraft
Nach dem Urlaub beginnt für viele wieder die Zeit, in der die Bewegung an der frischen Luft oft zu kurz kommt. Dabei lädt der Herbstanfang im September zu ausgedehnten Spaziergängen durchs bunte Laub ein. Kastanien, Eicheln & Co. bereiten übrigens nicht nur Kindern Freude, sondern eignen sich auch für schöne Dekorationen zu Hause. Natürlich darf in einem Jahr voller Aktivitäten auch die Entspannung nicht zu kurz kommen. Angesichts kürzerer Tage und der Zeitumstellung im Oktober benötigt der Körper gerade jetzt ausreichende Erholung. Um ihm etwas Gutes zu tun, bieten sich ein warmes Bad oder ein Tag Auszeit in der Sauna an. Gleich zahlreiche positive Effekte wirken hierbei auf den Körper. So entkrampfen sich unter anderem Rü- und Nackenmuskulatur. Bei akuten leichten Verspannungen eignen sich auch Wärmflaschen, -salben oder -pflaster. Im November, spätestens im Dezember endet für viele die Ruhe. Innenstädte füllen sich wieder mit Kunden, die ihre vorweihnachtlichen Einkäufe erledigen. Damit zumindest der Rü die Zeit stressfrei übersteht, gilt: schwere Lasten gleichmäßig auf beide Hände beziehungsweise Schultern verteilen.
"Viele dieser Tipps lassen sich auch auf andere alltägliche Situationen anwenden", sagt Dr. Schneiderhan. "Mit ein wenig Durchhaltevermögen steht einem rückenfreundlichen Jahr 2008 nichts mehr im Wege." Quelle: www.orthopaede.com
Tip zum Weiterlesen: „Dein Rü endlich schmerzfrei“ Reinhard Schneiderhan, Oberbeil, 2007
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