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Rabattverträge: Wozu sie ursprünglich abgeschlossen wurden

RabattverträgeSeit einigen Wochen ist stetig ein Begriff in den Medien präsent, der sowohl mit seinen positiven Aspekten, aber vor allem mit seinen negativen Folgen umfassend thematisiert wird: Rabattverträge. Vor allem das momentan vorherrschende Lieferchaos wird von den Apotheken und den gesetzlichen Krankenkassen hitzig diskutiert. Doch was genau umfasst dieser Begriff und wozu waren die Verträge ursprünglich angedacht?


Krankenkassen haben die Möglichkeit mit den Herstellern für alle Arzneimittel Preisnachlässe beziehungsweise Rabatte zu vereinbaren. Somit können die Krankenkassen durch die Rabattverträge ohne Abstriche an der therapeutischen Qualität der Arzneimittel günstigere Preise insbesondere für Generika erzielen. Dabei bleibt der Arzneimittelwirkstoff derselbe, er wird nur von einem anderen, kostengünstigeren Hersteller bezogen. Möglich wurden diese Belieferungs-Verträge durch das Beitragssatzsicherungsgesetz, welches 2003 in Kraft getreten ist. Zudem wurden die Möglichkeiten der Krankenkassen 2007 durch das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz und das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz erweitert. Seitdem schließen zunehmend mehr gesetzliche Krankenkassen Verträge mit Pharmaherstellern ab. Ziel der Arzneimittel-Rabattverträge ist es, die Kosten bei den Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu senken.

Apothekerinnen und Apotheker sind dazu verpflichtet, die Versicherten vorrangig mit den günstigeren Präparaten aus den Rabattverträgen der jeweiligen Krankenkasse zu versorgen. Falls der Arzt oder die Ärztin jedoch ein ganz bestimmtes Arzneimittel verordnet und die Ausgabe eines adäquaten Präparates auf dem Rezept ausschließt, tritt diese Regelung außer Kraft. Versicherte haben zudem die Möglichkeit neben den Präparaten aus den Rabattverträgen auf eigenen Wunsch hin auch andere Medikamente auszuwählen. In diesem Fall erstatten die Krankenkassen die Kosten. Die Kostenübernahme beschränkt sich jedoch auf die Höhe der Vergütung, die die Krankenkassen bei Erbringung der Sachleistung zu tragen hätte. Das heißt, dass bei der Wahl eines anderen Arzneimittels, mögliche Mehrkosten von dem Versicherten selbst getragen werden müssen.

Jede Krankenkasse hat die Möglichkeit die Zuzahlung für rabattierte Arzneimittel zu halbieren oder gänzlich aufzuheben. Darüber hinaus können die Kassen auch Arzneimittel von der Zuzahlungspflicht ausnehmen, wenn der Preis für das Medikament mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegt, der erstattet wird. Für eine Vielzahl von Produkte ist dies der Fall.

Welcher Betrag muss generell zugezahlt werden?

Auch Patienten und Patientinnen tragen im Gesundheitswesen eine finanzielle Mitverantwortung in Form von Beiträgen und Zuzahlungen. Dabei sind die Zuzahlungsregeln so gestaltet, dass niemand überfordert wird. Sie gelten für nahezu alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Für rezeptpflichtige Arzneimittel muss der Versicherte zehn Prozent des Verkaufspreises dazu zahlen. Die Zuzahlung beläuft sich dabei jedoch auf höchstens zehn Euro und mindestens fünf Euro. Allgemein darf die Zuzahlung jedoch nie mehr als die tatsächlichen Kosten des Mittels betragen. Bei Heilmitteln und häuslicher Verordnung beträgt die Zuzahlung zehn Prozent der Kosten sowie zehn Euro je Verordnung. Kinder und Jugendliche sind bis zum vollendeten 12. Lebensjahr von den Zuzahlungen für Arzneimittel befreit. Für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen gilt die Befreiung bis zum 18. Lebensjahr.

Exkurs: Was sind Generika?

Entwickelt ein pharmazeutisches Unternehmen einen neuen Arzneimittelwirkstoff, lassen sie sich diesen patentieren. Somit haben sie das alleinige Recht, diesen Wirkstoff herzustellen und zu vermarkten. Läuft der Patentschutz jedoch aus, haben andere Unternehmen die Möglichkeit, diesen Wirkstoff ebenso zu produzieren und unter einem anderen Namen zu verkaufen. Ein derartiges Nachahmerprodukt wird das als Generikum – in der Mehrzahl Generika – bezeichnet und ist in der Regel preiswerter als das Originalpräparat.

 

 
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 16:38    25.02.2018