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Psychische Erkrankungen - Welche Therapien zahlt die Krankenkasse ?

psychische Erkrankungen - Wer zahlt die Therapie ?Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Dauermüdigkeit - die Anzeichen einer psychischen Erkrankung werden oft übersehen oder verbergen sich hinter Schlafstörungen oder diversen Schmerzen. Die Diagnose einer Depression ist im Vergleich der letzten 13 Jahre immer häufiger gestellt worden. Zugenommen hat auch der offene Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Nicht alle Tage sind gleich. Während man an manchen Tagen mit Leichtigkeit Erfolge erzielt, schafft man an anderen gerade mal die nötigsten Besorgungen. Solang derartige Wechsel nicht zur Regel werden und der normale Tagesablauf dadurch nicht wirklich eingeschränkt wird, gibt es keinen Grund zu übermäßiger Besorgnis. Wenn aber der Alltag zur Last wird und selbst kleine Aufgaben zu unlösbaren Problemen geraten, könnte eine psychische Erkrankung dahinter stehen.

Neue Studie zur Häufigkeit der Diagnose "Depression"

Die Techniker Krankenkasse hat im Januar 2015 eine Studie mit folgendem Fazit veröffentlicht: Deutschland ist erschöpft. Die Anzahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen schnellen laut dieser Erhebung in die Höhe. Für den Zeitraum 2000 bis 2013 errechnet die Krankenkasse einen Anstieg um 70 Prozent. Dabei ist jedoch nicht die Häufigkeit der Erkrankung gestiegen, sondern sie wird aufgrund der höheren Diagnosequalität öfter erkannt. Sie sind also längst kein Tabuthema mehr und gelten auch nicht mehr als Schwäche des Betroffenen. Besonders betroffen sind Berufsgruppen der  Altenpfleger, Erzieher und Callcenter-Mitarbeiter. Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse sagte der Tagesschau dazu: “Früher ist man durchaus mit einer Erklärung nach Hause gegangen und hatte Rückenschmerzen. Doch die Rückenschmerzen waren vielleicht in Wirklichkeit auch eine Depression.”


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Grafik zeigt den Anteil der depressionsbedingten
Fehlzeiten an der Gesamtfehlzeit je Erwerbsperson 2013
Quelle: Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse 2015  

Kassen übernehmen die Kosten für nötige Therapien

Wenn eine psychische Erkrankung festgestellt wurde, ist eine Therapie unausweichlich. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Gesamtkosten der Behandlung, sofern es sich um eine psychische Störung mit Krankheitswert handelt.
 
Dazu gehören beispielsweise :

- Süchte
- Angststörungen
- Depressionen
- Essstörungen
- Persönlichkeitsstörungen
- psychosomatische Störungen
- Verhaltensstörungen
- Zwangsstörungen


Durch einen kassenzugelassenen psychologischen Psychotherapeuten oder einen Arzt kann festgestellt werden ob eine solche Erkrankung vorliegt. Unter dieser Voraussetzung bewilligen die gesetzlichen Krankenkassen zunächst 25 Sitzungen. Zusätzlich werden bis zu acht Probesitzungen übernommen.

Der Antrag auf Übernahme der Behandlungskosten wird vom Patienten entweder in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt oder dem Psychotherapeuten bei der Krankenkasse eingereicht. Grundsätzlich sollte der Antrag vor der eigentlichen Therapie gestellt werden. Dazu werden kostenfreie Erstgespräche durch die Therapeuten angeboten. Ehe-, Erziehungs- und Lebensberatungen werden von den Krankenkassen nicht übernommen, da die Ursachen dabei häufig unklar sind und eines das andere bedingen kann.

Welche Behandlungsverfahren bezahlt die Krankenkasse?

Gesetzliche Krankenkasse bezahlen bisher nur Behandlungen nach dem wissenschaftlich anerkannten Richtlinienverfahren. Zudem spielt der wirtschaftliche Faktor eine Rolle bei der Übernahme der Kosten.

Anerkannte Therapieformen sind:

- Verhaltenstherapie
- tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
- analytische Psychotherapie (Psychoanalyse)


Systemische Therapie sowie Gesprächstherapie sind zwar anerkannte Behandlungsmethoden, wurden bisher aber noch nicht als erstattungsfähig eingestuft. Viele Private Krankenversicherungen übernehmen jedoch auch Kosten für diese Methoden.

Therapie-Tipps für gesetzlich versicherte Patienten

Wenn nachweislich eine dringende Behandlung notwendig ist, sollte bei der Antragsstellung einiges beachtet werden, um nicht selbst die entstandenen Behandlungskosten übernehmen zu müssen. Folgende Tipps könne helfen, schnell einen Therapieplatz zu erhalten.

Protokollieren Sie Ihre Anfragen nach einem Therapieplatz

Der erste Weg sollte immer zu Psychotherapeuten in Wohnortnähe mit Kassenzulassung führen. Hier herrscht in der Regel aber auch starker Andrang. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte möglichst viele Therapeuten anrugfen oder anschreiben. Für jeden Kontakt -  NAME, DATUM und UHRZEIT protokollieren - zeitnahen Termin unbedingt wahrnehmen.


Therapeuten finden Sie hier: www.psychtherapiesuche.de oder auf Psychotherapeuten.palverlag.de

Bei Nichterhalten eines Therapieplatzes bei Psychotherapeuten mit Krankenkassenzulassung in Wohnortnähe (oder einer Wartezeit über 3 Monaten) müssen die abgefragten Therapeuten mit NAME, DATUM, UHRZEIT und WARTEZEIT auf einen Behandlungsplatz protokolliert werden, in der Regel genügen 3-5 Anfragen. Nächster Schritt: Das Protokoll der Krankenkasse schriftlich mitteilen und diese bitten, einen zeitnahen Termin bei einem Therapeuten in einer angemessen Frist von etwa einer Woche, vorzuschlagen.


Zweite Chance: Therapeuten ohne Kassenzulassung

Sollte dies trotz aller Bemühungen nicht zustande kommen, kann ein approbierter Psychotherapeut OHNE Kassenzulassung aufgesucht werden, der zeitnah einen Therapieplatz vergeben kann. Über diesen wird dann die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten für die konkrete Behandlung nach § 13 Absatz 3 SGB V aufgefordert.

Dazu muss ein Antrag VOR Beginn der Psychotherapie vom Betroffenen selbst gestellt werden. Wenn die Kasse zunächst nur die Probesitzungen akzeptiert, muss ein weiterer Antrag für die reguläre Therapie gestellt werden. Für die beantwortung der Anträge hat die Krankenkasse jeweils drei Wochen Zeit, um darüber zu entscheiden. Ist eine gutachtliche Stellungnahme nötig, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen.

Wird dieser Antrag von der Kasse abgelehnt, kann vom Patienten Widerspruch eingelegt werden. Ein Musterschreiben dafür finden Sie auf den Seiten der BundesPsychotherapeutenkammer.

Weitere nützliche Tipps finden Sie auf der Internetpräsenz der Psychotherapeutenkammer NRW.

 

 

 
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