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Patienten bekommen mehr Entscheidungsfreiheit

Patienten bekommen mehr EntscheidungsfreiheitJeder spricht von den neuen Zahnersatzregelungen, die seit Januar 2005 gelten. Welche grundlegenden Änderungen damit für die Patienten verbunden sind, aber auch welche Chancen sich daraus eröffnen, erläutert Zahnarzt Dr. Karl-Heinz Sundmacher.

krankenkassenRATGEBER: Was ist das Neue an der neuen Zuschuss-Regelung?

Dr. Karl-Heinz Sundmacher: Bisher haben die gesetzlichen Krankenkassen prozentuale Zuschüsse in Abhängigkeit der Behandlungskosten gewährt. Allerdings waren einige höherwertige Behandlungen nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen aufgeführt. So mussten die Patienten beispielsweise das Einsetzen von Implantaten aus der eigenen Tasche bezahlen. Zu Jahresbeginn hat sich das Prinzip der Kostenübernahme geändert: Die Kassen gewähren jetzt einen so genannten befundorientierten Festzuschuss.

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Damit ist gemeint, dass sich der Zuschuss nicht mehr an den Kosten der jeweiligen Behandlung sondern am Befund des Patienten orientiert. Damit erhalten jetzt alle Versicherten für den gleichen Schaden den gleichen Zuschuss.

Der Befund richtet sich nach dem Zerstörungsgrad eines Zahnes, der Anzahl und Lage der fehlenden Zähne sowie dem Zustand des Restgebisses. Soll also zum Beispiel eine Lücke von drei Zähnen im Kiefer geschlossen werden, gibt es einen festgelegten Zuschuss für genau dieses Krankheitsbild.


Wer hat diese Regelungen ausgearbeitet?

In der Zahnmedizin gibt es viele verschiedene Befunde. Diese hat der „Gemeinsame Bundesausschuss“, ein Expertengremium aus Zahnärzten und Krankenkassenvertretern, katalogisiert, um anschließend die Zuschüsse fixieren zu können. Dabei wurden für jedes Krankheitsbild die durchschnittlichen Kosten einer ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung ermittelt. Diese so genannte „Regelversorgung“ bildet die Basis für die Berechnung der Zuschusshöhe. Außerdem lässt sich der Zuschuss durch regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen erhöhen.

Was bedeutet der befundorientierte Festzuschuss für den Patienten?

Er profitiert besonders dann von der neuen Regelung, wenn er Wert auf eine hochwertige Versorgung legt – denn die Kassen zahlen die Festbeträge jetzt unabhängig von der Art des Zahnersatzes. Fehlt dem Patienten beispielsweise ein Zahn erhält er einen bestimmten Betrag von seiner Kasse: egal, ob er eine Brücke, eine herausnehmbare Lösung oder ein Implantat wählt. Damit kann der Versicherte nun selbst entscheiden, welchen Eigenanteil am Zahnersatz er übernimmt. Bei einem Implantat muss der Patient natürlich mehr Geld beisteuern, aber er geht in keinem Fall mehr komplett leer aus.

Die Kassen bezuschussen demnach seit diesem Jahr auch Formen von Zahnersatz, bei denen sie zuvor keine Kosten übernommen haben?

Richtig. In den neuen Katalog wurde unter anderem ausdrücklich der implantatgestützte Zahnersatz aufgenommen. So tragen die gesetzlichen Kassen jetzt auch den für die Regelversorgung definierten Zuschuss für die Suprakonstruktion: den obersten Teil eines Implantats, die Krone, Brücke oder Prothese, welche auf der künstlichen Wurzel sitzt. Die Kosten solcher Maßnahmen mussten die Versicherten bislang in voller Höhe selbst tragen. Insofern bedeuten die neuen Regelungen mehr Flexibilität, da die Festzuschüsse nicht an eine bestimmte Behandlungsform gebunden ist. Und sie machen die Finanzierung des Zahnersatzes überschaubarer.

 

 
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