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Richtzenhain-Preis für translationale Krebsforschung vergeben05.06.2009, Krebsforschung soll dem Patienten dienen: Sie soll Wege zur Vorbeugung aufzeigen, Diagnosemethoden verfeinern oder neue Behandlungsansätze hervorbringen. Der Richtzenhain-Preis, den das Deutsche Krebsforschungszentrum alljährlich vergibt, zeichnet exzellente Wissenschaftler aus, deren Arbeit auf vorbildliche Weise Ergebnisse aus der Krebs-Grundlagenforschung in die Klinik übertragen. Diese Forderung erfüllen die beiden Preisträger 2008 im höchsten Maße: Professor Dr. Christopher Heeschen, ehemals Klinikum der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität, jetzt Spanish National Cancer Research Centre, Madrid, erforscht Krebs der Bauchspeicheldrüse, eine Erkrankung mit besonders ungünstiger Prognose. Ärzte suchen dringend nach neuen Therapien, da die heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten das Überleben der Patienten meist nur wenig verlängern. Christoper Heeschen wies in Tumoren der Bauchspeicheldrüse Tumorstammzellen nach, die besonders resistent gegenüber der gebräuchlichen Chemotherapie sind und daher kaum auf die Behandlung ansprechen. Zugleich identifizierte er eine Untergruppe dieser Krebsstammzellen, die die Fähigkeit hat, in umgebende Gewebe einzudringen und sich dort anzusiedeln. Der Forscher erkannte, dass allein diese Zellen die Gefährlichkeit eines Tumors ausmachen. Es gelang, diese Population experimentell auszuschalten, daraufhin bildete der Tumor bei unverändertem Wachstum keine Metastasen mehr. Heeschen sucht nun nach der spezifischen "Achillesferse", an der diese unheilbringende Zellpopulation wirkungsvoll angegriffen werden kann. Der zweite Richtzenhain-Preisträger ist Professor Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum Ulm. Seit seiner Promotion dreht sich Stilgenbauers Forschung um die chronisch lymphatische Leukämie (CLL), den häufigsten Blutkrebs beim Erwachsenen. Der Arzt und Wissenschaftler trug wesentlich dazu bei, dass die Erkrankten heute anhand spezifischer Veränderungen im Erbgut der Krebszellen unterschiedlichen Risikogruppen zugeordnet werden können. Bestimmte Erbgutverluste in den Leukämiezellen gehen etwa mit einem sehr ungünstigen Verlauf der Erkrankung einher. Ärzte können daran erkennen, welche ihrer Patienten eine besonders intensive Therapie benötigen. Die beiden Preisträger teilen sich das Preisgeld von 10.000 Euro.
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