19.05.2011, Bereits nächstes Jahr werden die Beiträge der privaten Krankenversicherungen vermutlich stark ansteigen. Ursache ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach Versicherer die Beiträge unabhängig vom Geschlecht kalkulieren müssen. Bis Ende 2012 müssen alle privaten Krankenversicherungen Unisex-Tarife eingeführt haben. Begründet wurde das Urteil mit der Tatsache, dass Frauen aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung im Schnitt höhere Beiträge zahlen mussten als Männer. Die Tarifänderung soll Gleichberechtigung schaffen: Das Geschlecht soll keine Relevanz auf die Beitragshöhe von Versicherten haben. Neuverträge werden in Zukunft ausschließlich mit Unisex-Tarif abgeschlossen. Bestehende Verträge jedoch werden der Neuregelung vermutlich nicht unterliegen.
Vor allem für Männer kann diese Tarifänderung bei der Krankenversicherung Nachteile haben. Denn statistisch gesehen verursachten Männer stets geringere Kosten als Frauen. Doch auch Frauen bleiben durch das Abschaffen der geschlechtsspezifischen Versicherungen keine Kosten erspart. Während Männer zukünftig für die Kranken- und die Rentenversicherung mehr zahlen müssen, werden Frauen vermutlich für die Kfz-Versicherung und den Todesfallschutz mehr zahlen als zuvor.