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Webcam statt Wartezimmer - Ambulante Krankenversorgung durch Video-Sprechstunden

17.02.2016,

Video Sprechstunden statt WartezimmerEin Schritt in die Zukunft: Wie aktuelle Studien zeigen, ist die Krankenversorgung weiterhin mit langen Warte- und Fahrzeiten verbunden. Der Ärztemangel im ländlichen Raum trägt sein Übriges zur chronischen medizinischen Unterversorgung bei. Als mögliche Alternative oder Ergänzung zur klassischen Sprechstunde des Arztes testen zwei gesetzliche Krankenkassen nun Video-Sprechstunden.

Wie soll die Zukunft der ambulanten Versorgung aussehen?

Über Plattformen wie Arztkonsultation.de, Patientus oder Dr.Ed sollen Patienten in Zukunft Kontakt mit ihrem Arzt aufnehmen können. Für die Sprechstunde via Internet benötigen die Anwender lediglich einen PC oder einen Laptop sowie eine Webcam – bei fast allen neuen Geräten inzwischen Standard. Die Datensicherheit soll durch separat verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindungen gewährleistet werden, also ohne zwischengeschaltete Server, von denen Daten unbefugt abgerufen werden könnten. "Somit hat auch Patientus keinen Zugriff auf die abgehaltenen Online Video-Sprechstunden", sagt Nicolas Schulwitz, Geschäftsführer von Patientus.

Wie finden Patienten die Idee?

Dazu hat die Bertelsmann Stiftung Experten und die Bevölkerung befragt, ob überhaupt das Interesse an einer neuen Behandlungsmethode besteht und wie diese aussehen könnte. Erste Erkenntnis: Der Bedarf ist vorhanden. 45 Prozent der knapp 1.600 Umfrageteilnehmer befürworten ein solches Angebot – ihre Antworten differenzieren sich jedoch. Nur 4 Prozent würden so häufig wie möglich Video-Sprechstunden nutzen, 12 Prozent des Öfteren und 29 Prozent eher selten. 37 Prozent der Befragten schließen eine solche Behandlungsmethode fast gänzlich aus. 84 Prozent der Bevölkerung wären grundsätzlich nicht bereit für eine Video-Sprechstunde zusätzlich zu bezahlen. Für eine Erstdiagnose bei schweren Erkrankungen bleibt das unmittelbare Gespräch in der Praxis ohnehin erste Wahl. Letzteres sehen Ärzte genauso.

Was sagen die Ärzte?

Diese sehen keinen deutlichen Nutzen, da herkömmliche Methoden noch gut funktionieren. „Voraussetzung ist, dass man die Patienten bereits gut kennt. Video-Konsultationen ersetzen keine Erstdiagnostik oder Anamnese“, sagt Dr. Ludger Iske, der das Verfahren bereits in seiner Praxis nutzt. Dies ist auch wichtig, damit das Fernbehandlungsverbot nicht verletzt oder umschifft wird, welches Ärzten verbietet, Patienten ausschließlich über Print- und Kommunikationsmittel zu behandeln. Zudem zeigten Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie, dass nach Video-Sprechstunden häufiger Breitbandantibiotika verordnet wurden, als dies nach unmittelbaren Kontakt mit dem Arzt geschah. Als Bedingung für eine Video-Konsultation gilt, dass der Patient vorher umfassend untersucht wurde. Anhand der Ergebnisse entscheidet dann der behandelnde Arzt, ob das Angebot einer Online-Sprechstunde überhaupt sinnvoll ist.

Was unternehmen die Krankenkassen?

Die AOK Nordost bietet als bisher einzige Krankenkasse eine Online-Sprechstunde für Psychotherapie-Patienten in Berlin-Wedding an. Das Programm startete am kasseneigenen Institut für psychogene Erkrankungen im Centrum für Gesundheit (CfG).
„Gerade in der psychotherapeutischen Betreuung von Patienten ist es wichtig, dass die Betroffenen schnell und unkompliziert ihren Arzt konsultieren können – ohne lange Wartezeiten oder weite Anfahrtswege“, sagt Rainer Schmidt, Leiter des CfG. Zudem komme das Angebot nicht nur Versicherten in der Hauptstadt, sondern auch Versicherten in den Flächenländern zugute, so Schmidt weiter.
 
Seit September des vergangenen Jahres testet die Techniker Krankenkasse die Plattform Patientus. Über diese können Patienten, nach vorheriger persönlicher Konsultation, niedergelassene Hautärzte per Video kontaktieren. "Wenn der Patient einmal in meiner Praxis war, reichen zur Nachkontrolle oft ein kurzer Blick und ein kurzes Gespräch - dafür muss sich künftig kein Patient mehr auf den Weg in meine Praxis machen", sagt Dr. Klaus Strömer, Hautarzt und zugleich Präsident des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.der-digitale-patient.de

Foto: RainerSturm / pixelio.de




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