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Konfusion bei der Krebsfrüherkennung

23.10.2009, Mehr als 150.000 Menschen erkranken jedes Jahr an Hautkrebs. Die Krankenkassen fördern deshalb die Früherkennung in Form kostenloser Vorsorge. Doch Anrufe der Verbraucherzentrale NRW in 175 Hautarztpraxen zeigen: Knapp ein Drittel vergibt keine oder unzumutbare Termine, verweigert gar die Gratisleistung. Ein weiteres Drittel fordert eine Überweisung oder Praxisgebühr. Viele prangern die Checks als unzureichend an: um Zusatzleistungen zu verkaufen. Der Anspruch ist eindeutig verbrieft. Gesetzlich Krankenversicherten steht ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Früherkennungsuntersuchung zu, das so genannte Hautkrebs-Screening. Der Patient kann entweder einen eigens geschulten Haus- oder einen Hautarzt konsultieren. Der Doktor nimmt ihn vom Kopf bis zu den Fußsohlen in Augenschein. Mund und Genitalbereich sollten dabei nicht ausgespart werden. Auch ein Gespräch über Vorerkrankungen zählt zum Check.

Ebenso wichtig das Wissen: Sämtliche Kosten für das Screening übernehmen die Krankenkassen. Abgerechnet wird über die Versichertenkarte. Patienten brauchen weder eine Überweisung noch müssen sie Praxisgebühr zahlen. Das ist die reine Theorie. Doch in der Praxis sieht es oft anders aus. Das zeigt ein Check der Verbraucherzentrale NRW. Bei insgesamt 175 Hautärzten (davon 100 in NRW und 75 in den übrigen Bundesländern) fragte sie telefonisch nach einem Termin und den Konditionen für die Früherkennungsuntersuchung. Der Anrufer gab sich stets als 39-jähriger Mann aus, gesetzlich versichert bei einer großen Ersatzkasse.

Das Ergebnis: Nahezu jede fünfte Arzthelferin war nicht in der Lage, einen Termin binnen der nächsten zwei Monate zu benennen, im Extremfall sollte der Anrufer gar sechs Monate warten. Andere Praxen "nehmen keine neuen Patienten auf". Jede achte Hautarztpraxis verneinte die Kostenübernahme des Screening durch die Krankenkassen. Patienten sollten dafür, stets bei Ärzten mit Kassenzulassung, zwischen 13 und 58 Euro zahlen. "Je nach Aufwand" hieß es vage in einer Praxis im Sauerland.


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