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Mechanismus für die Entstehung von Blutzellen endgültig entschlüsselt

02.04.2009, Ein Wissenschaftlerteam um Dr. Timm Schroeder vom Helmholtz Zentrum München hat die Existenz eines Blut bildenden Endothels bewiesen. Damit wird die bislang ungeklärte Frage beantwortet, wie in der Embryonalentwicklung Blutzellen entstehen. Blutzellen können so in Zukunft im Labor zielgerichteter erzeugt werden. Damit leisten die jüngsten Erkenntnisse einen wichtigen Beitrag für zukünftige klinische Therapieansätze. Die Untersuchung wurde im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature publiziert und wird ein zentrales Thema auf dem von 2. bis 4. April in München stattfindenden internationalen Fachkongress über molekulare Mechanismen der Blutbildung sein.

Vom 2. bis 4. April werden auf dem internationalen Kongress "Molecular Mechanisms of Normal and Malignant Hematopoiesis" in München molekulare Mechanismen der Blutbildung (Hämatopoese) präsentiert. Eine Frage, die Wissenschaftler seit Jahrzehnten beschäftigte, konnte nun gelöst werden: Wie entstehen genau die ersten Blutzellen im Embryo? Dr. Timm Schroeder, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Stammzellforschung des Helmholtz Zentrums München, fand zusammen mit seinen Kollegen heraus, dass es eine besondere Art von Endothelzellen gibt, die sich in Blutzellen verwandeln können. Endothelzellen kleiden Blutgefäße von innen aus.

Dr. Timm Schroeder erläutert: "Der Prozess, bei dem Blutzellen entstehen, ist äußerst schwierig zu untersuchen: Er findet nur für kurze Zeit und im Verborgenen während der Embryonalentwicklung im Mutterleib statt."

Zunächst mussten die Wissenschaftler die technischen Voraussetzungen schaffen, um über einen längeren Zeitraum die Verwandlung von Endothel- in Blutzellen kontinuierlich auf Einzelzellebene beobachten zu können. Schroeder und seine Kollegen entwickelten dazu neue Bioimaging-Verfahren, mit denen das Verhalten vieler einzelner Zellen aufgenommen und beobachtet werden kann. Sie kombinierten dafür optimierte Mikroskopie-, Inkubations- und Bildaufnahmeverfahren sowie neu entwickelte Computerprogramme zur Einzelzellverfolgung in Zeitrafferfilmen mit komplexen Methoden der Zellreinigung und Zellkultur. So konnten die Wissenschaftler das Verhalten vieler differenzierender, mesodermaler Zellen über einen Zeitraum von bis zu einer Woche beobachten.


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