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Zweitmeinungs-Plattform für Operationen in der Kritik

17.08.2011,

Um überflüssige Operationen zu vermeiden, hat eine Gruppe von Chirurgen eine Internetplattform ins Leben gerufen, auf der man kostenpflichtig eine zweite Meinung zu seiner anstehenden Operation einholen kann. Doch die Plattform, die den Namen „Vorsicht! Operation“ trägt, stößt nun auf Kritik. Vor allem der Bundesverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) halten das Portal für bedenkenswert.

Gebühren für virtuelle Zweitmeinung sind bedenklich hoch

Dr. Andreas Gassen, Vizepräsident des BVOU, hält es für problematisch, dass die Gutachter ihre Zweitmeinung erstellen ohne den Patienten tatsächlich gesehen zu haben. Denn auf dem virtuellen Portal wird die Zweitmeinung vor allem anhand der zugesandten technischen Unterlagen erstellt. Zudem merkt er an, dass die Gebühren von 200 bis 600 Euro bedenklich hoch sind im Vergleich zu der Tatsache, dass ein Orthopäde bei Privatpatienten beispielsweise etwa 21 Euro für eine Untersuchung mit Beratung abrechnet. Zudem habe jeder Patient in Deutschland das Recht auf eine freie Arztwahl und könne sich jederzeit eine zweite Meinung einholen, so Andreas Gassen.

Persönliche Untersuchung ist nicht zu ersetzen

Auch der Vorsitzende des BNC, Dr. Dieter Haack, hält eine persönliche Untersuchung für die Bildung einer Zweitmeinung für unausweichlich. Eine Befragung per Internet und die Auswertung der Daten wird die persönliche Konsultation beim Arzt nie ersetzen können. Die Überlegung, wie Patienten ohne lange Wartezeiten an eine Zweitmeinung kommen können, hält der Berufsverband jedoch für wichtig. Demnach sollte in Erwägung gezogen werden, ob die Berufsverbände zusammen mit den Krankenkasse nicht einen lokalen Pool von Fachärzten zusammenstellen, der den Patienten insbesondere für Zweitmeinungen zur Verfügung steht. Allerdings sollte diese Zweitmeinung dann auch von den Kassen in angemessener Art und Weise zusätzlich vergütet werden.




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