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Schwerer Vorwurf: Ärzte vernachlässigen Patienten in Pflegeheimen10.02.2012, 800000 Menschen leben in Deutschland bereits in Pflegeheimen – ihre medizinische Betreuung ist scheinbar unzureichend. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen erhebt schwere Vorwürfe: Niedergelassenen Medizinern würden sich zu wenig um pflegebedürftige Patienten kümmern. Nach Aussage des Verbandsvorstands Gernot Kiefer in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel missachten die kassenärztlichen Vereinigungen hier ihren Sicherstellungsauftrag. Das Problem sei „nicht das Honorar, sondern die mangelnde Konsequenz der Funktionäre, die Versorgung in Heimen zu organisieren“, so Gernot Kiefer weiter. Doch der Spitzenverband steht mit dieser Meinung nicht allein dar. Auch vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste kommt Kritik: Wie der Geschäftsführer Herbert Mauel sagte, seien die Pflegebedürftigen für Ärzte zunehmend aus dem Blick geraten. Insbesondere bei Fachärzten sei es enorm schwierig, sie zu einem Besuch im Pflegeheim zu bewegen. Ärzte und Zahnärzte hätten in jüngster Zeit erhebliche Honorarzuwächse erhalten, erinnert Kiefer im Tagesspiegel. Seiner Meinung nach, sei es „ein Skandal, dass sie trotzdem nicht bereit sind, die Versorgung in Pflegeheimen sicherzustellen.“ Es gäbe Fälle, „dass Mediziner einmal pro Quartal auftauchen, die Versichertenkarten der Bewohner durchziehen und ihre Grundpauschale abrechnen – ohne tatsächlich notwendige Leistungen zu erbringen“. Ein schwerer Vorwurf, der von Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zurückgewiesen wird. Alles andere als untätig: Wie Vorstandschef Andreas Köhler gegenüber dem Tagesspiegel sagte, habe man zahlreiche Aktivitäten gestartet, um die Betreuung von Patienten in Pflegeheimen zu verbessern. So seien auch Versorgungsaufträge mit einzelnen Kassen abgeschlossen worden.
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