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Leuchtturmprojekt Gesundes Kinzigtal zeigt erste Erfolge

17.05.2009, Das südbadische Integrierte Vollversorgungsmodell Gesundes Kinzigtal zeigt nach einer Auswertung der ersten zwei Jahre Laufzeit bereits jetzt überraschend große medizinische und wirtschaftliche Erfolge. Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer der Managementgesellschaft Gesundes Kinzigtal GmbH und Vorstand der an dem Projekt beteiligten OptiMedis AG: „Wir sind auf unserem Weg, durch Prävention, frühzeitiges Eingreifen und die enge Vernetzung aller Beteiligten die Versorgung effizienter zu machen und Krankheiten zu verhindern bzw. zu lindern, ein ganzes Stück weiter gekommen.“ Dies zeigen zum einen die ersten Auswertungen der Gesundheitsprogramme, in die sich die Versicherten einschreiben können, zum anderen die Einsparungen für die Krankenkassen für das Jahr 2007.

Dr. Rolf Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, freut sich, dass das Gesunde Kinzigtal zu den wenigen erfolgreichen Integrierten Versorgungsprojekten in Deutschland gehört: „Wir sind davon überzeugt, dass sich die dortigen Investitionen in die Gesundheit unserer Versicherten lohnen. Es geht um ein effizientes und abgestimmtes Krankheitsmanagement für unsere Versicherten, gefördert durch die besonders enge Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und sonstigen Leistungspartnern im Gesundheitswesen. Dass dieser Weg richtig ist, zeigen uns die aktuellen Auswertungen“, betont Hoberg. Die erzielten Einsparungen will die AOK wiederum in die Versorgung ihrer Versicherten investieren.

Erste medizinische und wirtschaftliche Erfolge

Neben den zurzeit noch nicht berechneten Ergebnissen der übrigen 23 Gesundheitsprojekte vom Gesunden Kinzigtal hat entsprechend der Auswertung das Programm „AGiL“ (Aktive Gesundheitsförderung im Alter), das durch Schulungen und individuelle Beratung Krankheit, Behinderung und somit auch Pflegebedürftigkeit im hohen Alter verhindern bzw. hinauszögern will, einen positiven Effekt. Bei den Teilnehmern tritt sehr viel seltener eine Pflegebedürftigkeit auf als bei der Vergleichsgruppe: Von 254 AGiL-Teilnehmern wurden zwischen dem 3. Quartal 2006 und dem 2. Quartal 2008 nur 0,4 Prozent pflegebedürftig, bekamen also die Pflegestufe 1, 2 oder 3. In der Vergleichsgruppe bekamen fast 3,5 Prozent eine Pflegestufe. Auch die Sterberate ist bei den AGiL-Teilnehmern den Ergebnissen zufolge geringer: Von ihnen ist in dem Zeitraum niemand verstorben, in der Vergleichsgruppe gab es dagegen zirka 2 Prozent Todesfälle. Hildebrandt erläutert: „Das ist gerade deshalb erstaunlich, weil die AGiL-Teilnehmer gegenüber der Vergleichsgruppe kränker sind.“ Weitere Ergebnisse – auch für die anderen Gesundheitsprogramme – werden die nächsten Auswertungen und die begleitenden Evaluationen unter anderem der Abteilung für Medizinische Soziologie der Universität Freiburg zeigen.

Auch die wirtschaftliche Zwischenbilanz des Vertrages zwischen der Gesundes Kinzigtal GmbH und der AOK Baden-Württemberg kann sich sehen lassen: Die tatsächlichen Kosten aller Versicherten im Kinzigtal waren für das zweite Halbjahr 2007 gegenüber den eigentlich zu erwartenden Kosten um 3,38 Prozent niedriger. Konkret haben die AOK Baden-Württemberg und die Gesundes Kinzigtal GmbH mit dem Projekt damit schon allein für den Halbjahreszeitraum 930.535 Euro eingespart. Gegenüber einer Vergleichsregion hat sich der Deckungsbeitrag sogar um 5,14 Prozent verbessert. Bereits für das Abrechnungsjahr 2008 wird erwartet, dass die Einsparungen über den in 2008 geleisteten Investitionsaufwänden von AOK und Gesundes Kinzigtal liegen. Hildebrandt führt die Einsparungen darauf zurück, dass sich offensichtlich durch die intensiven Vorarbeiten in der Gruppe der Ärzte schon Veränderungen in den Arzt-Patienten-Beziehungen ergeben haben. „Wir gehen davon aus, dass die Zielvereinbarungen doch schon erste Wirkungen zeigen und auch die Programme schon einen positiven Effekt entfalten, wie es das Beispiel AGiL zeigt.“


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