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Kassen lehnen Arzneimittelversorgungs-Modell konsequent ab

20.10.2011,

Das von der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker (ABDA) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) erarbeitete Modell für eine sichere Arzneimittelversorgung, stößt bei den Krankenkassen weiter auf Kritik. Das Modell sieht vor, dass der Arzt auf Basis eines Medikationskataloges einen Wirkstoff verordnet. Anschließend wählt der Apotheker das richtige Präparat aus. Zudem erhält der Patient einen ausführlichen Medikationsplan.

Dieses Konzept soll nun im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes getestet werden. Eine Modellregion soll exemplarisch zeigen, welche Vor- und Nachteile das neue Konzept im Bezug auf die Arzneimittelversorgung birgt. Kommt es über das Pilotprojekt zu keiner Einigung unter den Beteiligten, soll eine Schiedsstelle entscheiden. Diese setzt sich zu gleichen Teilen aus Krankenkassenvertretern, Ärzten und Apothekern zusammen. Der Vizevorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, sieht dies als Versuch die Krankenkassen zur Teilnahme an dem Modellversuch zu zwingen. Die Tatsache, dass ein solches Projekt immer auf allseitiger Freiwilligkeit beruhen müsse, sei demnach nicht gegeben.

Rausgeschmissenes Geld oder Einsparung in Milliardenhöhe?

Generell äußerte sich Johann-Magnus von Stackelberg sehr kritisch im Bezug auf das Modell von ABDA und KBV. Seiner Meinung nach ist es rausgeschmissenes Geld, da das Modell Regelungen vorsehe, die bereits heute erlaubt seien. Demnach kann er auch nicht nachvollziehen, was erprobt werden soll. Prognostizierte Einsparungen durch das neue Modell von bis zu 2,8 Milliarden Euro hält er zudem für unwahrscheinlich. Er sieht vielmehr die negativen Folgen: Vor allem die Rabattverträge sind seiner Meinung nach in Gefahr. Es scheint so, als könnte nur eine ausführliche Studie über das Einsparpotenzial die Seiten beschwichtigen. Zudem bleibt abzuwarten, welchen Verlauf das Pilotprojekt nimmt und ob die Schiedsstelle schlussendlich über das Modell entscheiden muss. Ein Zusammentreffen, das die Diskussion sicherlich noch einmal verschärfen würden.




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