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Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht Medizin-Versorgung in Gefahr

18.05.2009, Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sieht eine Gefahr für die flächendeckende medizinische Versorgung in Deutschland, weil immer mehr Kassen und Ärztegruppen eigene Behandlungsverträge schließen. „Obwohl sich alle darauf verlassen, wird das Sicherheitsnetz der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) immer weiter durchlöchert“, sagte KBV-Chef Andreas Köhler der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag. Seine Organisation werde daher zu Beginn des Ärztetags kommende Woche in Mainz die Politik zu einem klaren Bekenntnis für das KV-System und den sogenannten Kollektivvertrag auffordern.

Der Kollektivvertrag zwischen Ärzten und Krankenkassen ist ein Kernelement der medizinischen Versorgung in Deutschland. Er regelt die Honorierungder niedergelassenen Ärzte  zwischen KBV und ihren regionalen Ablegern (KV) und den Krankenkassen. Das System gilt als Voraussetzung dafür, dass jeder Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung seinen Arzt gegen Vorlage seiner Versichertenkarte frei aussuchen kann. Die Abrechnung übernehmen dann KV und Kassen. Die KV ist außerdem für ein ausreichendes Angebot an Arztpraxen und Notfalldiensten verantwortlich.

Köhler hält vor allem die ausreichende Versorgung für gefährdet, weil den Kassenverbänden durch die Direktverträge die Grundlage für ihre Arbeit entzogen werde. „Schon jetzt klaffen in unserem Sicherheitsnetz zwei riesige Löcher, das sind die Hausarztverträge in Baden-Württemberg und Bayern“, betonte er. In beiden Ländern hat die AOK einen Honorarvertrag mit den Hausärzten abgeschlossen, der für die Mediziner lukrativer ist als der Kollektivvertrag. Den Kassen ist gesetzlich vorgeschrieben, bis zum Sommer solche Hausarztverträge abzuschließen.

Köhler appellierte an die Politik, diese Vorgaben zu überdenken. „Allen muss klar werden, dass das Netz nicht mehr funktioniert, wenn die tragfähigsten Stücke herausgeschnitten werden“, sagte er.




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