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„Wir wollen die Ursachen von Krankheiten heilen“

In unserem Interview stellen wir die Marburger Tagesklinik für Naturheilkunde vor. Im Gespräch mit Dr. Bernhard Weber, dem Geschäftsführer, zeigt sich, welche Möglichkeiten die Naturheilkunde bietet, aber auch vor welchen Schwierigkeiten sie noch immer steht. 

krankenkassenRATGEBER: Sehr geehrter Herr Dr. Weber, können Sie sich und Ihre Klinik unseren Lesern in kurzen Worten bitte vorstellen. Welches Konzept und welche Philosophie verfolgen Sie?

Dr. Bernhard Weber: Wir sind eine kleine privatärztliche Tagesklinik in Marburg. Unsere Patienten sind zu 85 bis 90% gesetzlich Krankenversicherte, die sich trotz der für sie hohen Kosten an uns wenden. In unserer Praxis setzen wir ein Diagnoseverfahren ein, mit dem mittels Akupunktur und Computertechnik nicht nur Krankheiten behandelt, sondern auch erkannt werden. Wir können so feststellen, welche Organe erkrankt sind und wo genau die Ursache sitzt. Dabei greifen wir auf die Elektroakupunkturnach Voll zurück. Hinzu kommen eigene Forschungsprojekte, die man sich auf unserer Homepageunter dem Link „Studien“ ansehen kann (www.naturmednet.de). Wir behandeln auch Migränepatienten und Amalgamgeschädigte mit Elektroakupunktur.Ganz aktuell versuchen wir auch neue Methoden in der Krebstherapie einzusetzen, zum Beispiel die lokale Erwärmung von Tumoren mit Fiebertherapie oder die Elektro-Carzinom-Therapie (ECT/ Galvanotherapie).
Unser Hauptanliegen ist es, das Wissen aus der chinesischen Medizin in diewestliche Medizin zu integrieren.

Welche Vorteile hat die Naturheilkunde aus Ihrer Sicht gegenüber der Schulmedizin?

Die Schulmedizin behandelt in den meisten Fällen nur die Symptome. Nach den wahren Hintergründen einer Krankheit wird selten geforscht. Das geschieht zum einen aus Zeitmangel, aber auch wegen fehlender finanzieller Mittel.
In der Naturheilkunde versuchen wir die Ursachen einer Regulationsstörung (Erkrankung) zu erkennen und zu beheben. Das ist vor allem bei chronischen Krankheiten von großer Bedeutung. Die Leiden von chronisch Kranken, zum Beispiel Migräne-, Rheuma- oder Allergiepatienten, können so beseitigt werden.

Welches sind die wirkungsvollsten Einsatzgebiete für die Naturheilkunde?

Wie bereits gesagt, profitieren vor allem chronisch Kranke von der Naturheilkunde. Doch auch bei akuten Erkrankungen ist die Naturmedizin wirksam. Hier hat sie den Vorteil, weniger aggressiv zu sein.

Noch immer steht die Naturheilkunde einer verbreiteten Skepsis gegenüber. Mit welchen positiven Argumenten begegnen Sie dieser?

Zuallererst natürlich durch die Ausweitung der Forschung auf diesem Gebiet. Positive Forschungsergebnisse sind die beste Reklame. Und dann müssen wir versuchen mehr Öffentlichkeitsarbeit für unser Fachgebiet zu machen. Das ist bei der Konkurrenz großer Pharmakonzerne, die ihre Produkte mit Millionen bewerben und in engem Kontakt mit der Politik und den Krankenkassen stehen, ein schwieriges Unterfangen. Da herrscht ein mangelnder Dialog und begrenzter Respekt. Die positiven Seiten der Naturheilkunde müssen am besten an die Betroffenen direkt herangetragen werden, zum Beispiel die guten Ergebnisse, die es in der Krebstherapie und bei chronisch Kranken gibt.

Die Krankenkassen übernehmen Kosten für die Behandlung mit alternativen Methoden noch immer sehr selten. Wie sehen Sie da die zukünftige Entwicklung? Wird die Naturheilkunde in absehbarer Zeit der Schulmedizingleichgestellt werden?

Wie erwähnt, ist der Gegenwind sowohl von den Lobbyisten, als auch vom Gesetzgeber scharf. Doch ich hoffe hier auf die Wirkung der Marktmechanismen. Für die Naturheilkunde wäre ein freierer Markt im Gesundheitswesen wünschenswert. Die jetzigen Regelungen lassen keinen fairen Wettbewerb zu, der letztlich zu einer Auslese der besten und preiswertesten, verträglicheren Therapien führen würde. Natürliche Heilmethoden sind langfristig betrachtet auf vielen Gebieten eine Alternative, das müssen auch die Krankenkassen registrieren, zumal sie ja zurzeit unter einem erheblichen Kostendruck stehen.

Das Interview führte Stefanie Schöber für den krankenkassenratgeber 02/2005.

 

 

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Naturheilkunde„Wir wollen die Ursachen von Krankheiten heilen“  15:58    09.02.2012