Deutschland ist nach den USA und Japan das Land mit dem größten Generika-Anteil auf der Welt. Mehr als die Hälfte der Medikamente die heute verschrieben werden, sind bereits Generika.
Vor zehn Jahren sah dies noch ganz anders aus. Da waren es erst rund 30 Prozent. Die Tendenz ist seitdem stark steigend. Schaut man sich die Zahlen für den Markt der patentfreien Arzneimittel an, so ist der Anteil an Generika noch höher. Im vergangenen Jahr belief er sich auf etwa 80 Prozent. Hat ein Arzt die Möglichkeit, sich zwischen dem Originalmedikament und einem preiswerteren, aber qualitativ gleichwertigen Generikum zu entscheiden, so wählt er in rund vier von fünf Fällen ein Generikum. Und auch wenn der Arzt sich für das teurere Originalpräparat entscheidet, so kann unter bestimmten Voraussetzungen noch immer der Apotheker das verordnete Medikament gegen ein günstigeres austauschen. Diese so genannte Aut-idem-Regelung gilt für Arzneimittel mit gleichen Wirkstoffen in der gesetzlichen Krankenversicherung Generika bedeuten eine große Einsparung für das deutsche Gesundheitssystem. So beliefen sich im Jahr 2007 die die durch Verordnungen von Generika erzielten Einsparungen für das deutsche Gesundheitswesen auf über 6,5 Milliarden Euro. Somit kann man sagen, dass Generika für die medizinische Versorgung und für die Funktionsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung unverzichtbar geworden sind. Heute gibt es für fast alle Therapiebereiche Generika. Bei rezeptpflichtigen Medikamenten sind weit über 100 verschiedene Generika auf dem Markt erhältlich. Auch bei rezeptfreien Arzneien zur Selbstbehandlung gibt es eine Vielzahl an Generika. Dem finanziell überlasteten Gesundheitswesen bieten Generika sogar eine neue Perspektive: Mit Generika lässt sich viel Geld sparen, das wiederum gezielt für die Erforschung neuer Wirkstoffe eingesetzt werden kann. Wie wichtig Generika in Deutschland sind, das hat eine Studie der Fachhochschule Ingolstadt herausgefunden. Ein zentrales Ergebnis dabei: Mit Generika haben die Gesetzlichen Krankenkassen 2004 rund 2,8 Milliarden Euro gespart. Bei einem konsequenten Einsatz von Generika hätten es sogar noch 1,1 Milliarde Euro mehr sein können Ein Bereich, in dem Generika noch eine geringere Rolle spielen, sind Krankenhäuser. Dies liegt daran, dass hier oft sehr teure Medikamente zum Einsatz kommen, etwa gentechnologisch hergestellte Substanzen oder spezielle Antibiotika. Von diesen Medikamenten werden auch große Mengen benötigt, die in der ambulanten Praxis kaum eine Rolle spielen. Oft kommt es auch vor, dass die Apotheken von Krankenhäuern die Originalpräparate zu Preisen erhalten, die ähnlich hoch sind wie bei einem Generikum. |