Das deutsche Gesundheitssystem ist in permanenter Finanznot. Einer der Hauptgründe hierfür ist etwa, dass die Bevölkerung immer älter wird und somit mehr Behandlungskosten für mehr Menschen entstehen. Es gibt aber Möglichkeiten, Geld einzusparen. Etwa bei den Medikamenten.
Diese sind wichtig für jeden Menschen, doch oft sehr teuer. Eine Möglichkeit, wie man doch Medikamente benutzen kann und es den Geldbeutel nicht so belastet, sind Generika. Bringt ein Pharmakonzern ein neues Medikament auf den Markt, so ist dieses zunächst patentgeschützt. Das heißt, der Erstanbieter genießt vollständige Exklusivität und das Unternehmen muss praktisch keine anderen Wettbewerber fürchten und kann somit hohe Preise verlangen können. Niemand darf das Medikament kopieren, da der Pharmakonzern viel Geld in die Forschung und Entwicklung gesteckt hat. Nach bis zu 25 Jahren verfällt aber der Patentschutz und es darf ein Medikament erstellt werden, das dem Ausgangsarzneimittel sehr ähnlich ist. Nach Ablauf der Schutzfrist kann der Arzneimittelwirkstoff lizenzfrei von jedem „Zweitanbieter" produziert werden. Dies nennt man nun ein Generikum. Das Europäische definiert ein Generikum als „ein Arzneimittel das die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung aus Wirkstoffen und die gleiche Darreichungsform wie das Referenzarzneimittel aufweist und dessen Bioäquivalenz mit dem Referenzarzneimittel durch geeignete Bioverfügbarkeitsstudien nachgewiesen wurde." Die Generika unterscheiden sich vom Originalprodukt durch die Galenik, also durch das Zubereitungsverfahren, die Formgebung und die Verwendung von Hilfsstoffen wie z. B. Farbstoffen. Das Generikum ist hinsichtlich der Bioverfügbarkeit, d. h. Geschwindigkeit und Ausmaß der Arzneimittelwirkung im Körper, dem Originalpräparat gleichwertig. Zu vielen Wirkstoffen gibt es neben dem früher patentgeschützten Referenzprodukt mittlerweile zahlreiche generische Arzneimittel. Für das Generikum entfallen nun die Kosten für die Forschung zum Großteil. Somit ist es möglich, das Medikament kostengünstiger zuzulassen und herzustellen. Oft sind die Generika aber keine reinen Nachahmerprodukte, sondern einige Pharmafirmen legen großen Wert auf die Weiterentwicklung der Präparate hinsichtlich verbesserter Darreichungsformen, besserer Freisetzungsprofile oder einer praxisgerechteren Dosierung. So kann es vorkommen, dass ein kostengünstiges Generikum durchaus mehr bietet als das das Referenzpräparat. |