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Krankenkassen im Test: Was verändert sich nach einer Fusion?

ImageImmer mehr gesetzliche Krankenkassen fusionieren. So auch die Krankenkassen Vereinigte IKK und IKK classic im August dieses Jahres. Doch welche Vor- und Nachteile hat eine derartige Fusion für die Versicherten? Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ erklärt in der aktuellen Ausgabe am Beispiel der Fusion zur neuen IKK classic, was sich für die Versicherten verändern kann. Trotz neuer Geschäftsstellen und zusätzlichen Extraleistungen: Die Fusion kann für einige Versicherten auch einen Einschnitt bedeuten.

Der Trend zur Fusion scheint im Gesundheitswesen aktuell unaufhaltsam: Immer mehr Krankenkassen schließen sich zusammen. Sei es aufgrund des zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen und daraus resultierenden finanziellen Problemen oder aufgrund der Tatsache, dass den Versicherten so zum Teil ein größeres Leistungsspektrum angeboten werden kann – im Endeffekt erhoffen sich die Krankenkassen von einer Fusion, dass sie ihre Position auf dem Kassenmarkt verbessern und so mehr Mitglieder für sich gewinnen können.

Auch die Krankenkassen Vereinigte IKK und IKK classic haben sich im August 2011 zur neuen IKK classic zusammengeschlossen und sich somit für eine gemeinsame Zukunft entschieden. Doch welche Vor- und Nachteil ergeben sich für Versicherte nach einer Kassenfusion? Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ erklärt in ihrer aktuellen Oktoberausgabe am Beispiel der Fusion zur IKK classic, was sich für die Versicherten ändert – und was nicht.

Dank Fusion kein Zusatzbeitrag bis 2012

Einige Monate vor der Fusion hatte die Vereinigte IKK einen Zusatzbeitrag von monatlich 8 Euro beschlossen. Doch Dank der Fusion können die Versicherten nun aufatmen. Vorerst müssen sie den Zusatzbeitrag nicht zahlen. Besser noch: Ihre Kasse kann nun sogar die Garantie geben, dass bis 2012 kein Zusatzbeitrag erhoben wird. Grund: Die neue IKK classic ist mit insgesamt 3,6 Millionen Versicherten die Nummer sechs unter den gesetzlichen Krankenkassen und nach dem Zusammenschluss finanziell momentan sehr gut aufgestellt.

Für die meisten Versicherten verläuft eine Fusion der jeweiligen Krankenkasse ohne weitere Probleme und ohne großen, eigenen Aufwand. Die Chipkarten der Vereinigten IKK behalten so etwa weiterhin ihre Gültigkeit. Zudem werden Arbeitgeber, Rentenversicherung oder das Arbeitsamt automatisch über den Zusammenschluss informiert. Auch der Versicherungsschutz ist ohne Unterbrechung gewährleistet. Dennoch gibt es, wie das Verbrauchermagazin feststellt, einige Veränderungen für die Kunden beider Kassen – einige zum Vorteil, andere zum Nachteil.

Besser: Mehr Geschäftsstellen und Erstattung homöopathischer Leistungen

Insbesondere für die ehemaligen Versicherten der Vereinigten IKK hat die Fusion einige Vorteile. So können sie künftig etwa auch homöopathische Behandlungen bundesweit bei Vertragsärzten mit entsprechender Zusatzqualifikation in Anspruch nehmen. Bislang hat ihre alte Kasse diese Zusatzleistung nicht angeboten. Die IKK classic kommt bei allen Versicherten für die Erst- und Folgegespräche auf. Zusätzliches Bonbon: Durch den Zusammenschluss gibt es etwa doppelt so viele Anlaufstellen wie vor der Fusion. Vor allem Versicherte, die auf eine persönliche Beratung bei ihrer Kasse Wert legen, profitieren so von dem Zusammenschluss.

Schlechter: Gesundheitskurs und Haushaltshilfen

Allerdings kann die Fusion, nach Angaben des Finanztests, auch Nachteile für die Versicherten haben. Jedoch sind davon nur jeweils bestimmte Personengruppen betroffen. Schlechter für die Versicherten der ehemaligen Vereinigten IKK: Für die Teilnahme an Gesundheitskursen bei zertifizierten Anbietern gibt es etwas weniger Zuschüsse – die neue IKK classic zahlt für maximal zwei Kurse je 75 Euro. Die Vereinigte IKK hatte sich dagegen mit je 90 Euro an zwei Kursen beteiligt. Ein herber Einschnitt für die Versicherten der alten IKK classic seien dagegen die neuen Regelungen für eine Haushaltshilfe. Werden Personen, die einen Haushalt führen, schwer krank, zahlt die Kasse die Haushaltshilfe jetzt nur noch für maximal 28 Tage im Jahr je Krankheitsfall. Die alte IKK classic übernahm die Kosten, wenn in dem Haushalt ein Kind unter 14 Jahren lebt, für insgesamt 182 Tage.

Wer besonderen Wert auf Extras legt, die nach der Fusion nicht mehr oder nur eingeschränkt vorhanden sind, hat nur eine Wahl: Er muss sich eine andere Kasse suchen, die die bevorzugten Punkte wieder erfüllt. Versicherte sollten dabei jedoch ihre Entscheidung genau überdenken. Denn wie der Finanztest richtigerweise anmerkt, sollte man die Kasse nicht vorschnell kündigen, sondern sich ausreichend informieren. Versicherte sollten nicht sofort ihre Kasse wechseln, wenn ein Zusammenschluss angekündigt wird. Der richtige Weg ist es abzuwarten, was die neue Kasse zu bieten hat und welche Leistungen wegfallen oder möglicherweise sogar hinzukommen. Zudem ist zu beachten, dass allein aufgrund der Fusion kein Sonderkündigungsrecht besteht – nur wenn die Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt oder diesen erhöht.

Weitere Testergebnisse sind in der aktuellen Oktoberausgabe der “Stiftung Warentest” nachzulesen.

 

 
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 07:07    28.05.2018