Die Diphtherie ( Echter Krupp ) ist eine akute Infektion der oberen Atemwege, die durch Tröpfcheninfektion sehr leicht übertragen wird und daher äußerst ansteckend ist. Diese im Volksmund auch als Rachenbräune bekannte Krankheit befällt meist kleine Kinder bis zum 6. Lebensjahr.
Die Diphterie-Bakterien produzieren ein Gift, das für Halsschmerzen, Fieber und im Einzelfall für lebensbedrohliche Komplikationenn sorgt. Die Giftwirkung des Bakteriums führt bei diesen gefürchteten, sogenannten toxischen Verläufen zu Herzmuskelentzündung, Lähmungen (häufig Schluckstörungen), Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Auch heute noch enden trotz Behandlung 5-10 Prozent der Fälle tödlich.
Krankheitsverlauf und typische Symptome
Im Normalfall beginnt die Erkrankung allmählich mit Halsschmerzen, erhöhter Körpertemperatur bis zu 39°C und Schluckbeschwerden.Später treten Heiserkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Lymphknotenschwellungen auf. Ein besonders charakteristisches Symptom ist ein süßlich-fauliger Mundgeruch, der in einigem Abstand wahrgenommen werden kann. Eine erste Diagnose der Diphtherie kann meist schon aufgrund dieser typischen Symptome gestellt werden. Zur Bestätigung wird vom Arzt ein Abstrich der Beläge entnommen und im Labor auf den Erreger hin untersucht. Da dieser Nachweis einige Tage dauern kann, wird schon im Verdachtsfall mit der Therapie ( Gegengift, Antibiotika ) begonnen.
Diphterie-Impfung - die empfohlene Vorbeugung
Zur Vorbeugung einer Diphtherie steht eine aktive Schutzimpfung mit einem Toxoid-Impfstoff zur Verfügung. Die entstehende Immunität verhindert die Erkrankung, trotzdem können geimpfte Personen weiterhin Träger und Überträger des Erregers sein. Durch die Schutzimpfung, eine antibiotische Therapie und die Entwicklung eines Antitoxins ist die Diphtherie heutzutage weniger bedrohlich als früher. Die Krankheit ist jedoch nicht ausgerottet. Sobald die so genannte Durchimpfungsrate unter einen bestimmten Wert sinkt, nehmen die Erkrankungszahlen wieder erheblich zu. Das war in der ehemaligen Sowjetunion zu beobachten, wo nach dem Zusammenbruch des Systems 1994 48.000 Fälle auftraten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt eine Impfung allen Personen ohne ausreichenden Impfschutz. Besonders Risikogruppen sollten sich gegen Diphtherie impfen lassen. Zu diesen zählen:
- Medizinisches Personal, das engen Kontakt zu Erkrankten haben kann.
- Personal in Laboratorien mit Diphtherie-Risiko.
- Aussiedler, Flüchtlinge und Asylbewerber aus Gebieten mit Diphtherie-Risiko, die in Gemeinschaftseinrichtungen leben, sowie das Personal dieser Einrichtungen.
- Bedienstete des Bundesgrenzschutzes und der Zollverwaltung.
- Reisende in Regionen mit Diphtherie-Risiko.
Die Diphterie ist in Deutschland und den meisten europäischen Ländern eine meldepflichtige Erkrankung.
|