Der Name Versandapotheke ist Programm. In ihm steckt das Erfolgskonzept. Sicher verpackt landen die Medikamente direkt vor der Haustür - ideal für Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder aus anderen Gründen nicht in die Apotheke gehen können. Auch Menschen, die zu üblichen Ladensöffnungszeiten nicht die Medikamente in der stationären Apotheke holen können, schätzen flexible Zeiten.
So verlockend der Versand jedoch auch ist, so gefährlich ist er zugleich. Sichere Verpackung, korrekte Ummantelung der Medikamente und direkte Abgabe beim Empfänger sind Auflagen, die erfüllt sein müssen, aber nicht immer umgesetzt werden. Während Versandapotheken einerseits mit der Anonymität beim Kauf werben, passiert es andererseits, dass Medikamente beim Nachbarn abgegeben werden, weil im eigentlichen Haushalt niemand anzutreffen ist. Anonymität bedeutet zugleich aber auch weniger Beratung. Gerade für ältere Menschen jedoch ist der Pharmazeut in der Apotheke eine wichtige Stütze. Bei Versandapotheken ist Rat zu bekommen entweder schwierig oder teuer.
Summiert man diese Dinge, dann bleibt festzuhalten: Versandapotheken erleichtern den Einkauf in der Apotheke, sparen Zeit und sind kostengünstiger. Sie sind dann bestens geeignet, wenn das Medikament und dessen Wirkungen bekannt sind. Bei der Suche nach einem Medikament zur Linderung unbekannter Symptome bedarf es hingegen einer genauen Information – oder doch des Ganges in die stationäre Apotheke. Und selbstverständlich: Bei akuten Fällen ist der Weg in die herkömmliche Apotheke noch immer der einzig richtige. Die Wartezeiten, von Bestellung bis Lieferung bei Versandapotheken werden die stationäre Apotheke nie ganz ersetzen. Dafür nutzt man dann wohl doch die stationäre Apotheke um die Ecke und greift tiefer ins Portemonnaie.
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