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Im Interview: Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzender Die Schwenninger Krankenkasse

Siegfried Gänsler01. März 2012

Die Schwenninger Krankenkasse hat sich als erste Gesetzliche Krankenkasse der Untersuchung der Ratingagentur Assekurata gestellt. Doch worin lag diese Entscheidung begründet und wie wichtig sind solides Wirtschaften und Transparenz? Fragen, denen sich Siegfried Gänsler, Vorstandsvorsitzender der Schwenninger Krankenkasse, im Interview bereitwillig stellt.


krankenkassenRATGEBER:
Die Schwenninger Krankenkasse hat sich als erste Gesetzliche Krankenkasse der Untersuchung der Ratingagentur Assekurata gestellt. Worin liegt diese Entscheidung begründet?

Siegfried Gänsler: Wir legen größten Wert auf Transparenz, dies ist ein wesentliches Merkmal unserer Unternehmensstrategie. Und dazu gehört für uns auch, dass wir unsere Finanzen offenlegen. Wir können dies guten Gewissens tun, denn unser Handeln basiert auf wirtschaftlicher Solidität und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den Beiträgen unserer Kunden. Die Finanzprüfung der Kölner Assekurata Assekuranz Rating-Agentur bestätigt dies durch die Bewertung mit dem Gesamturteil „stark“. Die Experten haben die Bereiche Finanzkennzahlen, Management und Wachstumslage unter die Lupe genommen und diese in die drei Kategorien stark, stabil und schwach eingestuft. So bewerteten die Analysten das Management mit „stark“ und lobten die professionelle Unternehmensführung, zudem bescheinigten sie der Schwenninger Krankenkasse eine hohe Sensibilität für finanzielle Risiken – nach Auffassung der Experten Grundlage für die ebenfalls mit „stark“ beurteilte gute Ertrags- und Finanzsituation des Unternehmens.

krankenkassenRATGEBER: Die Krankenkasse erreichte bei der Finanzprüfung ein Top-Ergebnis. Auf welcher Unternehmensstrategie fußt dieses?

Siegfried Gänsler: Dass die Schwenninger Krankenkasse wirtschaftlich gut aufgestellt ist, hat handfeste Gründe. So steht unser Handeln als Gesetzliche Krankenkasse unter dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Unsere Finanzstrategie ist auf Kostenstabilität, Transparenz und  dauerhafte Leistungssicherheit ausgerichtet. All das macht sich für unsere Kunden durch starke Leistungen und den Verzicht auf einen Zusatzbeitrag bezahlt. Seit Jahren liegt der Verwaltungskostenanteil der Schwenninger Krankenkasse dank vorausschauender Finanzpolitik und effizienter Prozesse unter dem Branchendurchschnitt. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um nach außen hin auch weiterhin eine Kasse zu bleiben, die in den Augen der Kunden als fortschrittlich und hoch innovativ wahrgenommen wird. Unsere Kunden schätzen die flexible Produktgestaltung, sie honorieren die passgenaue und maßgeschneiderte Beratung. Das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben.

krankenkassenRATGEBER: Können sich die Kunden auch zukünftig auf solides Wirtschaften verlassen?

Siegfried Gänsler: Ein ganz klares „Ja“. Wir sehen es als unsere Pflicht an, wirtschaftlich so aufgestellt zu sein, dass wir unsere Kunden bestmöglich versorgen können – und zwar kurz-, mittel- und langfristig. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Beim Thema Gesundheit brauchen Kunden Planungssicherheit, deshalb achtet die Schwenninger Krankenkasse seit Jahren darauf, solide und mit dem nötigen Augenmaß zu wirtschaften. Nicht alles für jeden, sondern das Richtige zum richtigen Zeitpunkt, das ist die Maxime unserer Arbeit. Unsere Angebote sind auf die Wünsche unserer Kunden zugeschnitten, ein Beispiel sind die BKKTarifHits. Sämtliche Informationen bereiten wir für jeden Kunden individuell passend auf – vom Brief bis zu Website-Inhalten. Verunsichert sind derzeit vor allem die Kunden Privater Krankenversicherer (PKV), deren Preise teilweise stark gestiegen sind. Schon in den vergangenen Jahren haben PKV-Unternehmen die Prämien drastisch um bis zu 35 Prozent erhöht.

krankenkassenRATGEBER: Wäre es im Sinne eines transparenten Gesundheitsmarktes wichtig, dass alle gesetzlichen Krankenkassen ihre Finanzen offenlegen?

Siegfried Gänsler: Im Sinne eines transparenten Gesundheitsmarktes wäre es sinnvoll, wenn sich weitere Gesetzliche Krankenkassen dazu entschließen, ihre finanzielle Stabilität prüfen zu lassen. Allerdings beruht ein Rating in unserer Branche auf Freiwilligkeit und ist deshalb nur unter Mitwirkung der Beteiligten möglich. Es ist den gesetzlichen Krankenkassen selbst überlassen, inwieweit sie zum Beispiel ihre Zahlen und Geschäftsberichte offenlegen. Die Schwenninger Krankenkasse nimmt hier gerne wieder einmal eine Vorreiterrolle ein. Bei uns hat es beinahe Tradition, dass wir die eigenen Prozesse immer wieder hinterfragen lassen. Denn vier Augen sehen immer mehr als zwei – und wenn zwei davon dann noch die Augen eines neutralen Beobachters sind, umso besser.

krankenkassenRATGEBER: Ist Stabilität Ihrer Meinung nach ein entscheidender Faktor bei der Wahl der richtigen Krankenkasse?

Siegfried Gänsler: Davon sind wir absolut überzeugt. Unsere Kunden erwarten Stabilität und Verlässlichkeit, schließlich ist die Wahl einer Krankenkasse ja auch der Beginn einer vertrauensvollen und auf Dauer angelegten Beziehung. Unsere Finanzstrategie ist auf langfristige Sicherheit ausgerichtet. Denn eine finanzstarke Krankenkasse ist die Basis für eine optimale Gesundheitsversorgung – und das wiederum erkennen die Kunden sehr genau. Stabilität bezieht sich also nicht alleine auf die wirtschaftliche Seite, sondern auch auf den Bereich der Leistungen. Hier erwarten unsere Kunden zu Recht ein konstantes und umfassendes Angebot, das bei Bedarf auf individuelle Anforderungen eingeht. Und wir gehen darüber noch hinaus, denn wir bauen unsere Leistungen weiter aus. Beispielsweise haben wir die Ausgaben für Arzneimittel durch Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern deutlich gesenkt – bei gleichbleibender Qualität der Medikamente. Die eingesparten Mittel nutzen wir, um den Service- und Leistungsstandard weiter zu verbessern. So erhalten zum Beispiel Asthmapatienten künftig nicht nur bei ihrem Arzt eine ausführliche Beratung, sondern auch in ausgewählten Apotheken. Dieses in der Krankenkassen-Welt bisher einmalige Angebot der Schwenninger Krankenkasse gilt zunächst für Baden-Württemberg, eine Ausweitung auf andere Bundesländer ist bereits in Planung.

krankenkassenRATGEBER: Die Schwenninger Krankenkasse garantiert, ihren Versicherten bis Ende 2013 keinen Zusatzbeitrag zu erheben. Glauben Sie, dass es langfristig gar keinen Zusatzbeitrag mehr geben wird?

Siegfried Gänsler: Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil hier der politische Wille eine wesentliche Rolle spielt. Zurzeit ist seitens der Bundesregierung gewollt, dass flächendeckend ein Zusatzbeitrag erhoben werden kann. Dieser wird jedoch aufgrund der nicht abschätzbaren weiteren Entwicklungen im Gesundheitsmarkt – und der anstehenden Wahlen im kommenden Jahr –  in der Regel nicht erhoben. Der Gesundheitsfonds sieht jedoch vor, dass die Finanzierungsquote auf 95 Prozent sinken kann und die GKV-Ausgaben dann bis zu fünf Prozent durch den Zusatzbeitrag gedeckt werden. Das Prinzip der Finanzierung könnte sich jedoch grundlegend ändern, sollte die Bundestagswahl im kommenden Jahr eine neue politische Konstellation bringen. Deshalb ist eine langfristige Prognose zum Zusatzbeitrag praktisch nicht möglich.

krankenkassenRATGEBER: Durch das Versorgungsstrukturgesetz können die Krankenkassen ihren Versicherten über die gesetzlich festgeschriebenen Leistungen hinaus in bestimmten Bereichen ergänzende Leistungen anbieten. Auf welche Art und Weise wird die Schwenninger Krankenkasse versuchen, dem individuellen Bedarf ihrer Versicherten besser entgegen zu kommen?

Siegfried Gänsler: Wir bieten unseren Kunden bereits ein breit gefächertes Spektrum an ergänzenden Leistungen – und zwar für jedes Alter und alle Gruppen. Kleinkinder finden bei uns ebenso Angebote wie Senioren, Singles ebenso wie Paare oder Familien. Mit unseren Angeboten zur Gesundheitsversorgung und Prävention sind wir sehr gut aufgestellt, unsere Kunden schätzen die flexible Angebotsgestaltung und kompetente Beratung. Unser umfassender Service zu allen Gesundheits- und Versicherungsfragen sowie eine exklusive Arzneimittelberatung ergänzen den Leistungskatalog. Unabhängig davon überprüfen wir laufend unsere Angebote und berücksichtigen auch die Wünsche unserer Kunden. So stellen wir sicher, dass unsere Zusatzleistungen praxisorientiert und kundenfreundlich sind –  neutrale Tests bestätigen, dass wir hier bereits gut aufgestellt sind.


Das Interview führte Constanze Dewald

 

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