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Im Interview: Rolf Steinbronn, Vorsitzender des Vorstandes der AOK PLUS

Rolf Steinbronn 11. August 2011

Die AOK PLUS ist eine der wenigen Krankenkassen, die bereits jetzt bis 2013 die Erhebung eines Zusatzbeitrages ausschließen kann. Im Interview erklärt Rolf Steinbronn, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS, auf welcher Basis diese Prognose fußt und wie die Zukunftspläne der Krankenkasse im Allgemeinen aussehen.

krankenkassenRATGEBER: Die AOK PLUS hat erst kürzlich bekannt gegeben, dass ihre Versicherten auch im kommenden Jahr nicht mit der Erhebung von Zusatzbeiträgen rechnen müssen. Auf welcher Basis fußt dieses Versprechen?

Rolf Steinbronn: Die AOK PLUS ist mit 2,7 Millionen Versicherten in Sachsen und Thüringen ein großes stabiles Haus. Wir haben das Jahr 2010 mit einem Überschuss von 58 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleich zu anderen Kassen ist das ein gutes Polster, von dem letztlich unsere Versicherten profitieren. Bei uns wird es bis 2013 keinen Zusatzbeitrag geben.

krankenkassenRATGEBER: Sind Sie zuversichtlich auch über das Jahr 2012 hinaus auf die Erhebung von Zusatzbeiträgen verzichten zu können?

Rolf Steinbronn: Ich bin optimistisch auf Basis der Daten, die wir selbst beeinflussen können. Angesichts der Weltwirtschaftslage, der Schwankungen von Börsenkursen je nach der Nachrichtenlage zu den USA oder China kann aber heute niemand langfristige Prognosen abgeben.


krankenkassenRATGEBER: Das Krankenkassensystem ist momentan nicht nur durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen, sondern auch durch zahlreiche Fusionen gekennzeichnet. Wie sieht es in diesem Punkt bei der AOK PLUS aus: Haben sie nach der gescheiterten Fusion mit der AOK Hessen im vergangenen Jahr einen neuen Fusionspartner im Auge?

Rolf Steinbronn: Nein, im Moment sehe ich keinen potenziellen Partner, der uns stärken könnte.


krankenkassenRATGEBER: Durch welche Leistungen oder Besonderheiten hebt sich die AOK PLUS ihrer Meinung nach von den übrigen Krankenkassen ab?

Rolf Steinbronn: Unsere Stärke ist der Service. Wir sind mit einem der dichtesten Filialnetze aller Krankenkassen immer noch ganz nah beim Kunden, der persönliche Beratung schätzt. Auf der anderen Seite bedienen wir mit unserem Internetauftritt aokplus-online.de inklusive Twitter und Facebook alle heute gängigen Kommunikationskanäle und präsentieren dort unsere modernen Wahltarife genauso wie Kurse für junge Familien, eine Sportpartnerbörse und Vieles mehr, was uns für alle Altersgruppen interessant macht.

krankenkassenRATGEBER: Wie stehen Sie im Zuge dessen zu der von Gesundheitsminister Daniel Bahr angedachten Ausdehnung des Gestaltungsspielraums der Zusatzleistungen? Wird die AOK PLUS von diesem neuen Freiraum Gebrauch machen?

Das tun wir schon und werden neue Möglichkeiten selbstverständlich auch in Zukunft dankbar nutzen, ob es sich dabei um effektive Versorgungsformen für chronisch Kranke oder Präventionsangebote für Gesunde handelt. Mit unserem Marktanteil von 43% in Sachsen und Thüringen haben wir ja da auch ganz andere Möglichkeiten als viele kleine Kassen. Wir haben Experten und Know how - angefangen von der zahnärztlichen Beratung unserer Versicherten bis zur Gesundheitsförderung in zur Zeit 800 Firmen und fast 600 Kindergärten.

krankenkassenRATGEBER: Mit welchen Neuerungen beziehungsweise Veränderungen kann der Versicherte im Allgemeinen in Zukunft rechnen? Gibt es konkrete Pläne?

Rolf Steinbronn: Angesichts des vieldiskutierten Ärztemangels kommt es in Zukunft vor allem daurauf an, medizinische Versorgung in Stadt und Land vernünftig zu organisieren. Wir arbeiten gerade daran, einige Programme für Chroniker flächendeckend zu etablieren. Davon profitieren z.B. Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetiker. Außerdem etablieren wir in Sachsen und Thüringen gemeinsam mit den Gynäkologen eine Vorsorgeuntersuchung, die bei Schwangeren Diabetes frühzeitig feststellt und damit der Gesundheit von Neugeborenen dient.

krankenkassenRATGEBER: Abschließend ein besonders hitzig diskutiertes Thema: Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Bundestag einen Gesetzesentwurf eingerichtet, der die Krankenkassen dazu verpflichten soll ihre Finanzen offenzulegen. Wie stehen Sie zu diesem Gesetzesentwurf, der für mehr Transparenz im Krankenkassensystem sorgen soll?

Rolf Steinbronn: Diese überhitzte Diskussion ignoriert die Tatsache, dass die meisten Krankenkassen ihre Geschäftsberichte zum großen Teil schon jetzt veröffentlichen. Unsere aktuellen Zahlen finden Sie jeweils auf unserer Internetseite aokplus-online.de.

 

Das Interview führte Constanze Dewald

 
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