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Im Interview: Prof. Günter Kirste ( DSO ) zum neuen Transplantationsgesetz

Prof. Dr. Kirste , DSO 5. November 2012

Die Gesetzgebung zur Organspende wurde abgeändert. Seit November ist die sogenannte "Entscheidungslösung" nun in Kraft. Prof. Dr. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, beantwortet Fragen rund um die Gesetzesnovelle.

krankenkassenRATGEBER: Was ist anders an der „Entscheidungslösung“ im Vergleich zur bisherigen Regelung?

Prof. Kirste: Neu ist, dass die Krankenversicherungen ihre Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, in regelmäßigen Abständen auffordern, eine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu treffen. Dazu versenden die Krankenkassen Informationsmaterialien und Organspendeausweise an ihre Versicherten.

krankenkassenRATGEBER: Muss man sich entscheiden ?

Prof. Kirste: Nein. Ob man sich zur Organ- und Gewebespende erklärt, bleibt freiwillig, aber es ist sinnvoll sich zu entscheiden, weil das der einzige Weg ist, dass der eigene Wille auch nach dem Tod umgesetzt wird.

krankenkassenRATGEBER: Warum es so wichtig ist, seine eigene Entscheidung zu treffen?

Prof. Kirste: Mit einer Entscheidung kann man im Ernstfall seine Angehörigen entlasten. Im Falle eines Hirntods müssen diese in einer schwierigen Situation der Trauer und des Verlustes nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden. Ist dieser nicht bekannt, entscheiden die Angehörigen nach ihrer persönlichen Wertvorstellung. Wer sicherstellen will, dass sein eigener Willen nach dem Tod umgesetzt wird, sollte deshalb zu Lebzeiten eine Entscheidung treffen, sie dokumentieren und seiner Familie mitteilen.

krankenkassenRATGEBER: Wird die Entscheidung zur Organspende von den Krankenkassen registriert?

Prof. Kirste: Nein. Die Erklärung auf dem Spenderausweis wird weder durch die Krankenversicherungen noch durch andere Institutionen erfasst oder registriert.  Langfristig ist geplant, dass gesetzlich Versicherte eine Speicherung ihrer Entscheidung auf der elektronischen Gesundheitskarte vornehmen können, sofern sie dies wünschen. Die Krankenkassen wollen darüber zu gegebener Zeit informieren.

krankenkassenRATGEBER: Welche Voraussetzungen müssen für eine Organspende erfüllt sein?

Prof. Kirste: Das Transplantationsgesetz schreibt zwei Bedingungen vor: Erstens muss der Hirntod des potenziellen Spenders zweifelsfrei festgestellt worden sein. Und zweitens muss eine Einwilligung vorliegen, zum Beispiel durch den Organspendeausweis, durch eine vom Verstorbenen bestimmte Person oder durch Angehörige, die nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen entschieden haben. Im Übrigen ist das Ausfüllen eines Organspendeausweises die beste Garantie, dass im Ernstfall alles für einen getan wird. Niemand muss die Befürchtung haben, von den Ärzte zu früh aufgegeben zu werden, wenn er einen Organspendeausweis hat.


krankenkassenRATGEBER: Wo kann man sich über Organspende informieren?

Prof. Kirste: Das Infotelefon Organspende  beantwortet alle Fragen rund um die Gewebe- und Organspende und versendet kostenlos Organspendeausweise und Broschüren. Die gebührenfreien Rufnummer 0800/90 40 400 ist montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr erreichbar. Umfangreiche Informationen sind zudem abrufbar unter www.dso.de und www.fuers-leben.de.

 

 
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