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Im Interview: Ingo Kailuweit - Vorstandsvorsitzender der KKH

Ingo Kailuweit - Vorstandsvorsitzender der KKH12.11.2008

Die KKH gilt als offensive und innovationsfreudige gesetzliche Krankenkasse. Im kommenden Jahr wird sie mit der BKK Allianz fusionieren. Wie können sich Selbstständige bei der KKH weiterhin für Krankengeld versichern lassen und was hat es mit dem KKH-Kinderkonto auf sich ? Diese und weitere Fragen beantwortet KKH-Vorstand Ingo Kailuweit.

krankenkassenRATGEBER: Die KKH war in den vergangenen Monaten als eine sehr kritische Stimme hinsichtlich des nun beschlossenen Gesundheitsfonds zu vernehmen. Wie fühlen Sie sich aufgestellt für das Jahr 2009?

Ingo Kailuweit: An der kritischen Haltung der KKH zum Gesundheitsfonds hat sich nichts verändert. Nachdem die Politik aber entschieden hat, wird die KKH auch unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds weiterhin eine Vorreiterrolle spielen. Durch unser breites Leistungsspektrum weit über den Katalog der normalen gesetzlichen Leistungen hinaus und eine strikte Serviceorientierung sind wir auch für das Jahr 2009 bestens aufgestellt. Wir werden weiter zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und innovative Behandlungsmodelle entwickeln sowie unsere Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile unterstützen. Dass sich zunehmend auch immer mehr freiwillig Versicherte bewusst für die KKH entscheiden und nicht in die private Krankenversicherung wechseln, ist für uns ein ganz klares Signal, dass Leistung und Service bei uns stimmen. Und darauf kommt es gerade beim Gesundheitsfonds mit einheitlichem Beitrag für alle Kassen besonders an.

krankenkassenRATGEBER: Nach der Bekanntgabe der Höhe des zukünftigen einheitlichen Beitragssatzes von 15,5% im Oktober äußerten Sie die Ansicht, dass dieser zu niedrig angesetzt sei und die Kosten nicht decken könne. Können Sie für 2009 einen Zusatzbeitrag für Ihre Versicherten dennoch ausschließen oder sogar eine Prämie in Aussicht stellen?

Ingo Kailuweit: Bei den Beratungen über den Beitragssatz in 2009 waren sich alle Vertreter der Kassen einig, mit einem Beitragssatz von 15,5 Prozent wird die gesetzliche Krankenversicherung die vorsaussichtlichen Ausgaben nicht abdecken können. Die einzelnen Kassen werden erst ab Mitte November wissen, wie viel Geld sie aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Erst dann kann der Haushalt für das Jahr 2009 aufgestellt werden. Die Entscheidung, ob wir eine Prämie an unsere Versicherten auszahlen können oder einen Zusatzbeitrag erheben müssen, wird der Verwaltungsrat der KKH bei seiner nächsten Sitzung am 13. Dezember 2008 treffen. Da die KKH bisher finanziell gut aufgestellt war, werden wir auch unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds unseren Versicherten attraktive Konditionen anbieten können.

krankenkassenRATGEBER: 
Als eine der ersten größeren Kassen gab die Kaufmännische Krankenkasse Fusionspläne bekannt. Wann wird die angekündigte Vereinigung mit der BKK Allianz vollzogen sein und welche Effekte ergeben sich für die Versicherten daraus?

Ingo Kailuweit: Wir fusionieren mit der BKK Allianz zum 1. April 2009. Mit dem Zusammenschluss reagieren wir auf den sich verschärfenden Wettbewerb und die aktuellen Herausforderungen durch den Gesundheitsfonds. Der Erfolg einer Krankenkasse wird zunehmend davon abhängen, wie gut sie mit gezielten Angeboten und überzeugendem Service die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden erfüllt. Die Mitglieder der KKH und der BKK Allianz profitieren in vielfältiger Hinsicht von der Fusion, denn mit dem Zusammenschluss sind eine hohe Qualität in der Gesundheitsversorgung und eine besondere Leistungsstärke dauerhaft sichergestellt. Durch die gleichzeitig angestrebte enge Kooperation mit der privaten Krankenversicherung der Allianz ab Januar 2009 können wir unseren Versicherten außerdem exklusive Zusatzprodukte und -leistungen anbieten.

krankenkassenRATGEBER: 
Was hat es mit dem KKH-Kinderkonto auf sich, welches seit dem 1. November angeboten wird?

Ingo Kailuweit: Mit dem Kinder-Gesundheitskonto belohnen wir gesundheitsbewusstes Leben von Kindesbeinen an. Jedes Kind, das an bestimmten Vorsorgeuntersuchungen oder Präventionsmaßnahmen teilnimmt, erhält Bonuspunkte, die auf dem Konto gut geschrieben werden. Jeden dort verwahrten Punkt verdoppeln wir als KKH zusätzlich mit einem exklusiven Treuebonus. Die Punkte werden anschließend in Euro-Beträge umgerechnet. Bis zu 1800 Euro können Kinder auf diese Weise bis zu ihrem 18. Lebensjahr auf einem Konto sammeln. Aber auch KKH-versicherte Eltern und Großeltern können ihre Bonuspunkte, die sie durch die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen sammeln, an die Sprösslinge verschenken anstatt diese selbst in Prämien oder Gutscheine umzuwandeln. Damit wollen wir den Präventionsgedanken fest in der ganzen Familie verankern.

krankenkassenRATGEBER: Durch die Gesundheitsreform fällt zum Jahresende für Selbstständige der Anspruch auf Krankentagegeld ersatzlos weg und ist nur durch einen Wahltarif zu ersetzen. Welche Optionen bietet die KKH für ihre Versicherten an, die davon betroffen sein werden?

Ingo Kailuweit: Selbstständige fallen bei uns nicht durchs Netz. Wer als Selbständiger bei der KKH versichert ist, kann sich auch im nächsten Jahr im Krankheitsfall absichern. Ich rate jedem Selbstständigen dringend, sich hier auch in Zukunft abzusichern. Wir haben hier neue, innovative und flexible Tarife entwickelt, die genau auf die individuelle Versorgungssituation zugeschnitten sind. So können die Selbstständigen zum Beispiel einen unterschiedlichen Zahlungsbeginn für das Krankengeld wählen. Eine Krankengeldzahlung kann ab dem 8., 22. oder 43. Tag erfolgen – je nach persönlicher Situation. Daneben sind auch die Bezugsdauer und die Höhe des Krankengeldes zukünftig wählbar. Der Krankengeld-Wahltarif kann bereits für weniger als vier Euro im Monat vereinbart werden.

krankenkassenRATGEBER:  Wo sehen Sie die zukünftige „KKH Allianz“ im Wettbewerb unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds und mit welchen Mitteln möchten Sie Ihre Versicherten auch weiterhin überzeugen?

Ingo Kailuweit: Mit der Fusion und Kooperation haben wir unseren Wachstumskurs weiter gefestigt. Wer zukünftig Einfluss auf regionale Versorgungsstrukturen nehmen will, muss über einen entsprechenden Marktanteil verfügen. Die neue KKH Allianz strebt in Zukunft als Ziel einen Marktanteil von fünf bis sechs Prozent an. Mit wachsenden Mitgliederanteilen werden wir zum Wohle der Versicherten für eine höhere Qualität in der Gesundheitsversorgung und ein Mehr an Effizienz sorgen. Die Kooperation mit der privaten Krankenversicherung der Allianz ermöglicht, unseren Versicherten exklusive Zusatzprodukte und erhöht damit die Leistungsstärke der KKH. Die Produktentwicklung der neuen Kasse und der Privaten Krankenversicherung soll eng aufeinander abgestimmt werden. Ziel sind zusätzliche innovative und individuelle Leistungsangebote von hoher Qualität.

Das Interview führte Jörg Wunderlich

 
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