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Im Interview: Gerd Ludwig - Vorstandsvorsitzender der IKK classic

Image17.02.2010

Millionen von Krankenversicherten sind von Fusionen ihrer Kassen betroffen. Doch was bedeutet das konkret ? Der krankenkassenRATGEBER fragte nach bei der IKK classic - hervorgegangen aus den IKKn Sachsens, Thüringens, Baden-Württembergs und Hessens sowie der IKK Hamburg.

krankenkassenRATGEBER: Rund 1,8 Mio. IKK-Kunden aus fünf Bundesländern finden sich seit Jahresbeginn in der frisch fusionierten IKK classic wieder. Was außer dem neuen Namen auf der Chipkarte bedeutet das konkret für die Versicherten?

Konkret bedeutet das für die Versicherten, dass sie im gesamten Jahr 2010 garantiert keinen Zusatzbeitrag zahlen müssen. Und es bedeutet für die Versicherten neue Leistungsangebote. Mit der Fusion wurden die Extra-Leistungen der einzelnen Fusionspartner zusammengeführt und die jeweils besten für die IKK classic übernommen. Dadurch gibt es in jeder Region neue Angebote. Je nachdem, bei welcher der Fusionskassen jemand versichert war, profitiert er in der IKK classic beispielsweise von einem umfangreichen IKK-Bonusprogramm, verschiedenen Wahltarifen oder von zusätzlichen Impfleistungen. Die Versicherten der IKK classic können so ihre Gesundheitskosten um mehr als 1.000 Euro pro Jahr senken.
Unverändert bleibt der Vor-Ort-Service. Mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten weiterhin in 180 Geschäftsstellen. Es bleibt für die Versicherten bei kurzen Wegen.

krankenkassenRATGEBER: Die IKK-Fusion ist die erste Ost-West-Fusion im Krankenkassenbereich. Wie vereinigt man so unterschiedliche Tarifzonen und Versichertenstrukturen? Ergeben sich da nicht neue Probleme?

Wir sehen da keine besonderen Probleme. Im Gegenteil: Die Zusammenführung unterschiedlicher Versichertenstrukturen ist in einem solidarisch finanzierten System wie der gesetzlichen Krankenversicherung ein Vorteil. Es bedeutet insgesamt eine ausgewogene Struktur, die wiederum zu langfristiger finanzieller Stabilität führt.

Dass jede Fusion als integrativer Prozess natürlich eine Herausforderung ist, steht außer Frage. Dabei geht es jedoch eher darum, Synergie- und Skaleneffekte - also das Bündeln und Transformieren von Know How - effizient zu organisieren und zu fördern. Aber auch hier fangen wir nicht bei Null an. Es gab bereits in der Vergangenheit eine Zusammenarbeit. Beispielsweise im Vertragbereich beim Abschluss von Arzneimittel-Rabattverträgen oder im Bereich der EDV.

krankenkassenRATGEBER: Mit den vier Krankenkassen mussten vier verschiedene Satzungen und Leistungskataloge  unter einen Hut gebracht werden. Gelten nun nach wie vor alle Leistungen und Verträge der Einzelkassen oder sind bestimmt Positionen im Zuge der Vereinheitlichung weggefallen?

Tatsächlichen wurden alle Extra-Leistungen der vier Kassen zusammengeführt und bewertet. Am Ende wurden die besten für die IKK classic übernommen. Teilweise hat sich der Name des Angebots geändert oder Details. – Beispielsweise werden im Bonusprogramm jetzt keine Punkte mehr gesammelt und dann mit Sachpreisen honoriert wie bisher in einigen Regionen. Jetzt ist der Bonus je Gesundheitsmaßnahme in Euro und Cent ersichtlich. Der Gesamtbetrag wird dem Versicherten dann im Folgejahr komplett überwiesen. Bis zu 300 Euro können da übrigens je erwachsenen Versicherten im Jahr zusammenkommen. Bei Kindern bis zu 150 Euro.

Modellprojekte oder Verträge über spezielle Angebote einzelner Regionen werden in der Regel ebenfalls weitergeführt, beispielsweise im Bereich der integrierten Versorgung.

krankenkassenRATGEBER: Wie sieht es im Bereich private Zusatzversicherungen aus? Bleiben hier die alten Partnerschaften ausnahmslos bestehen oder gibt es eventuell Veränderungen, die sich auch auf die bereits abgeschlossenen Tarife auswirken?

Die Innungskrankenkassen arbeiten traditionell mit handwerklichen privaten Versicherungen zusammen, insbesondere mit der Signal Iduna und der Inter Versicherung. Das wird so bleiben. Und natürlich gelten alle von den Versicherten in der Vergangenheit zu speziellen IKK-Konditionen abgeschlossenen Tarife mit einer privaten Versicherung unverändert weiter.

krankenkassenRATGEBER: Nach den jüngsten AOK-Fusionen wurden Forderungen nach einer bundesweiten Super-AOK publik. Könnte aus der IKK classic eines Tages auch die einzige bundesweite Innungskrankenkasse entstehen?

Welche Entwicklungen in der Kassenlandschaft die Zukunft bringt, ist abhängig von den politischen Rahmenbedingungen, die ja von der Regierung in diesem Jahr neu gesteckt werden sollen. Wir sind einem weiteren Wachstum gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Jedoch sehen wir Größe nicht als All-Heilmittel für die derzeitigen Probleme im deutschen Gesundheitswesen und schon gar nicht als Garant für Erfolg. – Sehr große Schiffe liegen zwar in bewegter See ruhiger im Wasser, sind aber auch träge und nicht mehr so wendig. – Wir haben jetzt eine Größe, die uns im ruhigen Fahrwasser hält und dennoch beweglich bleiben lässt. Das ist eine hervorragende Ausgangsposition, um beste Leistungen zu günstigen Preisen für unsere Versicherten einzukaufen und um uns auf politischer Ebene stärker einzubringen. Alles Weitere wird die Zukunft zeigen.

 

Das Interview führte Jörg Wunderlich

 

Alle Infos zur IKK classic im Kassenprofil

 

 


 

 
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