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Im Interview: Eberhard Sautter ( HanseMerkur ) über mögliche Tarifwechsel nach Prämienanpassungen

Eberhard Sautter Zum Jahresbeginn 2012 mussten einige private Krankenkassen eine Beitragsanpassung vornehmen – so auch die HanseMerkur. Doch warum kommt es überhaupt zu deratigen Anpassungen? Eberhard Sautter, Stv. Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur Krankenversicherung AG, erklärt, welche Möglichkeiten der Versicherte hat, wenn er den höheren Beitrag in seinem Tarif nicht akzeptieren will.



krankenkassenRATGEBER:
Wird es wie bei anderen Gesellschaften auch bei der HanseMerkur in diesem Jahr zu Beitragsanpassungen kommen?

Eberhard Sautter: Ja, auch wir haben eine Beitragsanpassung von durchschnittlich 2,5 Prozent – über den Gesamtbestand gerechnet – vornehmen müssen. Diese fiel damit aber, wie auch schon in den Vorjahren, im Marktvergleich deutlich unterdurchschnittlich aus. Aber ich möchte daran erinnern, dass der Kassenbeitrag für freiwillig gesetzlich Versicherte 2012 allein durch die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze von 575 Euro auf 592 Euro gestiegen ist. Einschließlich des Beitrags zur Pflegepflichtversicherung kommt ein Single auf eine monatliche Belastung von 676 Euro. Das sind Beiträge weit oberhalb der durchschnittlichen PKV-Prämien für Tarife, die ein weit breiteres Leistungsspektrum anbieten.


krankenkassenRATGEBER: In welchen Tarifen müssen die Beiträge angepasst werden?

Eberhard Sautter: Da aufgrund der Wahlfreiheit der Versicherten in der PKV eine große Tarifvielfalt herrscht, wäre eine Auflistung individuell erklärungsbedürftig. Aber unser Hochleistungstarif KV Fit blieb ebenso weitgehend beitragsstabil wie unsere Ergänzungstarife zur Vollversicherung sowie unser Zusatzschutz für gesetzlich Krankenversicherte. Auch für unseren Grundschutztarif Start Fit, der sehr gut angenommen wird, konnten wir bis 2013 Beitragsstabilität zusagen. Mit diesem Tarif richten wir uns an Kunden, die in einem wettbewerbsintensiven Versicherungsumfeld nach Preis-/Leistungsgesichtspunkten entscheiden. Dass wir für diese Zielgruppe die Preise nicht anpassen mussten, stärkt unsere führende Marktposition in diesem Segment.

krankenkassenRATGEBER: Aus welchen Gründen werden derartige Anpassungen in der privaten Krankenversicherung überhaupt erforderlich?

Eberhard Sautter: Wenn sich Abweichungen zwischen den in der ursprünglichen Beitrags-kalkulation zugrundegelegten Parametern und den tatsächlichen Kosten in einem Versichertenkollektiv ergeben, muss die Steigerung überprüft und bei Abweichungen im Bereich 5 Prozent bis 10 Prozent angepasst werden. Die Überprüfung findet auf Produkt- und Alters-/Geschlechts-ebene statt. Das Procedere ist durch das Versicherungsvertragsgesetz und die Kalkulationsverordnung festgelegt.

krankenkassenRATGEBER: Warum müssen einige private Krankenversicherungen Anpassungen vornehmen – und dort auch nur partiell – und andere nicht?

Eberhard Sautter: Kostentreiber sind in der Regel der medizinische Fortschritt und die Inflation. Insofern wird sich kein PKV-Unternehmen finden, dass im Gesamtbestand gar nicht anpassen musste. Allein die Versicherungsleistungen stiegen 2010 um 3,7 Prozent.

krankenkassenRATGEBER: Welche Möglichkeiten hat ein Versicherter, wenn er den höheren Beitrag in seinem Tarif nicht akzeptieren will?

Eberhard Sautter: Er sollte sich bei seinem Versicherer über den Wechsel in einen anderen Tarif informieren und sorgfältig die Leistungen mit denen seines derzeitigen Produkts vergleichen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

krankenkassenRATGEBER: Empfehlen Sie den Versicherten, die mit der Beitragsanpassung nicht konform gehen, einen Tarifwechsel innerhalb der Versicherung oder sollte man sich auch im Hinblick auf einen Krankenkassenwechsel erkundigen?

Eberhard Sautter: Für Kunden, die noch nicht so lang bei ihrem PKV-Unternehmen versichert sind, kann ein Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer sinnvoll sein. Bei langjährigen Bestandskunden, die bereits hohe Alterungsrückstellungen aufgebaut haben, empfehle ich in jedem Fall einen Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens.

krankenkassenRATGEBER: Wo sehen Sie die Zukunft der privaten Krankenversicherung?

Eberhard Sautter: Mit der Parallelität der Systeme, die im Bereich des privaten Ergänzungsschutzes auch gut zusammen arbeiten, sind wir in der Vergangenheit sehr gut gefahren; Innovationskraft und medizinischer Fortschritt am Standort Deutschland können sich international sehen lassen. Für die Breite der Bevölkerung gibt es weltweit kein leistungs-fähigeres und höherwertigeres Gesundheitssystem. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Blick über die Grenze zu unseren niederländischen Nachbarn. Nach der Gesundheitsreform 2006, die das duale System von gesetzlichen und privaten Anbietern abschuf und einen für alle gleichen und gesetzlich definierten Krankenversicherungsschutz einführte, sind die Kosten nicht gesunken sondern gestiegen. So waren 2003 die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit in Deutschland und Holland mit 3.097 US-Dollar noch identisch. Im Jahre 2009 bereits lag der Kostensatz in der Bundesrepublik bei 4.218 $ und in den Niederlanden bei 4.914 $. Ein Einheitssystem in der Krankenversicherung löst keine Probleme, verschlechtert die Versorgung und produziert Kosten. Auf Deutschland übertragen wären dies 40 bis 50 Mrd. Euro Mehrausgaben pro Jahr; ein aberwitziger Betrag in Zeiten der Staatsverschuldungskrise, wo es eher um Haushaltskonsolidierung geht.

krankenkassenRATGEBER: Glauben Sie, dass sich das duale System aus GKV und PKV langfristig halten wird?

Eberhard Sautter: Ja, denn kennen Sie ein besseres?

 

 
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