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Im Interview: Bertram Lingnau von der Unabhängigen Patientenberatung ( UPD )

ImageAls Kassenpatient sitzt man oft zwischen den Stühlen - Ärzte und Therapeuten auf der einen, Verwaltungsfachleute auf der anderen Seite. Vor wichtigen Entscheidungen wie Operationen oder im Streitfall um Leistungen kann eine neutrale Drittmeinung sehr hilfreich sein. Die UPD bieten Hilfe und kostenfreie Beratung für alle Patienten.



krankenkassenRATGEBER:
. Was kann ein Hilfe- oder Ratsuchender von einem Termin in einer Beratungsstelle bei Ihnen erhoffen oder erwarten?

Bertram Lingnau: Das kostenfreie Beratungsangebot der UPD steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen, unabhängig vom Versichertenstatus. Die UPD hat den Auftrag, durch ihre Beratung die Position von Ratsuchenden im Gesundheitswesen zu stärken. Im Vordergrund steht dabei die Perspektive der Person, der geholfen werden soll, ihre Interessen zu erkennen und wahrzunehmen. Doch ersetzt die Beratung der UPD nicht den Arzt oder Anwalt. Individueller medizinischer Rat, Rechtsbesorgung oder Rechtsvertretung bleiben diesen vorbehalten.
Darüber hinaus soll erreicht werden, dass Patientinnen und Patienten selbstbewusst und eigenständig handeln können. Dafür bietet die UPD neutrale und von Kostenträgern und Leistungserbringern unabhängige Beratung, Information und Unterstützung.
Die Beraterinnen und Berater der UPD vermitteln objektive Informationen, nicht persönliche Interessen oder Meinungen. Wenn wir Bewertungen abgeben, beruhen diese auf nachprüfbaren Fakten und werden als solche kenntlich gemacht. Unsere Beratungsstellen verfügen zudem über geeignete Räumlichkeiten, die den Persönlichkeitsschutz der Ratsuchenden gewährleisten.

krankenkassenRATGEBER: In welcher Art von Problemfall würden Sie zu einem Beratungsgespräch bei der UPD raten? Gibt es z.B. auch juristischen Beistand im Falle von Rechtsstreitigkeiten?

Bertram Lingnau: Unsere Beratung erstreckt sich auf drei Themenfelder: Gesundheitsfragen, Rechtsfragen und psychosoziale Fragen. Wir beraten unter anderem zu Leistungen der Gesetzlichen Krankenkassen und der PKV, helfen bei der Suche nach Ansprechpartnern im Gesundheitswesen, geben Informationen zu Behandlungskosten und Behandlungsmöglichkeiten, zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Die UPD hilft auch bei der regionalen Suche nach Ärzten und Krankenhäusern.

Wir klären also zum Beispiel Fragen wie "Wo gibt es alternative Behandlungsmethoden?", "Zahlt meine Kasse?" oder "Wie finde ich passende Selbsthilfeangebote?". Juristischen Beistand im Falle von Rechtsstreitigkeiten bieten wir nicht an.

krankenkassenRATGEBER:
Was sagt die Statistik – Nimmt der Bedarf an Beratungen in Zeiten der knappen Kassen und Leistungskürzungen zu und wird er auch wahrgenommen?

Bertram Lingnau: Seit Bestehen der UPD wurden bundesweit bis Mitte Oktober etwa 240.000 Beratungen durchgeführt, durchschnittlich pro Monat über 6.500 Beratungen – Tendenz steigend. Der Bedarf an Beratungen nimmt deutlich zu und das Angebot der UPD wird gerade in Zeiten knapper Kassen aber auch immer neuer Gesundheitsreformen und gesetzlicher Regelungen vermehrt wahrgenommen.

krankenkassenRATGEBER:  Welche Alters- und Bevölkerungsgruppen kommen besonders häufig in eine Beratungsstelle?

Bertram Lingnau: Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei etwa 55 Jahren, rund zwei Drittel sind Frauen, ein Drittel Männer. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen geben Deutsch als ihre Muttersprache an. Mehr als ein Drittel erhält Rente, ein Viertel ist berufstätig (Angestellte, Beamte), fünf Prozent sind selbstständig.

krankenkassenRATGEBER:  Was für berufliche Qualifikationen haben Ihre Mitarbeiter – sind das Mediziner, Juristen, Verwaltungsfachleute oder Psychologen?

Bertram Lingnau: Jede UPD Beratungsstelle ist mit einem hoch qualifizierten Team besetzt. Das Team besteht aus mindestens drei ausgebildeten Expertinnen und Experten für Gesundheit, Zivil- und Sozialrecht und psychosoziale Fragen, also zum Beispiel auch Mediziner, Juristen oder Psychologen. Alle unsere Expertinnen und Experten verfügen über fundierte Berufs- und Beratungserfahrung.

krankenkassenRATGEBER: Die UPD wirbt nicht auf Plakaten oder Zeitungsanzeigen. Wie finden die Patienten und Versicherten zu Ihnen?

Bertram Lingnau: Die finanzielle Ausstattung mit öffentlichen Mitteln erlaubt keine flächendeckende kommerzielle Werbung, zum Beispiel auf Plakaten oder in Printmedien. Vereinzelt wurden entsprechende Maßnahmen durchgeführt und der Erfolg sehr genau analysiert. Im Ergebnis können wir sagen, dass mehr noch als kommerzielle Werbung die redaktionelle Beachtung der Arbeit der UPD in Printmedien, Radio und TV sowie vor allem auch über das Internet die Bekanntheit der UPD fördert: durch Berichte über den Verbund, durch die Veröffentlichung unserer Pressemitteilungen und durch den Auftritt von Beraterinnen und Beratern in Fernseh- und Radiosendungen. Nach knapp vier Jahren Projektlaufzeit haben laut einer Allensbach-Studie ca. 18 Prozent der Gesamtbevölkerung bereits von der UPD Kenntnis. Ein wichtiger Zugangsweg zum Angebot der UPD und zu den einzelnen Beratungsstellen ist die UPD-Website www.upd-online.de .

 

Das Interview führte Jörg Wunderlich

 
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