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Im Interview: Anthroposophische Medizin und Gesetzliche Krankenkassen

H.W. Brettschneider, FA für Inneres, Landsberg über Anthroposophische Medizin und Krankenkassen Viele Krankenkassen übernehmen mittlerweile anteilig die Behandlungskosten für anthroposophische Medizin. Wodurch genau zeichnet sich diese alternative Therapieform aus und was bezahlen die Krankenkassen wirklich ? Mistelforscher H.W. Brettschneider ist praktizierender Facharzt mit eigener Praxis und Anthroposoph.



Linktipp: Übersichtsliste Kassenleistung Anthroposophische Medizin


krankenkassenRATGEBER:
Wann spricht man von anthroposophischer Medizin?


H.W. Brettschneider: Von dieser Art Medizin spricht man, wenn der Therapie ein anthroposophisches Menschenverständnis zugrunde liegt. Dieser Ansatz berücksichtigt, dass der Mensch ein vielschichtiges Wesen ist, das aus Leib, Seele und Geist besteht. Der menschliche Organismus hat auch physikalisch-chemische Eigenschaften. Diese werden aber nicht als primäre Ursache der Krankheiten, sondern nur gewissermaßen als „Abdruck“ geistiger Vorgänge im physischen Menschen gesehen.

Krankheiten gibt es nach anthroposophischem Verständnis nicht auf molekularer Ebene, sondern nur dort, wo zumindest ein lebendes, typischerweise aber ein empfindendes und denkendes Wesen vorhanden ist, dessen Lebensprozesse, Befindlichkeiten und Entscheidungsmöglichkeiten gestört sind. So gilt für Heilungsvorgänge: Antibiotika können beispielsweise das Bakterienwachstum hemmen. Aber die riesigen Eitermengen und akuten Organveränderungen, die zum Beispiel eine Lungenentzündung so gefährlich machen, können nur durch die Selbstheilungskräfte beseitigt werden.

Das Geistige des Menschen, von dem die Anthroposophie spricht, liegt als schöpferische Kraft allem Handeln des Menschen und allen Heilungsprozessen zugrunde. Die Selbstheilungskräfte sind freie, autonome Kräfte in der Natur. So ist eigentlich jede Therapie ein spiritueller Vorgang, auch dort, wo dies auf den ersten Blick nicht der Fall zu sein scheint.


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krankenkassenRATGEBER: Muss man sich als Patient zwischen “Schulmedizin“ und anthroposophischer Medizin entscheiden oder können sich beide Ansätze ergänzen?


H.W. Brettschneider: Ideal wäre, wenn auch die akademische, ausschließlich physiko-chemisch, d.h. ausschließlich naturwissenschaftlich orientierte Medizin die Vielschichtigkeit, und damit auch die geistige Natur des Menschen anerkennen würde. Dann könnte jede Therapierichtung ihren spezifischen Beitrag zum Wohl des Patienten leisten. Aus diesem Grunde nennen sich die Vertreter der anthroposophischen Medizin nicht „alternativ“, sondern „integrativ“, da sie ja nicht die Spaltung der Medizin, sondern die Integration aller Sichtweisen des Menschen in der Medizin anstreben.


krankenkassenRATGEBER:
Welche besonderen Heilmittel und Therapieverfahren sind mit der anthroposophischen Medizin im Allgemeinen verbunden und welche davon kommen in Ihrer Praxis zur Anwendung?

H.W. Brettschneider: Die anthroposophische Medizin knüpft mit ihren speziellen pharmazeutischen Verfahren an die alchemistische, parazelsische, die homöopathische, hahnemannsche Tradition und die Naturheilkunde an. Zugleich damit hat sie aber zahlreiche Innovationen in die Herstellung von Arzneimitteln und die praktische Durchführung der Therapie eingeführt, deren Anwendung heutzutage so selbstverständlich ist, dass ihr anthroposophischer Ursprung zumeist in der Öffentlichkeit unbekannt ist. Dies gilt zum Beispiel für die Injektion und Infusion homöopathisch potenzierter Heilmittel, für die Anwendung der Mistel in der Krebstherapie, und für die so genannten „Organpräparate“. Darüber hinaus wurden durch die anthroposophische Medizin ganz neue, zuvor unbekannte therapeutische Berufsbilder geschaffen, wie sie zum Beispiel heute in den Berufen des „Heileurythmisten“, „Sprachgestalters“ und „künstlerischen Therapeuten“ zur Selbstverständlichkeit geworden sind.  



krankenkassenRATGEBER:  Gibt es bestimmte Symptome bzw. Krankheiten, die Ihrer Erfahrung nach besonders auf anthroposophische Therapien ansprechen?   

H.W. Brettschneider: Diese Frage kann man eigentlich nicht mit „Ja“ beantworten. Naturgemäß ist aber die anthroposophische Therapie in der Zahnheilkunde, Notfallmedizin und Chirurgie nur eine Randerscheinung. So kann man im Hinblick darauf sagen, dass anthroposophische Therapien bei erblichen Leiden und Behinderungen, und bei chronischen Krankheiten besonders sinnvoll sind.





 

 
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