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Im Interview: 1. Direktor der Knappschaft, Dr. Georg Greve

Dr. Georg Greve25. April 2012

Die Knappschaft Krankenversicherung kann derzeit den höchsten Versichertenstand seit 30 Jahren verbuchen. Doch was macht die Krankenkasse so attraktiv und auf welche Neuerungen können sich die Versicherten zukünftig noch freuen? Im Interview spricht der 1. Direktor Dr. Georg Greve nicht nur über die Attraktvität und Struktur der Knappschaft, sondern auch das Krankenkassensystem allgemein.


krankenkassenRATGEBER:
Die Knappschaft Krankenversicherung feiert dieses Jahr das fünfjährige Jubiläum ihrer Öffnung für alle gesetzlich Versicherten in Deutschland. Wie hat sich die Krankenkasse seitdem entwickelt?

Dr. Georg Greve: Seit die ehemals berufsständische Knappschaft für alle gesetzlich Krankenversicherten frei wählbar ist haben wir einen großen Zulauf. In den letzten fünf Jahren haben ca. 500.000 neue Versicherte der Knappschaft ihr Vertrauen geschenkt. Wir profitieren dazu auch von einer sehr hohen Kundentreue, so dass unsere Versichertenzahlen konstant steigen.

krankenkassenRATGEBER: Aktuell hat die Knappschaft die höchste Versichertenzahl seit 30 Jahren. Was ist Ihrer Meinung nach der entscheidende Grund dafür, dass die Attraktivität der Knappschaft zunehmend wächst?

Dr. Georg Greve: Für die Attraktivität der Knappschaft tun wir viel. Das kommt an und in der Folge verdanken wir die hohe Versichertenzahl zuerst unseren zufriedenen Versicherten. Denn die meisten unserer Neukunden wählen die Knappschaft aufgrund einer Weiterempfehlung. Es gibt auch gute Gründe, die Knappschaft weiter zu empfehlen. Wir befragen unsere Versicherten regelmäßig zu Ihrer Zufriedenheit und setzen die Anregungen auch um. So können wir unseren Service ständig verbessern und an die tatsächlichen Anforderungen anpassen. Dies wird der Knappschaft auch in unabhängigen Studien bestätigt. So hat zuletzt das Deutsche Institut für Service-Qualität herausgefunden, dass die Knappschaft mit der Note „Sehr gut“ zu den Top 3 der beliebtesten gesetzlichen Krankenkassen gehört. Unter allen zur Wahl stehenden gesetzlichen Krankenkassen wurde die Hilfestellung der Knappschafts-Mitarbeiter bei Problemen am besten bewertet. Punkten konnte die Kasse auch mit der Gestaltung ihrer Geschäftsstellen. Zahlreiche andere Kassenvergleiche enden ebenfalls mit Urteilen wie „Hervorragend“ oder „Beste Gesundheitsförderung“.

krankenkassenRATGEBER: Trotz der Benachteiligung von Krankenkassen mit vielen alten und kranken Versicherten kann die Knappschaft bis 2013 die Erhebung eines Zusatzbeitrags ausschließen. Worin liegt diese positive Finanzsituation begründet?

Dr. Georg Greve: Die Knappschaft ist durch die aktuellen Verteilungsregeln des Gesundheitsfonds in der Tat deutlich benachteiligt. Hier erfolgt nachgewiesenermaßen eine Umverteilung von Kassen mit alten und kranken Mitgliedern hin zu Kassen mit jungen und gesunden Mitgliedern. Dieser Nachteil umfasst für uns über 100 Mio. EUR. Kompensiert wird dies durch Einsparungen durch günstige Rabattregelungen, durch schlanke Verwaltungsstrukturen und vor allem durch ein gut organisiertes Versorgungsmanagement. Weiterhin haben wir das Thema „Controlling/Kostenmanagement“ seit über 10 Jahren in den Fokus unserer unternehmerischen Ausrichtung gestellt.

krankenkassenRATGEBER: Die Knappschaft wirbt mit attraktiven Bonusprogrammen, wie etwa mit dem AktivBonus junior. Wann und für wen lohnen sich derartige Bonusprogramme?

Dr. Georg Greve: Die Bonusprogramme bieten jedem etwas. Es geht natürlich in erster Linie um die Förderung von gesundheitsbewussten Verhalten. Dazu setzt die Knappschaft als zusätzliche Motivation auf finanzielle Anreize. Der AktivBonus junior für junge Familien belohnt regelmäßige Vorsorge bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr mit bis zu 500 Euro. Nebenbei gibt es natürlich auch noch Punkte in unserem AktivBonus Programm. Kinder- und Jugendliche erhalten hier Wertgutscheine unseres Partners, der Buchhandlungskette Thalia. Erwachsene in jedem Alter erhalten geldwerte Bonuspunkte. Den AktivBonus gibt es von der Mitgliedschaft in einem Sportverein bis zu verschiedenen Vorsorge-Untersuchungen. Damit können bei regelmäßiger Teilnahme bis zu 140 Euro zusammenkommen.

krankenkassenRATGEBER: Durch das Versorgungsstrukturgesetz können die Krankenkassen ihren Versicherten in bestimmten Bereichen ergänzende Leistungen anbieten. Auf welche Veränderungen können sich diesbezüglich die Versicherten der Knappschaft freuen?

Dr. Georg Greve: Wir prüfen ständig eine Reihe von Maßnahmen, die unseren Versicherten einen echten Mehrwert bieten und nicht nur als Marketinginstrument herhalten sollen. Bis zur Einführung von weiteren Leistungen sehen wir es gegenüber unseren Versicherten als wichtige Aufgabe an, ihnen das bereits bestehende umfangreiche Angebot näherzubringen. Das ist wichtig, da das Angebot mit den vielen Leistungsunterschieden im Krankenkassenmarkt die Orientierung für die Kunden erschwert. Wir haben im Vorsorgebereich z.B. mit zahlreichen Urlaubs-Schutzimpfungen oder einem erweiterten Angebot beim Hautkrebsscreening viele kostenlose Zusatzleistungen. Serviceleistungen wie das kostenlose Servicetelefon, ein Gesundheitstelefon oder unsere Unterstützung bei der Vermittlung von Facharztterminen setzen da an, wo eine Krankenkasse wirklich gebraucht wird. Stolz sind wir auf ein bundesweit einmaliges Projekt. Wir freuen uns im Moment über die hohe Akzeptanz unserer prosper und proGesund-Netze. Mit diesen regionalen Gesundheitsnetzen gewährleistet die Knappschaft eine hohe medizinische Qualität und bietet durch die Befreiung von der Praxisgebühr und Einsparungen bei der Krankenhauszuzahlung auch finanzielle Vorteile.

krankenkassenRATGEBER: Das duale Gesundheitssystem ist aktuell stark in der Kritik. Glauben Sie, dass der Unterschied zwischen privat und gesetzlich Versicherten noch zeitgemäß ist?

Dr. Georg Greve: In Deutschland sind aktuell 90 Prozent der Bevölkerung gesetzlich versichert. Das Solidaritätsprinzip sichert allen Versicherten unabhängig von ihren Krankheitsrisiken den Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung zu. Dazu sind die gesetzlichen Krankenkassen nicht gewinnorientiert und arbeiten gemessen an den Verwaltungskosten wirtschaftlich. Dieses System funktioniert und muss aus meiner Sicht im Interesse aller Versicherten ständig weiterentwickelt und auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden. Ob angesichts des demografischen Wandels und des medizinischen Fortschritts eine nicht-solidarisch finanzierte Vollversorgung auf privater Basis für die Betroffenen überhaupt noch bezahlbar ist, lasse ich dahingestellt. Auf jeden Fall gibt es Veränderungsbedarf.

 

Das Interview führte Constanze Dewald

 
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