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Homöopathie als Leistung der Krankenkassen bedroht

Homöopathie als Kassenleistung in der Gesetzlichen Krankenversicherung bedroht14.07.2010

Erst wenige Jahre können homöopathische Heilverfahren auch im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung als Leistung abgerechnet werden - über Wahltarife oder Verträge zur Integrierten Versorgung. Nun haben Gesundheitspolitiker von SPD und CDU sowie weitere Funktionsträger zum Angriff auf die Homöopathie geblasen und wollen diese wieder aus der GKV verbannen.

Angestoßen wurde die Debatte durch ein SPIEGEL-Interview, in welchem SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit Blick auf die Sparzwänge gefordert hatte, man solle den Krankenkassen die Bezahlung der Homöopathie "schlichtweg verbieten".

Dabei zeigt ein simpler Zahlenvergleich, dass die Ausgaben der Krankenkassen für Homöopathie von 9 Mio Euro verschwindend gering sind im Gegensatz etwa zu den 32 Mrd € Rekordausgaben für konventionelle Arzneimittel im Jahre 2009.

Carola Reimann, ebenfalls SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, lehnte ein Verbot ab und erklärte der Presse, Herr Lauterbach vertrete zumindest in der eigenen Fraktion eine singuläre Position. Ganz so allein allerdings stand der SPD-Gesundheitspolitiker nicht mit seiner Forderung. 

Viel Rückenwind bekam er sogleich von seinem CDU-Kollegen Spahn, der erklärte, man könne die Homöopathie-Tarife gut und gerne "morgen wieder abschaffen". Der designierte Vorsitzende des AOK-eigenen "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" ( IQWiG ) verstieg sich dazu, die Homöopathie als "spekulatives" und "widerlegtes Konzept" zu bezeichnen. Und auch das meinungsbildende Leitmedium "Die Zeit" lässt einen Herrn Kupferschmidt titeln: "Es wäre schön, wenn die Homöopathie funktionieren würde. Tut sie aber nicht."

Es bleibt zu fragen, woher so viel scheinbar wissenschaftlich aufgeklärte Meinungs- und Stimmungsmache herkommt gegen einen ganzen Zweig der Heilkunde, der so alt ist wie das moderne Abendland und dessen Wirksamkeit von der WHO offiziell bestätigt ist. 

Bekannt wurde, dass die aktuelle Debatte nicht der erste politische Vorstoß in Richtung Verbot war. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses Hess erklärte, dass es schon mehrmals Versuche dieser Art gegeben habe, die von einflussreichen Politikern verhindert wurden.

Die Spitzenverbände von Krankenkassen und Pharmaindustrie haben sich indes klar für die Homöopathie und gegen eine Beschneidung von Leistungen in diesem Bereich ausgesprochen. 

Denn schließlich würden diese Leistungen von den Krankenkassen angeboten, weil zehntausende Patienten gute Erfahrungen damit machen würden, erklärte die Vizechefin des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie Sickmüller.

 

Quellen: ZDF, Frankfurter Rundschau

 

 
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