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Hypochondrie – Die Angst vor der Krankheit

Hypochondrie – Die Angst vor der Krankheit"Da hab' ich keine Freude dran. Das ist ein Leiden. Der Fachmann weiß das, denn die Angst vor Krankheiten ist nichts, was fröhlich stimmt." So antwortete der Entertainer Jürgen von der Lippe in der Talk-Sendung "Beckmann" auf die Frage nach seiner Freude am Hypochondrieren. Damit hat der Showmaster vollkommen Recht. Denn Hypochondrie ist nicht nur Einbildung, sondern eine ernst zunehmende psychische Erkrankung.


Sie gehört zur Gruppe der somatoformen Störungen, bei denen die Betroffenen über körperliche Beschwerden klagen, für die sich aber bei medizinischen Untersuchungen keine Ursachen finden lassen, die das Ausmaß des Leidens erklären könnten. Trotz dieser mangelnden Diagnosehinweise hält sich bei Hypochondern die ständige Angst, ernsthaft erkrankt zu sein oder es zu werden. Am häufigsten werden lebensbedrohliche oder chronische Krankheiten wie Tumoren, Leukämie, Multiple Sklerose oder Herzinfarkt befürchtet. Unter Fachleuten wird diese zermürbende Angst als Nosophobie bezeichnet.

Meist handelt es sich bei hypochondrisch veranlagten Personen um ängstliche, übervorsichtige Personen mit einem ausgeprägten Hang zur Selbstbeobachtung. Sie suchen beharrlich und voller Sorge nach Krankheitszeichen, die ihren Verdacht bestätigen könnten. Dazu gehört die ständige Kontrolle des eigenen Körpers und der Organfunktionen. Betroffene messen beispielsweise fast stündlich den Blutdruck, tasten sich fortwährend nach Knoten oder anderen Veränderungen ab. Dabei werden völlig normale Körperreaktionen falsch bewertet, so wird zum Beispiel die das Außeratem-Sein nach dem Treppensteigen als erstes Anzeichen für Lungenkrebs gedeutet. Dabei wird allerdings durch die ständige Angst um die eigene Gesundheit das körperliche Erregungsniveau so gesteigert, dass es tatsächlich zu einem Anstieg der scheinbaren Symptome kommt und die Überzeugung verfestigt wird, an einer Krankheit zu leiden.

Bei Untersuchungen des Psychologischen Instituts der Universität Mainz zeigte sich, dass etwa sieben Prozent der Deutschen an übertriebenen Gesundheitsbefürchtungen leiden. Psychologen der Universitäten Marburg und Dresden halten Hypochondrie hingegen für eine seltenere Krankheit. Sie befragten 4.181 zufällig ausgewählte Deutsche im Alter von 18 bis 65: Nur drei von ihnen zeigten die Symptome einer schweren Hypochondrie und weniger als drei Prozent litten unter ausgeprägten oder unrealistischen Krankheitsbefürchtungen. Dabei betrifft die Krankheit nicht wie weitläufig angenommen nur Männer, sondern beide Geschlechter gleichermaßen.   

 

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GesundheitsvorsorgeHypochondrie – Die Angst vor der Krankheit  16:19    09.02.2012