Startseite
Gesundheit
Arzt und Patient
Medikamente und Co
Gesetzlich versichert
Privat versichert
Service
Webmastertools
Impressum
Sitemap
News:    

Gesundheitsreform beschlossen: 15,5 Prozent plus unbegrenzte Zusatzbeiträge

Image15.11.2010

Die umstrittene schwarz-gelbe Gesundheitsreform von Minister Philipp Rösler ( FDP ) hat am 12. November den Bundestag passiert und tritt damit wie geplant zum Jahreswechsel in Kraft.

Der allgemeine Beitragssatz wird von derzeit 14,6 wieder auf 15,5 Prozent angehoben, was dem Stand zur Einführung des Gesundheitsfonds 2009 entspricht. Arbeitnehmer müssen dann 8,2 Prozent ihres Bruttoeinkommens an den Gesundheitsfonds abführen. Für Arbeitgeber erhöht sich der Satz wieder auf 7,3 Prozent und soll dann auf diesem Stand eingefroren werden. Denn in Zukunft sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Versicherten allein für weitere Ausgabensteigerungen aufkommen.

Dazu wird die bisherige Begrenzung der Zusatzbeiträge auf ein Prozent des Bruttoeinkommens aufgehoben. Krankenkassen können also ihre Unterfinanzierung mit Zusatzbeiträgen in beliebiger Höhe ausgleichen. Geringverdiener bekommen diese steigenden Kosten steuerlich erstattet.


Historische Entwicklung der Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung - Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Zusatzbeitrag

 

Anstatt einer von den Kassen geforderten Veränderung des umstrittenen Zuteilungssystems nach Diagnosen ( Morbi-RSA ) wird das Finanzierungsproblem also komplett auf die Solidargemeinschaft abgewälzt.
Wer also in einer Krankenkasse versichert ist, die wegen ihrer Versichertenstruktur zu wenig Mittel aus dem Fonds erhält und noch dazu ihre Ausgaben nicht verringern kann, muß damit rechnen, zukünftig über 10 Prozent seines Bruttoeinkommens an die Kasse bzw. den Fonds abzuführen.
Das allerdings dürfte dem Wettbewerb unter den Kassen eine neue Dynamik verleihen. Denn schon bei einem vehältnismäßig moderaten Zusatzbeitrag von 8 Euro haben in diesem Jahr hunderttausende Versicherte die Krankenkasse gewechselt.

Laut Regierungsangsangaben wird der Zusatzbeitrag 2012 im Schnitt 5 Euro betragen, in 2014 zwischen 10 und 16 Euro. Expertenschätzungen gehen von 80 Euro im Jahr 2020 aus.
Wirksam werden die Reformen zum 1. Januar 2011.

Für das kommende Jahr kann mit diesen drastischen Maßnahmen das prognostizierte Haushaltsdefizit in der GKV ausgeglichen werden. Schon 2012 droht dann die flächendeckende Einführung von Zusatzbeiträgen.


 

 
Suche

Anzeigen
Startseite arrow Gesetzlich versichert arrow Gesundheitspolitik arrow Gesundheitsreform beschlossen: 15,5 Prozent plus unbegrenzte Zusatzbeiträge  00:19    18.11.2017