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Gesundheitsfonds und Morbi-RSA: Antworten und Fragen

ImageAm 26. März 2007 wurde das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) im Bundestag beschlossen. In diesem Gesetz ist die Einführung des Gesundheitsfonds und weitere Veränderungen, etwa im Vergütungssystem oder Kassenrecht, festgelegt. Außerdem enthält das Gesetz wichtige Festlegungen über die Art und Weise der Neugestaltung der Finanzströme in der GKV.

Zentrale Einzugsstelle für alle Krankenversicherungsbeiträge wird in Zukunft das Bundesversicherungsamt (BVA) sein. Diese Behörde soll die Gelder des Fonds an die einzelnen Kassen verteilen.

In der bisherigen Praxis der Umverteilung nach dem Risikostrukturausgleich (RSA) wurden lediglich das Alter und Geschlecht der Versicherten, ihre Einkommensverhältnisse und die Zahl der beitragsfrei mitversicherten Familienmitglieder berücksichtigt, nicht aber ihr Gesundheitszustand. Jährlich bis zu 15 Mrd € wurden auf diese Weise in der Vergangenheit an Transferleistungen zwischen Krankenkassen gezahlt.
Die BKKen gehörten bei diesem System zu den größten Nettozahlern ( 2006: 8,7 Mrd € ), während die AOKen mit Abstand die meisten Mittelzuflüsse erhielten ( 2006: 13,1 Mrd € ).

Der neue Verteilungsschlüssel (Morbiditätsorientierter RSA oder kurz Morbi - RSA genannt ), macht die Krankheitsanfälligkeit ( Morbidität ) der Versicherten zum wesentlichen Kriterium für die Höhe der Finanzmittel, die aus dem Fonds an die Kasse gezahlt werden.  
Die Kassen sind ab sofort verplichtet, die krankheitsbezogenen Versicherten-Daten anonym zu erfassen, zu sammeln und zentral an das BVA weiterzuleiten, welches die Auswertung und Berechnung des Finanzbedarfs der Kassen vornimmt.
Diese entscheidende Neuausrichtung des solidarischen Finanzausgleichs stellt technisch und organisatorisch eine große Herausforderung dar und verursacht Kritik und politischen Streit.

So ist beispielsweise zu befürchten, dass sich Präventionsprogramme und Gesundheitsvorsorge bei diesem System nicht mehr "rechnen" für die Krankenkassen, die stattdessen in einen absurden Wettbewerb um möglichst viele kranke Versicherte gezwungen werden.
Weiterhin befürchten Kritiker, dass die stärkere Bürokratisierung einerseits zur Explosion der Verwaltungskosten führt und andererseits zu Manipulationen, etwa von Diagnosen, geradezu  einlädt. Die Diskussionen um die endgültige Praxis der Mittelverteilung sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

 

 

 

 
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Startseite arrow Gesetzlich versichert arrow Gesundheitspolitik arrow Gesundheitsfonds und Morbi-RSA: Antworten und Fragen  15:51    24.11.2017