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Übersicht: Vor- und Nachteile der GKV / PKV

Gesetzlich oder privat versichern?

 Unterschiede
 Gesetzliche Versicherung

 Private Versicherung

 Pflichtversicherung

Seit 01.04.07 besteht für alle GKV-Versicherte Versicherungspflicht.

Ehemalige PKV-Versicherte, die längere Zeit nicht versichert waren, können sich seit dem 01.07.07 wieder privat versichern. Die Versicherung erfolgt nach dem Basistarif (Sicherstellung der Versorgung, Kontrahierungszwang, keine Risikozuschläge). 

 Mitgliedschaft

Jeder Versicherte kann in jede gesetzliche Krankenkase eintreten, die in dem Bundesland, in dem man wohnt oder arbeitet, geöffnet ist.

Freiberuflern, Selbständige und Beamte können in eine PKV eintreten. Arbeitnehmer können nur in eine PKV eintraten, wenn ihr jährliches SV-pflichtiges Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

 Gesundheitsprüfung

Ein Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenkasse erfolgt unabhängig von Vorerkrankungen oder Risiken.

In der Regel wird von der PKV vor dem Wechsel eine Gesundheitsprüfung verlangt, manchmal auch eine ärztliche Untersuchung.

 Leistungsanspruch

Ein Leistungsanspruch besteht sofort.

Leistungsanspruch besteht nach einer allgemeinen Wartezeit von drei Monaten (bei Unfällen sofort). Bei Zahnersatz gibt es in der Regel besondere Wartezeiten, abhängig vom gewählten Tarif.

 Beitrag

Der monatliche Beitrag ist abhängig vom Bruttoeinkommen. Er beträgt 15,5 % (AN-Anteil 8,2 %). Seit 01.01.2009 kann ein Zusatzbeitrag erhoben werden (seit 2011 in beliebiger Höhe).

Der Montsbeitrag ist abhängig von Leistungsumfang, Eintrittsalter, Geschlecht und Vorerkrankungen.

 Sparmöglichkeiten

Zusätzliche Sparmöglichkeiten gibt es durch Wahltarife und Bonusmodelle. Einzelne Kassen schütten auch Prämien aus.

Sparmöglichkeiten gibt es durch Selbstbeteiligungen, Rückerstattungen oder Verzicht auf Leistungen für bestehende Erkrankungen.

 Beitragsfreiheit

Während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschutzgeld und Elterngeld besteht Beitragsfreiheit.

Bei der PKV gibt es keine beitragsfreien Zeiten.
 Ehepartner und Kinder

Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen bis 23 Jahre (Studenten bis 25 Jahre plus Wehr- oder Zivildienst)

Ehepartner und Kinder müssen selbst versichert werden.

 Altersrückstellung

Bei der GKV gibt es keine Altersrückstellungen. Es wird nach dem Umlageprinzip gewirtschaftet.

In der PKV werden Altersrückstellungen gebildet. Seit 01.01.09 können die gesetzlich vorgeschriebenen Alterungsrückstellungen zur nächsten PKV mitgenommen werden.

 Rentner

Freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Rentner zahlen auf alle Einkünfte denn halbe Beitragssatz.

Rentner müssen sich auf steigende Prämien im Alter einstellen. Die gebildeten Altersrückstellungen dienen aber zur Beitragsminderung.

 ärztliche Behandlungen

ärztlichen Behandlungen erfolgen über Vertragsärzte. Alle Untersuchungen und Behandlungen, die laut Sozialgesetzbuch sowie vom Gemeinsamen Bundesausschuss der ärzte, Kassen und Kliniken als medizinisch notwendig, wirtschaftlich und wirksam anerkannt sind, werden voll bezahlt.

In der PKV herrscht freie Arztauswahl unter allen niedergelassenen ärzten. Es erfolgt volle Kostenübernahme meist aller Leistungen, die der Arzt für medizinisch notwendig hält, abhängig von gewählten Vertrag.

 Heilpraktiker

Heilpraktikerleistungen werden nicht bezahlt.

Heilpraktikerleistungen sind in der Regel mitversichert.

 Praxisgebühr

Gesetzlich Krankenversicherte bezhalen pro Quartal 10 Euro Praxisgebühr.

Bei privat Versicherten fällt keine Praxisgebühr an.
 Medikamente

Für Arzneimittel gelten folgende Zuzahlungen: 10% des Medikamentenpreises, mindestens aber 5 Euro und maximal 10 Euro. Für rezptfreie Medikamente erfolgt keine Erstattung.

Meistens erfolgt volle Erstattung aller medizinisch notwendigen Medikamente.

 Kostenübernahme

Bei den gesetzlich Versicherten rechnet der Arzt die Kosten nach einer Behandlung direkt mit der Krankenkasse ab. 

PKV- Versicherte erhalten nach einem Arztbesuch eine Rechnung direkt vom Arzt. Diese muss zunächst von Versicherten bezahlt werden. Erst nach einreichung bei der Versicherung erhält erdie Kosten erstattet. Eine 100prozentige Kostenübernahme findet oft nicht statt.

 Krankengeld

Bis sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber Lohnfortzahlung. Anschließend zahlt die Krankenkasse Krankengeld (70 % vom Brutto, max. 90 % vom Netto)

Krankentagegeld wird gezahlt. Höhe und Beginn sind abhängig vom Tarif.

 Kinderkrankengeld
  Bei Erkrankung eines Kindes unter 12 Jahre wird von der Krankenkasse Krankengeld gewährt. Diese ist begrenzt auf 10 Tage pro Jahr je Kind (Alleinstehende 20 Tage pro Jahr).   Bei Erkrankung des Kindes besteht kein Anspruch auf Krankengeld.
 Fahrtkosten

Rettungsfahrten, Krankenhausfahrten sowie in der Regel Fahrten zur Dialyse, Chemotherapie und Bestrahlung werden bezahlt. Dazu wird eine Eigenbeteiligung von 5 bis 10 EUR verlangt.

Rettungsfahrten und Krankenhausfahrten und je nach Tarif auch Fahrten zur ambulanten Behandlung werden bezahlt.

 Zahnarzt

Medizinisch notwendige Behandlungen werden voll übernommen. Mehrkosten für Inlays, Kunststofffüllungen oder prof. Zahnreinigung müssen die Patienten selbst tragen.

Volle Kostenübernahme (auch Inlays), abhängig vom gewählten Tarif.

 Zahnersatz

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten einen Festbetrag, der sich bei regelmäßiger Vorsorge erhöht. Er deckt ca. 50 % der Kosten ab.  

Die Höhe der Erstattung ist abhängig vom gewählten Tarif. Die Art des Zahnersatzes spielt dabei meist keine Rolle.

 Kieferorthopädie

Für Kinder wird Kiefernorthopädie bezahlt, wenn es med. notwendig ist. Der Eigenanteil wird nach erfolgreicher Behandlung erstattet. Für Erwachsene erfolgt nur in Ausnahmefällen eine Erstattung.

Für Kinder und Erwachsene ist abhängig von Tarif eine komplette Kostenübernahme möglich.

 Krankenhaus

Der Arzt überweist in das Krankenhaus. Erwachsene müssen Eigenleistung in Höhe von 10,00 EUR täglich bis 28 Tage pro Jahr übernehmen.

In der PKV gibt es freie Krankenhauswahl mit meist voller Kostenübernahme. Je nach Tarif kann Ein- oder Zweibettzimmer bzw. Chefarztbehandlung gewählt werden.

 Hilfsmittel (Brillen, Hörmittel, Prothesen)

Hilfmittel werden erstattet, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis enthalten sind, allerdings nur in einfacher Ausführung.( Zuzahlung von 5 bis 10 EUR). Brillengläser (nicht das Gestell) weden nur Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren sowie Erwachsenen mit starker Sehschwäche erstattet, Kontaktlinsen nur in Ausnahmefällen.

Die Erstattung von Brillen erfolgt meist bis zu einer Obergrenze (je nach Tarif). Oft werden auch Kontaktlinsen erstattet. Hilfsmittel werden nach dem Hilfsmittelkatalog des jeweiligen Tarifs erstattet.

 Heilmittel

Heilmittel wie z.B. Massagen oder Krankengymnastik sind mit 10 % der Gesamtkosten selbst zu tragen. Dazu kommen 10 Euro pro Verordnung.

In der PKV erfolgt die volle Erstattung aller medizinisch notwendigen Heilbehandlungen.

 Häusliche Krankenpflege

Anspruch besteht in der Regel bis zu vier Wochen je Krankheitsfall.

Häusliche Krankenpflege wird in der Regel nicht übernommen.

 Haushaltshilfe

Haushalthilfe wird bezahlt bei Klinik- oder Kuraufenthalt, wenn der Partner berufstätig ist und ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes Kind im Haushalt lebt.

Haushalthilfe wird in der Regel nicht übernommen.

 Empfängnisverhütung

Die GKV übernimmt die Kosten bis zum 20. Geburtstag nach ärztlicher Verordnung.

Empfängnisverhütung wird nicht bezahlt.
 künstliche Befruchtung

50 Prozent der Kosten werden übernommen für maximal drei Versuche bei verheirateten 25- bis 39-jährigen Frauen und 25- bis 49-jährigen Männern.

Volle Kostenübernahme bei Verheirateten mit Aussicht auf Erfolg.

 Schwangerschaftsabbruch / Sterilisation
Volle Erstattung für einen Schwangerschaftsabbruch im rechtlichen Rahmen. Sterilisation wird erstattet, wenn sie wegen Krankheit notwendig wird. Abbruch wird in der Regel nur bei medizinischer Indikation erstattet. Sterilisation wird erstattet, wenn sie wegen Krankheit notwendig wird.
 

 
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