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Fitness nicht nur für Erwachsene – fast jedes dritte Kind ist zu dick

ImageDie eine Hand in der Chipstüte, die andere an der Fernbedienung – so oder ähnlich sieht heute der Alltag vieler Kinder aus. Die Folgen sind deutlich sichtbar: Immer mehr Kinder sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie (DGKJP) übergewichtig.

Bereits bei der Einschulung bringt jeder dritte Junge und jedes vierte Mädchen zu viele Pfunde auf die Waage. „Wir konnten in der Aachener Vorschulstudie eine deutliche Zunahme von Übergewicht in den vergangenen 35 Jahren nachweisen“, erläutert Prof. Beate Herpertz-Dahlmann, Präsidentin der DGKJP.

Die gesundheitlichen Auswirkungen sind weit reichend. Schon Jugendliche entwickeln den so genannten Altersdiabetes, der sich in Form von Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck zeigt. Auf Dauer drohen orthopädische Probleme an Hüften, Knien oder Füßen. Dazu kommen psychosoziale Beeinträchtigungen. Aus Angst, gehänselt zu werden, trauen sie sich nicht mehr in die Schwimmhalle oder verweigern sich dem Schulsport. Diese Entwicklung setzt sich fort, so Prof. Johannes Hebebrand von der DGKJP: „Junge Erwachsene mit starkem Übergewicht (Adipositas) werden beruflich und finanziell benachteiligt. Dies trifft insbesondere auf Frauen zu. Auch bleiben adipöse Erwachsene häufiger als Normalgewichtige unverheiratet.“

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Bei der Behandlung empfiehlt die DGKJP verhaltenstherapeutische Ansätze und die Einbeziehung der Familie. Damit könne das Verhalten der Kinder so beeinflusst werden, dass sie weniger und anders essen und sich mehr bewegen. Wichtig ist zudem eine Ernährungsberatung, welche bei der Nahrungsumstellung hilft.

Auf Verbote oder penibles „Kalorienzählen“ verzichten die Therapeuten heute in der Regel. Vielmehr sollen sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Ausfüllen von Ernährungsprotokollen ihres Essverhaltens bewusst werden. Praktische Kochübungen, regelmäßiges Wiegen und das Erfassen des Körperfettanteils sind weitere Maßnahmen.


Übergewicht wird zum gesundheitspolitischen Problem

Die Behandlung von Übergewicht kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. „Der Vorteil einer ambulanten Therapie ist die problemlose Einbeziehung der Eltern sowie die bessere Möglichkeit, eingefahrene und Adipositas-fördernde Familienstrukturen zu verändern“, erklärt Prof. Hebebrand. Stationäre Maßnahmen können wiederum durch bessere Kontrollmöglichkeiten vor Ort und eine gewisse Distanz zur häuslichen Umgebung kurzfristig sehr effektiv sein. „Hier ist anschließend jedoch eine mittel- bis langfristige Nachbetreuung notwendig.“

Nach Ansicht der DGKJP stellt Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen eines der bedeutendsten gesundheitspolitischen und ökonomischen Probleme der Zukunft dar. Daher seien Maßnahmen auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen erforderlich. „Die Therapie der Kinder und Jugendlichen ist nur die eine Seite. Besondere Bedeutung kommt der Prävention zu. Wir müssen Kinder und Eltern frühzeitig aufklären und dürfen nicht so lange warten, bis die Weichen schon gestellt sind“, so Prof. Hebebrand.


Eine verhängnisvolle Kombination: Fastfood und Fernsehen

Die Ursachen für die erschreckende Entwicklung liegen der DGKJP zufolge vor allem in der ungesunden, fett- und kalorienreichen Ernährung aus Fastfood, Snacks und zuckerhaltigen Getränken sowie mangelnder Bewegung In den vergangenen Jahren haben sich die Essgewohnheiten in den Familien sehr verändert: So wird weniger Wert auf gemeinsame und regelmäßige Mahlzeiten gelegt. Außerdem haben sich die Hobbys der Kinder und Jugendlichen hin zu Computern und Fernsehen verschoben, auch sind die Heranwachsenden heute häufiger auf sich selbst gestellt als früher.

Doch auch die Gene spielen eine wichtige Rolle. Die molekulargenetische Forschung hat in den vergangenen Jahren einige Genvarianten identifiziert, die die Entwicklung von Übergewicht begünstigen. „Der größte Risikofaktor für kindliches Übergewicht ist Adipositas bei den Eltern“, sagt Prof. Johannes Hebebrand von der DGKJP. „80 Prozent der stark übergewichtigen Kinder haben zumindest ein übergewichtiges Elternteil, bei mindestens 25 Prozent sind Mutter und Vater übergewichtig.“

Auch die Hoffnung, dass es sich bei den Fettpölsterchen um Babyspeck handelt, der sich mit der Zeit „auswächst“, wird nur in den seltensten Fällen erfüllt. Ist ein Kind im Alter von sechs Jahren zu dick, hat es zu 50 Prozent als Jugendlicher ebenfalls Gewichtsprobleme. Je übergewichtiger ein Kind ist, desto wahrscheinlicher ist, dass es auch im Erwachsenenalter mit überflüssigen Pfunden zu kämpfen hat.

 

 
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Startseite arrow Gesundheit arrow Kinder arrow Fitness nicht nur für Erwachsene – fast jedes dritte Kind ist zu dick  03:49    18.11.2017