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Wenn Essen kein Genuss mehr ist

ImageDie deutschen sind die dicksten Europäer. Diese Botschaft ging im April letzten Jahres durch alle Medien. Seitens der Bundesregierung wurde darauf hin ein Aktionsplan für ein dünneres Deutschland geschaffen. Deutschland muss abnehmen, so die Botschaft der Aktion. Im Dezember startet dann eine beinah gegenteilige Kampagne. Unter dem Aktionstitel „Leben hat Gewicht.“ soll gegen den Schlankheitswahn in Mode, Werbung und Kultur vorgegangen werden. Diese beiden Beispiele zeigen

, dass Ern&auml und Gewicht eine sehr wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Dies ist auch richtig, denn eine gesunde Ern&auml bildet die Grundlage für ein gesundes Leben. Wenn sich jedoch jede Minute des Lebens um das Thema Essen dreht, wird es gefährlich. Dann kann eine Esstörung vorliegen.

Ursachen und Wirkungsmechanismen einer Essst&ouml

Die Übergänge zwischen „normal“ und „krankhaft“ sind sehr fließend und von vielen Faktoren abhängig. So gibt es Menschen, die aus religiösen oder ideologischen Gründen bestimmte Ernährungsformen pflegen oder bestimmte Dinge nicht essen Diese sind jedoch keinesfalls essgestört. Auch Menschen, die ein bisschen zu dick sind, leiden nicht unbedingt an einer Essst&ouml.
Erst beim zwanghaften Gedankenkreisen um das Thema Ern&auml liegt eine Essst&ouml vor. Diese ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die meist durch seelische Belastungen ausgelöst werden. Die Folge einer Essst&ouml sind oft körperliche Schäden. Betroffene versuchen ihren Körper zu manipulieren, sie finden in der Tatsache, sehr wenig oder sehr viel zu essen Befriedigung. Diese Erleichterung dauert jedoch nur kurz an. Esssgestörte müssen sich daher schnell wieder einer Wiederholungsbefriedigung hingegeben. Die Essst&ouml gerät so in einen Teufelskreis, die Personen fühlen sich nocht mehr ausgeliefert.


Dünn = Schön?


Die Models, die uns von Plakaten anlächeln, sind in erster Linie eins: dünn. Das gängige Schönheitsideal gibt uns vor, dass Untergewicht erst wirklich schön ist. Hinzu kommt, dass Schlankheit immer wieder mit Attraktivität, beruflichem und privatem Erfolg gleichgesetzt wird.
ieses Schönheitsideal kann - verbunden mit Diäten oder kontrolliertem Essverhalten – ein Auslöser für eine Essst&ouml sein. Die Ursachen liegen jedoch meist im persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich. So kommen oft zahlreiche Faktoren, wie Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl, Spannungen in der Familie, Trennungserlebnisse, der Druck unter Gleichaltrigen (Peergruppe) usw. zusammen.

Essstörungen treffen noch immer häufiger Frauen als Männer, doch auch immer mehr Jungen erkranken an den Essproblemen. Magersucht tritt vor allem im Alter zwischen 14 und 18 Jahren auf. Allerdings gibt es auch Ersterkrankungen vor dem 10. und nach dem 25. Lebensjahr. Die gefährliche Zeit an Bulimie zu erkranken, liegt zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr.Zwischen dem 20. und 30., aber auch zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr häuft sich die Ersterkrankung an Binge Eating.


Merkmale einer Essst&ouml:

  • Sie lehnen ihren Körper als zu dick ab
  • Ihre Gedanken kreisen nur ums Essen und die Figur
  • Sie haben ständig Angst zuviel zu essen und zuzunehmen
  • Sie kontrollieren ständig ihr Gewicht
  • Sie vergleichen sich ständig mit schlanken Menschen
  • Sie können nicht mehr spontan lustvoll essen und ernähren sich nur nach Essens- und Diätplänen
  • Bei Misserfolgen, Enttäuschungen und negativen Gefühlen greifen Sie zum Essen
  • Sie essen als Ersatzhandlung und nicht um sich zu sättigen
  • Sie haben keine Kontrolle mehr über eine vernünftige Essensmenge, auch kleine Mahlzeiten werden als üppig empfunden.
  • Sie kennen weder Hunger noch Sättigungsgefühl

Quelle: www.bzga-essstoerung.de

Autor: Julia Rauschenbach

 

 
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