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Zerrissen zwischen Extremen – Das Borderline-Syndrom

ImageBeziehungen zu den Mitmenschen sind nicht immer konfliktfrei und oft kompliziert. Manchmal kann es aber auch sein, dass Personen überhaupt nicht fähig sind, Beziehungen zu Mitmenschen auf eine angemessene Art und Weise einzugehen. Dies kann ein mögliches Zeichen für ein Borderline-Syndrom sein.



Borderline-Störungen bewegen sich zwischen Neurose und Psychose

Kennzeichen für diese Störung ist, dass die sozialen Beziehungen sehr instabil sind. Gleichzeitig ist auch das Selbstbild und die emotionale Stimmung starken Schwankungen unterworfen. Der Begriff „Borderline" steht für „Grenzbereich", da in der Psychologie angenommen wird, dass sich diese Störung zwischen zwischen Neurose und Psychose bewegt. In Deutschland leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung unter einer Borderline-Störung. Besonders auffällig ist der hohe Anteil an Frauen. Etwa 70 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Viele dieser Patienten leider neben der Borderline-Störung unter weiteren psychischen Probleme wie etwa Depressionen.

Nicht jede "Macke" ist gleich Borderline

Wie bei vielen psychischen Krankheiten, ist die Abgrenzung von einem kranken zu einem gesunden Menschen sehr schwierig. So sind die Grenzen zwischen persönlichen "Macken" (bzw. hervorstechenden Persönlichkeitseigenschaften) zu einer gestörten Persönlichkeit oft schwer zu ziehen. Deshalb sollte die Diagnose „Borderline-Störung" nur gestellt werden, wenn die sozialen Beziehungen des Betroffenen so stark beeinträchtigt werden, dass seine berufliche und private Leistungsfähigkeit deutlich herabgesetzt ist.

Eines der Kennzeichen für eine Borderline-Störung sind Schwierigkeiten, seine Gefühle richtig zu regulieren. Oft ist die Grundeinstellung dieser Person eher negativ, doch es kann sehr schnell zu Phasen von starker Erregbarkeit, Angst oder Verzweiflung kommen. Diese sind häufig Ausdruck der Neigung, sehr schnell und extrem auf zwischenmenschliche Belastungen zu reagieren. Insbesondere wenn der Betroffene Vernachlässigung oder Zurückweisung erlebt, kommt es oftmals zu Wutausbrüchen, die für die Betroffenen kaum zu kontrollieren sind. Schon Kleinigkeiten reichen aus eine heftige und lang anhaltende Reaktion zu provozieren.

Betroffene sind oft verzweifelt bemüht, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Sehr häufig werden schon zeitlich begrenzte Trennungen oder auch minimale Verspätungen des anderen als sehr bedrohlich empfunden. Das Schwarz-Weiß bzw. Alles-oder-Nichts Denken ist ein ständiger Begleiter des Borderline - Patienten. Diese Denken findet sich im Umgang mit anderen Menschen, dies bedeutet z.B. wenn jemand eine Verabredung absagt, kann das eigentlich nur heißen, dass er mich hasst.


Begleiterscheinungen: Sucht und Selbstgefährdung

Aber nicht nur die Wahrnehmung einer anderen Person, sondern auch die Wahrnehmung der eigenen Person ist bei Betroffenen sehr wechselhaft. So kann sich sehr häufig der Berufswunsch verändern oder die eigenen Wertvorstellungen. Ein weiteres Kennzeichen ist, dass die Betroffene sich häufig selbst gefährden. Sie sind sehr impulsiv in allen Bereichen des Lebens. Dies kann das schnelle Autofahren sein, aber auch Glücksspiel, zu häufige Essen oder Drogenkonsum. Viele Patienten schädigen sich selbst, manchmal auch ihren Körper. Sie sind Schnitte oder Brandwunden ein weiteres mögliches Zeichen für das Borderline-Syndrom. Menschen mit einer Borderline-Störung klagen auch vielfach über ein anhaltendes Gefühl innerer Leere; sie leiden unter einem quälenden Gefühl der Langeweile und sind häufig auf der Suche nach einer Beschäftigung.

 

Ursachen liegen oft in der Kindheit - junge Menschen häufiger betroffen

Von einem Borderline-Syndrom können theoretisch alle Menschen betroffen werden. Häufiger kommt es allerdings bei jungen Menschen vor. Die ersten Anzeichen können schon im Kindesalter auftreten und entwickeln sich mit zunehmendem Alter weiter. Die Ursachen liegen meist in der Kindheit, denn bereits dort bilden sich häufig Strukturen und Denkmuster bei einer Person, die später Auswirkungen auf das Selbst- und Fremdbild haben. Einige Studien haben den Zusammenhang von Missbrauchserfahrungen und der Entstehung von Borderline-Störungen untersucht. Das Ergebnis war, dass über 80 Prozent aller Borderline-Patienten über schwere traumatische Erlebnisse, wie sexuellen oder körperlichen Missbrauch oder dem Miterleben von extremer häuslicher Gewalt, berichten. Sehr häufig passiert es, dass der Täter kein Unbekannter für das Kind ist, sondern eine wichtige Bezugsperson wie etwa ein Elternteil oder eine Person aus der Verwandschaft. Bei den Kinden entsteht so ein Widerspruch: Denn eigentlich sollte diese geliebte Person sie schützen. Diese Person ist nun aber identisch mit der Person, vor der sie geschützt werden wollen. In diesem Spannungsfeld kann das Kind sehr schwer eine angemessene Reaktion wie Wut oder Ekel zeigen. Nun kann es sein, dass das Kind als Reaktion seine Gefühle nach innen richtet, also auf sich selbst.

Diese zwiespältigen Gefühle können auch in späteren Beziehungen bei Borderline-Patienten eine Rolle spielen. Auch hier können gleichzeitig unvereinbare Emotionen erlebt werden, wie die Zärtlichkeit des Partners, verbunden mit der gleichzeitigen Angst vor ihm. Diese extreme Widersprüchlichkeit der Gefühle lässt die Betroffenen im Umgang mit anderen Menschen zwischen extremen Polen hin und her schwanken

Aber nicht alle Patienten, die unter dem Borderline-Syndrom leiden, sind in ihrer Kindheit Opfer von Missbrauch gewesen. Gemeinsam ist aber vielen, dass sie in ihrer Kindheit nicht gelernt haben, mit schwierigen Situationen und Gefühlen umzugehen. Oft wurden in ihrem Umfeld die Menschen entweder als nur positiv oder nur negativ dargestellt. So könnte ein Kind gelernt habe, dass es als braves Kind nie wütend sein darf. Im Leben als Jugendlicher und Erwachsener fällt es diesem Menschen dann schwer, seine Gefühle zu kontrollieren. Eine andere Ursache für eine Borderline-Störung sind häufig extreme emotionale Vernachlässigung oder übermäßige Strenge die Erziehung.

 

 

 
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