Ballaststoffe haben zahlreiche günstige Auswirkungen auf unseren Organismus: Sie beeinflussen die Darmbewegung und verhindern Verstopfungen (Obstipation). Dementsprechend kann es bei empfindlichen Personen bei ballaststoffarmer Ernährung zu Obstipation kommen.
Der Stuhl wird hart und die Darmentleerung unangenehm. Zudem können sich sogenannte Divertikel bilden. Dies sind Ausstülpungen der Darmwand, die durch den erhöhten Druck des Stuhles entstehen. Dieser kann sich in den Ausstülpungen ansammeln und durch die Darmbakterien vergoren werden, wobei sich toxische Stoffe bilden können. Die Folge ist eine Entzündung, die zu einer schmerzhaften Divertikulitis, die einen Darmdurchbruch zur Folge haben kann, führen kann.
Auch die Entstehung von Hämorriden wird mit einer ballaststoffarmen Ernährung in Zusammenhang gebracht. Bei Hämorriden handelt es sich um ein Venengeflecht im Enddarm, das als dichter Darmverschluss dient. Durch den starken Pressdruck während der Darmentleerung bei Obstipation können diese Gefäße stark anschwellen und aussacken. Die Folge ist, dass der Darmverschluss nicht mehr einwandfrei dicht ist. Hinzukommen Schmerzen und Juckreiz. Die Gefäßen können platzen und typische hellrote Blutungen verursachen.
Mit einer ballaststoffarmen Ernährung wird auch ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs in Verbindung gebracht. Dabei sollen vor allem die Ballaststoffe aus Getreide schützend wirken. Zusätzliche wirken sich eine hohe Gemüsezufuhr und körperliche Bewegung protektiv aus.
Heute werden teilweise auch gesundheitliche Risiken von Ballaststoffen diskutiert, die allerdings fast vollständig zurückgewiesen werden können. Dabei wird von sogenannten Lektinen gesprochen, die die Darmwand schädigen sollen, was aber mit physiologischen Ballaststoffkonzentrationen nicht erreicht wird. Bestimmte Enzyminhibitoren sollen die Verdauung hemmen – diese werden allerdings beim Erhitzen zerstört und wirken sich kaum auf die Nährstoffaufnahme im Darm aus. Das Problem der erhöhten Phytinsäureaufnahme aus Vollkorn ist jedoch bestätigt: Diese bindet Spurenelemente wie Eisen und Zink und hemmt deren Aufnahme. Daher sollten solche Quellen getrennt aufgenommen werden.
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