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Dr. Helmut Platzer, Chef der AOK Bayern, zum Hausarztprogramm, drohenden Zusatzbeiträgen und der eGK

Image08.04.2011

Die AOK Bayern steht in Verhandlungen über einen neuen Hausarztvertrag, nachdem der alte im Streit gekündigt wurde. Zu dieser und weiteren Fragen wie den drohenden Zusatzbeiträgen wegen Rückforderungen in Millionenhöhe spricht im Interview Dr. Helmut Platzer, der Vorstandsvorsitzende der bayrischen AOK.


KrankenkassenRATGEBER:
Bislang muss kein AOK-Versicherter, weder in Bayern noch in anderen Bundesländern, Zusatzbeiträge entrichten. Wird es 2011 allen Unkenrufen zum Trotz dabei bleiben?

Helmut Platzer: Nach der aktuellen Schätzung stellt der Gesundheitsfonds bundesweit für alle Kassen in diesem Jahr ausreichend Mittel zur Verfügung. Das gilt nach den bisherigen Bescheiden auch für alle AOKen. Die AOK Bayern ist zuversichtlich, ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag in diesem Jahr ersparen zu können. Die Restunsicherheit wegen dauernder fondstypischer Veränderungen der Finanzströme treffen alle Kassen gleichermaßen, sodass niemand die Situation längerfristig vorherzusehen vermag.

KrankenkassenRATGEBER: Die verlorene Klage gegen das Bundesversicherungsamt bedeutet, dass die AOK Bayern innerhalb eines Jahres nun über 90 Millionen Euro an den Gesundheitsfonds zurückzahlen muss. Wie ist das ohne Zuatzbeitrag zu bewerkstelligen?

Helmut Platzer: Die jetzt tatsächlich vorzunehmende Rückzahlung dieser Mittel an den Gesundheitsfonds geschieht nicht in einem Betrag, sondern in 12 gleichbleibenden Monatsraten. Die Rückzahlungsverpflichtung wurde bilanziell zu Lasten des voraussichtlichen Jahresergebnisses 2010 bereits berücksichtigt. Insofern bestehen keine bilanziellen Risiken mehr. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass über unsere Klage im Hauptsacheverfahren noch nicht verhandelt wurde und sind nach wie vor optimistisch, uns vor den Gerichten durchzusetzen.

KrankenkassenRATGEBER: Der Streit mit den Hausärzten und die Kündigung des Hausarztvertrages brachte Verschlechterungen für 2,6 Millionen Versicherte mit sich. Wenn es wie vorgesehen bald einen neuen Vertrag geben wird, enthält dieser dann dieselben gewohnten Vergünstigungen für die Versicherten wie z.B. die verringerte Praxisgebühr?

Helmut Platzer: Bayerische Patienten können damit rechnen, dass es 2011 Hausarztverträge geben wird, die versichertenfreundlich gestaltet sind und besser als bisher wirtschaftlichen Erfordernissen und den Anforderungen an eine Weiterentwicklung der Versorgungsqualität gerecht werden. Patientinnen und Patienten können derzeit ihren Hausarzt wie gewohnt weiterhin mit ihrer Versichertenkarte aufsuchen. Denn die Kündigung des Hausarztvertrages betrifft nur die „besondere“, nicht die allgemeine hausärztliche Versorgung. Die Versorgungssicherheit der Patienten ist auch in der Zeit ohne speziellen Hausarztvertrag vollumfänglich gewährleistet, denn die Ärzte sind im Rahmen ihrer vertragsärztlichen Zulassung zur Behandlung verpflichtet. Für eine Anschubfinanzierung im Sinne einer Befreiung von der Praxisgebühr ist künftig keine Notwendigkeit mehr gegeben, da bei zuletzt 2,7 Millionen eingeschriebenen Versicherten offenbar mehr als ausreichend Interesse besteht.

KrankenkassenRATGEBER: Geschieht die Wiedereinschreibung in den Hausarztvertrag für die Versicherten automatisch oder ist eine neue Erklärung mit Unterschrift nötig?

Helmut Platzer: Einem neuen Vertrag müssen die Hausärzte erneut beitreten und auch die Patienten müssen sich neu einschreiben. Rein praktisch war das allerdings in der Vergangenheit kein Problem.

KrankenkassenRATGEBER: Noch in diesem Jahr müssen über 400.000 Versicherte mit der Elektronischen Gesundheitskarte ausgestattet werden. Wann beginnt die AOK Bayern mit dem Rollout?

Helmut Platzer: Am 4. Oktober 2011 soll der Roll-Out beginnen. Bei uns müssen sogar 430.000 Versicherte versorgt werden, was den geforderten zehn Prozent der Versicherten entspricht. Wir sind zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird, auch wenn es sich hier um ein eher "sportliches" Ziel handelt.

 

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