DMP-Programme (Disease-Management-Programme oder zu deutsch: „Krankheits-Bewältigungs-Programme“) werden seit 2002 von den Krankenkassen als freiwilliges Programm für die Versicherten angeboten. Sie verfolgen das Ziel, die Gesundheitskosten zu senken und dabei die Lebensqualität und Behandlungserfolge der Patienten zu steigern.
In Koordination von Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen soll es im Rahmen des DMP-Programms zu regelmäßigen Kontrollen des Gesundheitszustandes des Diabetikers kommen. Darüber hinaus wird eine Diabetes-Schulung angeboten, welche die Betroffenen über ihre Krankheit aufklären und entsprechende Verhaltensweisen aufzeigen soll.
Das DMP-Programm für Diabetiker soll gekennzeichnet sein durch qualitätsorientierte und patientenbezogene Betreuung sowie durch eine interdisziplinäre, berufs- und sektorenübergreifende Behandlung und eine standardisierte Dokumentation des Behandlungsverlaufs. Der teilnehmende Versicherte muss also in die Nutzung der erhobenen Daten einwilligen. Im Mittelpunkt der Betreuung soll der Hausarzt stehen. Er vereinbart die konkreten Behandlungsziele mit dem Patienten, steuert die notwendigen Behandlungsschritte, sichert das reibungslose Zusammenwirken aller Versorgungsebenen und garantiert die regelmäßige Dokumentation des Behandlungsverlaufs.
Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit dem AOK-Bundesverband verglich den Behandlungserfolg von Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern strukturierter Behandlungsprogramme. Erste Ergebnisse zeigen, dass es bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II, die an einem DMP-Programm teilnahmen, deutlich weniger Todesfälle gab als bei Nicht-Teilnehmern.
"Die regelmäßigen Untersuchungstermine und die Vereinbarung von Therapiezielen in Kombination mit Schulungen und gezielten Informationen für Patienten und Ärzte tragen möglicherweise besonders dazu bei, dass gesundheitliche Komplikationen und Probleme bei den Patienten vermieden oder schneller erkannt werden.", sagte Prof. Joachim Szecsenyi vom Universitätsklinikum Heidelberg bei der Vorstellung der Ergebnisse. In Patientenbefragungen zeigte sich zudem, dass die DMP-Patienten mit dem Ablauf und der Organisation ihrer Behandlung deutlich zufriedener waren als Patienten in der Regelversorgung.
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