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Die Wege aus der Hypochondrie

Image"Damit muss der Arzt leben können, dass ich ihm erkläre, was ich gerade habe und welche Therapie ich erwarte.", erklärt Jürgen von der Lippe. Und nach diesen Regeln, läuft wohl der typische Arztbesuch eines Hypochonders ab.

Denn vor dem Ausbruch einer vermeintlichen Erkrankung sind die Betroffenen meist schon mit Informationen über das Leiden in Kontakt gekommen, etwa durch eine Person, die im Umfeld schwer erkrankt ist oder durch Berichterstattung in den Medien. Hält die ausgeprägte Angst des Patienten, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden über mindestens sechs Monate an, ohne dass die meist zahlreichen aufgesuchten Ärzte ("doctor-hopping") körperliche Ursachen finden konnten, deutet dies darauf hin, dass es sich um Hypochondrie handelt.

Dann gilt es, einen Fachmann hinzuzuziehen, etwa einen Psychiater, Psychotherapeuten oder Facharzt für Psychosomatische Medizin. Denn es handelt sich ja nicht um eine körperliche, sondern um eine psychische Erkrankung. Das wollen die Betroffenen allerdings meist nicht einsehen, da sie fest von ihrem körperlichen Leiden überzeugt sind. Daher fühlen sie sich bei Überweisung zu einem Psychiater nicht ernst genommen.

Problematisch wird es, wenn sich die ständige Sorge um die Gesundheit auf das soziale Leben auswirkt. Die Betroffenen erwarten von Partnern, Freunden und Kindern besondere Rücksichtnahme. Wird diese nicht erfüllt, ziehen sie sich frustriert auf den Körper und das eigene Leid zurück. Nicht selten entwickelt sich zusätzlich auch eine schwere Depression. In der Folge sinkt die berufliche und schulische Leistungsfähigkeit. Rund zehn Prozent der Hypochonder werden auf Dauer arbeitsunfähig.

Sind die Betroffenen bereit, ihre Befürchtungen als Folge einer psychischen Erkrankung zu sehen und sich einem Psychiater anzuvertrauen, sind die wichtigsten Schritte zur Genesung getan. Meist wird eine Verhaltenstherapie empfohlen. Dabei können bereits sechs ambulante Einzelsitzungen eine Verbesserung bringen. Die Patienten sollen lernen, ihre Beschwerden realistisch zu bewerten. Zudem bauen sie nach und nach Verhaltensweisen in den Alltag ein, die sie zuvor vermieden haben. Beispielsweise anderen zur Begrüßung die Hand geben, was sie vorher aus Angst vor einer Ansteckung abgelehnt haben. Als nächstes müssen sie versuchen, nicht bei jedem kleinen Wehwehchen nachzugehen, ob eine ernsthafte Erkrankung dahinter steckt. Das Nachforschen in medizinischen Ratgebern oder auf Gesundheitsportalen ist daher tabu. Daneben ist es äußerst wichtig, dass die Betroffenen menschliche Nähe und Ablenkung erhalten, damit ihre Gedanken nicht ständig um die Gesundheit kreisen.

 

Autor: Denise Köppe 

 

 

 

 
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Startseite arrow Gesundheit arrow Prävention arrow Die Wege aus der Hypochondrie  15:49    24.11.2017