Die Zahlen sind erschreckend: Zwischen vier und acht Millionen Deutsche leiden, je nachdem wie man die Krankheit genau definiert, an Depressionen Europaweit sind es über dreißig Millionen – und jeder Sechste stirbt statistisch gesehen daran. In Deutschland gibt es pro Jahr etwa 11000 Selbstmorde. Schuld daran ist auch die geringe Zahl der Menschen, die zum Arzt gehen, um sich behandeln zu lassen. Nur die Hälfte aller Erkrankten suchen einen Arzt auf,
um sich therapieren zu lassen. Dabei stehen die Heilungschancen gar nicht schlecht. Zwischen siebzig und achtzig Prozent aller Fälle können bei richtiger Behandlung geheilt werden. Doch was genau ist eine Depression, was steckt hinter der Erkrankung, ab wann ist man depressiv und auf welche Warnsignale sollte man unbedingt hören? Anzeichen für Depression Apathie, verlorenes Interesse an lieb gewonnenen Freunden und Hobbys sowie Schwierigkeiten Gefühle zu empfinden, Appetitlosigkeit und andauernde Konzentrationsschwäche sind erste Signale, die auf eine Depression hindeuten können. Die Folgen sind Isolation und ein angeschlagenes Selbstwertgefühl. Eine richtige Diagnose zu stellen ist für Ärzte jedoch nicht einfach. Ein schmaler Grat trennt kurzfristige Schwermütigkeit von Depression und die Symptome der Krankheit sind vielfältig, können nicht eindeutig zugeordnet werden. Es gibt auch Formen von Depressionen bei denen keines der typischen Symptome auftritt. Diese sogenannten atypischen Depressionen äußern sich z. B. durch Fresssucht oder akuter Anfälligkeit für Krankheiten. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Kategorien depressiver Störung: Bei einer monopolaren Störung handelt es sich um einen rein depressiven Verlauf, während einer bipolaren Störung eine manische Phase einer Depression vorausgeht oder folgt. Während der manischen Phase tritt bei den Betroffenen ein übersteigertes und unangemessenes Selbstverständnis ein. Der Wille, sich behandeln zu lassen und die Einsicht in die Erkrankung sind gering oder fehlen gänzlich. Manische Patienten können deshalb wochenlang die Nächte durcharbeiten, ohne dabei Müdigkeitserscheinungen wahrzunehmen. Wie entstehen Depressionen?
Noch immer sind nicht mit vollständiger Sicherheit die Auslöser für Depressionen bekannt. Der Großteil der Forschung weißt auf Veränderungen der Stoffwechselvorgänge im Gehirn, als Ursache hin. Studien gehen davon aus, dass ein nicht geringer Teil der Depressionen genetisch bedingt sind. Eine verbreitete Begründung ist die Noradrenalin- bzw. Serotoninhypothese, die davon ausgeht das der Haushalt der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin, die in einem gesunden Gehirn für die Übertragung von Signalen in den Nervenzellen verantwortlich sind, gestört ist. Oft werden depressive Störungen auch von schwierigen Lebensumständen oder Krankheiten ausgelöst. Eine Überforderung des Individuums in der modernen Gesellschaft ist ein weiterer häufig diskutierter Grund, wenn es um Auslöserfür Depression geht. Autor: Tobias Röver |