Startseite
Gesundheit
Arzt und Patient
Medikamente und Co
Gesetzlich versichert
Privat versichert
Service
Webmastertools
Impressum
Datenschutz
Sitemap
News:    

BKK Essanelle - Chef Frings: Mehr Solidarität und Augenmaß für Selbstständige in der GKV

Guido Frings - Vorstandsvorsitzender der BKK Essanelle28. März 2013

Rund 7500 Mitglieder der BKK Essanelle können ihre Kassenbeiträge nicht regelmäßig bezahlen. Das Ergebnis sind oft enorme Schulden durch hohe Säumniszuschläge. Um die Situation von Selbstständigen in der GKV zu verbessern, fordert Vorstandschef Guido Frings einen Wegfall aller Verzugszinsen auf nicht gezahlte KV-Beiträge und mehr Augenmaß bei der Bemessung des Einkommens. 

 

krankenkassenRATGEBER: Der Gesetzgeber bereitet aktuell eine Begrenzung des Säumniszinses für Krankenkassenbeiträge vor. Warum geht Ihnen diese begrüßenswerte Initiative nicht weit genug ?

G. Frings:
Die Senkung des Säumniszuschlags von fünf auf ein Prozent für nicht gezahlte Beiträge reicht nicht aus, um eine deutliche Entlastung bei den per Gesetz zwangsweise Versicherten herbei zu führen. Für die bis April 2007 Nichtversicherten galt für rückwirkend fällige Beiträge ein hoher, jährlicher Säumniszins von 60 Prozent.

"Mir ist für die Betroffenen eine solidarische Lösung wichtig." 


Nachweisbar hat der hohe Zinssatz keinen positiven Einfluss auf die Zahlungsmoral ausgeübt. Stattdessen wurden die ehemals Nichtversicherten mit hohen Beitragsrückständen direkt ab Beginn der Krankenversicherung belastet. Mir ist für die Betroffenen eine solidarische Lösung wichtig. Deshalb sollten die rückwirkend fälligen Beiträge nicht mehr mit Säumniszuschlägen belegt werden und die schon angefallen Säumniszuschläge rückwirkend erlassen werden.

Hinzu kommen die heute gültigen Einstufungskriterien für freiwillig versicherte Selbständige. Grundsätzlich wird unterstellt, dass alle Selbständigen ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung haben und danach den Höchstbeitrag zu zahlen haben. Hier ist Nachbesserungsbedarf gegeben.


krankenkassenRATGEBER: Die BKK Essanelle hat aktuell über 308.000 Mitglieder. Wie viele Beitragsschuldner befinden sich darunter und wie gehen Sie als Krankenkasse mit den säumigen Kunden um? Gibt es einen gesetzlichen Spielraum bei den Zinsaufschlägen und dem Forderungsmanagement ?  


G. Frings:
Die Anzahl der Beitragsschuldner beläuft sich auf rund 7.500. Wir halten uns an das vorgeschriebene Mahnverfahren, das heißt, vier Wochen nach Ablauf der Fälligkeit der Beiträge leiten wir Vollstreckungsmaßnahmen ein. Laut Gesetz gibt es sowohl für die Höhe der Säumniszuschläge als auch für die Einleitung der Vollstreckungsmaßnahmen keinen Spielraum, weil die Einnahmen nicht der jeweiligen Kasse gehören, sondern an den Gesundheitsfonds abzuführen sind. Werden die Beiträge nicht rechtzeitig vollstreckt, drohen Strafzahlungen für die Kasse durch das Bundesversicherungsamt.


krankenkassenRATGEBER: Als Vorstandschef einer Krankenkasse haben Sie vor kurzem der Politik Hilfe bei der Formulierung der Gesetzesnovelle angeboten. Wie würden Sie sie betroffenen Versicherten vor finanzieller Überforderung schützen wollen ?  

Für Selbständige mit kleinerem Einkommen muss es neue Regelungen geben. Die aktuellen Regelungen zum Mindestbeitrag für Selbständige entsprechen nicht deren Lebensrealität. Es gibt auch im Bereich der Selbständigen so etwas wie einen "Niedriglohnsektor". Durch die aktuellen Gesetze stehen Selbständige aber unter dem Generalverdacht, dass sie bei den Einkommensangaben schummeln würden.

"Der Mindestbeitrag für Selbstständige entspricht nicht der Lebensrealität"

Wer glaubhaft geringe Einnahmen hat, soll weniger Beitrag zahlen. Geringe Einkünfte sollen also bei der Beitragsfestsetzung berücksichtigt werden. Beitragsschulden und Säumniszuschläge können somit von Beginn an verhindert werden. Auch stark schwankende Einkünfte bei Selbständigen sind keine Seltenheit. Beitragseinstufungen sollten unseres Erachtens nur für die Zukunft geändert werden, soweit keine vorsätzlich falschen Einkommenangaben getätigt wuden. Der Verwaltungsaufwand durch vorläufige Einstufungen, die rückwirkend auch für die Selbständigen wieder zu erheblichen Belastungen führen können, ist in Relation zum Nutzen zu hoch.


krankenkassenRATGEBER: Welche Tarifmodelle bzw. Bonussysteme bietet die BKK Essanelle zur finanziellen Entlastung der Mitglieder an ?


G. Frings:
Von unserem attraktiven Bonusprogramm profitiert die ganze Familie. 100 Euro für privat finanzierte Vorsorgemaßnahmen erhalten Erwachsene bei nur vier nachgewiesenen Bonusmaßnahmen. Damit entlasten wir unsere Versicherten finanziell beispielsweise bei Massagen, privaten Akupunkturbehandlungen, Behandlungen beim Heilpraktiker oder bei Brillen und Kontaktlinsen. Bei Kindern im Alter von 0 bis 15 Jahren bezuschussen wir privat finanzierte Vorsorgemaßnahmen mit 25 Euro. Dafür brauchen nur zwei Bonusmaßnahmen wie die Teilnahme an einem Schwimm- oder Turnkurs oder ein vollständiger Impfschutz nachgewiesen werden.
           
Zudem kann der Versicherte mit den Wahltarifen der BKK Essanelle bis zu 600 Euro pro Jahr sparen. Wer keine oder nur wenige Leistungen in Anspruch nimmt, für den lohnt sich der Abschluss eines Wahltarifs. Der Versicherte erhält eine feste, jährliche Prämie und bezahlt einige Leistungen selbst. Immer übernehmen wir die Kosten für ärztliche und zahnärztliche Behandlungen sowie für Vorsorgeuntersuchungen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Leistungen von Familienangehörigen nicht auf den Selbstbehalt angerechnet werden.


Das Interview führte Jörg Wunderlich

 

 

 

 

 

zum Kassenprofil 

weitere Infos erhalten

zum Testergebnis

 
Weitere Berichte zum Thema:.

 
Suche

Anzeigen
Startseite arrow Gesetzlich versichert arrow Im Interview arrow BKK Essanelle - Chef Frings: Mehr Solidarität und Augenmaß für Selbstständige in der GKV  02:33    23.01.2019