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08.11.2010
Die Weigerung bayrischer Zahnärzte, wegen erschöpfter Kassenbudgets AOK-Patienten im laufenden letzten Quartal zu behandeln, hat für viel Verunsicherung gesorgt. Spätestens, seit der Chef KZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz, auch für Versicherte anderer Bundesländer Einschränkungen bei der Behandlung angekündigt hat, eskalierte der Streit.
Inzwischen hat das Bundesversicherungamt ( BVA ) den Zahnmedizinern, die AOK-Patienten in diesem Jahr keinen Termin mehr geben wollen, juristische Konsequenzen angedroht.
Der Berliner Zahnarzt Jürgen Gromball hat indes in der Zeitung "Die Welt" die Probleme aus Zahnarzt-Sicht erläutert. Gromball bestätigte im Interview, dass er, wenn das Budget einer Kasse aufgebraucht ist und es keine Aufstockung gibt, Patienten dieser Kasse de facto für umsonst behandele.
Gleichzeitig betont der Zahnarzt, dass er deswegen keinen Patienten wegschicken oder nach Kassenzugehörigkeit aussortieren würde. Nicht nur Schmerzpatienten bekämen selbstverständlich weiterhin Termine, lediglich bei Füllungen müssten sich Betroffene bis zum neuen Jahr gedulden.
Krank sei das Abrechnungssystem an sich, so Gromball, wenn Versicherte sehr viel Geld bezahlen, damit aber die Kosten nicht gedeckt werden. Es sei "Irrsinn", wenn auf Betreiben des Gesetzgebers Budgets willkürlich festgelegt werden. "Obwohl ich nicht weiß, wie viele Patienten meine Praxis im nächsten Jahr aufsuchen werden und welche Behandlungen sie benötigen, steht schon fest, wie viel es höchstens kosten darf.", fasst Jürgen Gromball die Widersprüche und Probleme in einem Satz zusammen.
Schnelle Lösungen sind für diese Probleme nicht in Sicht, weil ein Umbau des gesamten Abrechnungssytems anstünde. Dies ist aber ein viel zu heißes Eisen und wird darum nicht angefasst. Stattdessen werden die Probleme auf die Leistungsträger und die Versicherten verlagert. Und das führt - wie geschehen - zu Streits und Kämpfen um die Budgets.
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